Ausbau? Hilfe?

Berlins Kita-Problematik: Petition für Extra-Kindergeld – stockt der Ausbau?

Wo früher Notstand herrschte, liegt jetzt alles brach. Berlins Kitas sind dicht. Wegen der Corona-Krise müssen berufstätige Eltern gerade die Balance zwischen Homeoffice, Kinderbetreuung und Homeschooling finden. In den vor wenigen Tagen bekanntgebeten Lockerungen des Corona-Lockdowns sind Kita-Wiedereröffnungen auch nicht vorgesehen.

Die Notbetreuung, die bisher nur Familien zur Verfügung steht, in denen beide Elternteile in einem systemrelevanten Berufen arbeiten, soll aber schrittweise ausgeweitet werden. Eine Normalisierung des Kita- und Vorschulbetriebs wird in Berlin dann bis zum 1. August 2020 angestrebt.

Die Kitas sind auch in der Corona-Krise die Verlierer.
Die Kitas sind auch in der Corona-Krise die Verlierer. Foto: imago/Xinhua

Corona und Kita: Petition fordert Extra-Kindergeld für betreuuende Eltern

Die Berlinerin Katharina Mart fühlt sich von der Politik im Stich gelassen. Sie ist selbst berufstätige Mutter und hat jetzt auf der Plattform change.org eine Petition gestartet. Die Forderungen: ein monatliches Corona-Kindergeld von 1000 Euro für Familien, um Verdienstausfälle während der Krise abzufedern sowie Gebührenfreiheit für Kita und Hort in allen Bundesländern.

Knapp 13.500 Berliner*innen haben die Petition bisher unterschrieben. Eine Frage, die weiterhin im Raum steht: Wie will eine Branche, die ohnehin an Personalmangel leidet, den Corona-Wiedereinstieg meistern? Wie sollen Erzieher*innen, die zur Risikogruppe gehören, geschützt werden? Auch die Berliner Problematik des Kittplatz-Mangels könnte dadurch weiter verschärft werden.

Iris Brennberger, Sprecherin für den Bereich Jugend und Familie beim Berliner Senat, erklärt tipBerlin, wie es weitergehen soll – und dies gerade tatsächlich schwierig ist. „Wir befinden uns noch mitten in der Corona-Krise und damit in einer Ausnahmesituation. Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zwingen die Politik, Regelungen z. B. zu Schul- und Kita-Öffnungen laufend zu bewerten und gegebenenfalls anzupassen.“

Senat: Kita-Ausbau geht trotz Corona kontinuierlich weiter

Laut Brennberger sei es „zu früh, um Aussagen über künftige Personalengpässe zu treffen, und damit auch zu den künftigen Platzkapazitäten.“ Mit Spekulationen sei niemandem geholfen. Priorität beim Senat derzeit? „Die Kita-Notbetreuung schrittweise  zu erweitern, ohne die bisherigen Erfolge bei der Eindämmung der Pandemie zu gefährden.“

Dass das Thema Kita-Ausbau von der Akut-Problematik aber in den Hintergrund gedrängt wird, davor verwehrt sich Brennberger. Generell  laufe der Kita-Ausbau „natürlich weiter und auch all die Maßnahmen zur verstärkten Fachkräftegewinnung.“ Dazu zählten laut der Sprecherin:

  • Mehr Ausbildungskapazitäten und entsprechend mehr Absolventen,
  • neue Ausbildungsmodelle
  • Quer- und Seiteneinsteiger
  • weitere Maßnahmen

„Wenn dies momentan in der Berichterstattung verständlicherweise wenig Beachtung findet, heißt das ja nicht, dass es nicht stattfindet“, erklärt sie.


Es ist schwer, Kinder in der Krise fortwährend zu beschäftigen – wir haben Tipps. Auch aus leeren Klopapierrollen lassen sich ganz tolle Dinge zaubern. Für viele Eltern ist aber keine Zeit zum Basteln, im Home Office müssen sie ganz andere Probleme lösen. Viele sind deshalb auch für eine schnelle Öffnung der Schulen.

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