Chinesisch

Chinesisch essen gehen? Jetzt erst recht! Das Kong denkt die Sichuan-Küche neu

Mit dem chinesischen Restaurant Kong in Berlin gelingt einem jungen Gastronomenpaar ein zeitgenössisches und gerade deshalb so traditionsbewusstes Update einer Sichuan-Küche 

Leckere Dumplings gibt es im Restaurant Kong in Friedrichshain in Berlin
Restaurant Kong in Friedrichshain, Foto: F. Anthea Schaap

Eigentlich wollten Tong Liu und Ling Ma den Eierpudding, die Reiswaffel mit dem Rettichsalat oder die Wachtel nach Sichuan-Art (in der Papiertüte gegart) schon in der Brunnenstraße servieren. Aber dann entwickelte sich ihr sehr zeitgenössisch inszeniertes Restaurant The Tree zu einem derartigen Lieblingsladen, dass sie der Stammkundschaft nicht die handgezogenen Nudeln wegnehmen wollten. 

Im Kong gibt es auch sehr gute aus Reis destillierten Schnäpse

So blieb The Tree also, was es ist: das visuell wie aromatisch modernste unter den sehr guten chinesischen Alltagsrestaurants. Für ihr pointiertes Menükonzept haben Tong Liu und Ling Ma nun eine erneut aufregend, ja kühn gestaltete Location gefunden, im Schatten der Frankfurter Allee und damit weit genug weg vom wenig feingeistigen Trubel der Friedrichshainer Gastromeilen, aber eben auch jedweder Laufkundschaft.  Wer nun aber zufällig vorbeikommt  und darüber hinaus Hunger hat, wird offensichtlich unmittelbar hineingezogen in diese betonrohe Raumskulptur. Ob es denn auch Speisen zum Mitnehmen gäbe? Nein, gibt es nicht. Denn das Kong ist nicht erst in Zeiten von Lieferando ein anderes chinesisches Restaurant.

Omakase nennt man in Japan das Geschenk, sich für einen Abend  ganz auf einen Koch und sein Menü einzulassen. Auch das chinesische Kong folgt dieser konzentrierten Idee.  Immer gibt es sechs kleinere Gänge für faire, ach, wirklich günstige 35 Euro. Würziges Hühnerknusper etwa, das die Karte trefflich als „Chicken Popcorn“ benennt. Oder eine Art Milchbrötchen, aus dem sich der Gast mit allerlei wiederum Scharfem und Fermentiertem eine Art Lamm-Burger baut. Als Dessert dann einen Reispudding mit Sesamsauce. Und, als Degistif einen jener aus Reis destillierten Schnäpse Sichuans, die es dieser Tage immer häufiger auch in die Berliner Barszene schaffen. Das Schnaps-Portfolio im Kong ist dennoch außerordentlich, was genauso auf die traditionell mehrfach aufgegossenen Grün- und Schwarztees zutrifft. Sehr zeitgenössisches Update einer der ältesten Küchen der Welt.

Kong Niederbarnimstr. 4, Friedrichshain, Tel, 98 40 28 8, Mi–So 19–22 Uhr, bei Facebook: Kong Berlin

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