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Quarantäne-Kultur: Streaming-Tipps für den Corona-Lockdown

Und wieder wird das öffentliche Leben heruntergefahren, wieder wird Kultur bis auf weiteres nicht erfahrbar. Zumindest nicht physisch – schon im Frühjahr gab es von Konzerten über Ausstellungen bis zu Theaterstücken zahlreiche Online-Angebote. Damit wir nicht gänzlich in unseren Wohnungen versauern, gibt es hier fortlaufend Streaming-Tipps aus der tipBerlin-Redaktion.

Euch erwarten Comedy, Diskussionsrunden, DJ-Sets, Kabarett, Konzerte, Kunstprogramm, Lesungen, Opern, Tanz und Theater und viel mehr. Ihr habt selbst Vorschläge? Schickt sie uns an online-team(at)gcmberlin.de.


Kultur im Stream: Regelmäßige Highlights

  • Das Konzerthaus Berlin hat ein regelmäßiges Streaming-Programm auf die Beine gestellt. Das preisgekrönte Format „#konzertZUhaus“ bietet Playlists, Kinderprogramm und exklusive Aufzeichnungen vom Gendarmenmarkt. Zu finden hier.
  • Die Berliner Theater sind noch eingespielt vom Frühjahr, als sie regelmäßig Online-Programm gesendet haben. Viel Programm gibt es im Maxim Gorki Theater, bei der Schaubühne, am Berliner Ensemble und in der Volksbühne. Das HAU möchte seinem Digitalprogramm denselben Stellenwert einräumen wie den Aufführungen vor Live-Publikum im Saal.
  • Die Staatlichen Museen zu Berlin bieten regelmäßige digitale Rundgänge durch ihre Hallen an. Die Führungen von Direktor*innen und Kurator*innen finden live auf Instagram statt und werden anschließend dauerhaft hochgeladen. Mehr Infos zu den Rundgängen hier.
  • Seit März fährt United We Stream ununterbrochen Programm. Was als kurzfristige Soli-Aktion zur Rettung der Clubkultur Berlins geplant war, ist inzwischen eine internationale Institution für gestreamte DJ-Sets geworden. Die Videos seht ihr regelmäßig bei uns auf Facebook.

Aktuelle Streaming-Tipps aus der Redaktion

17.12.2020

  • Die Schaubude Berlin zeigt das Figurentheater „Wetware“ vom O-Team aus Stuttgart. Das Stück ist eine Annäherung ans Techno-Selbst und dessen Gefühlsleben. Verhandelt wird die Frage, wie sich Körper und Selbst im Kontext von Technik, Drogen, Sex & Biopolitik formen lassen. Vorstellungen finden am 17. & 18.12.2020 jeweils um 20:00 auf der Internetseite der Schaubühne statt. Mehr Infos und Tickets gib es hier.

16.12.2020

  • Die Ufa-Fabrik sendet Livestreams aus ihrer Theaterhalle. am 16.12. spielt dort Multiinstrumentalist und Singer-Songwriter Rainer Bielfeldt aus seinem aktuellen Programm unter dem Namen „Zwei Leben“. Darin geht es unter anderem um Familienbande, um den gesellschaftlichen Rechtsruck, um die Kunst des allein Feierns – eine Kunst, in der wir uns alle üben müssen. Start ist um 20 Uhr, mehr Infos zum Programm und Stream auf der Seite der Ufa-Fabrik.

12.12.2020

Taylor Mac, Holiday Sauce… Pandemic! 2020 Foto: Little Fang Photograph
  • Nachdem Taylor Mac im Haus der Berliner Festspiele letztjährig auf famose Weise in einer Mischung aus Dragshow, Musical, Burlesque-Theater und Variéte durch die Geschichte der populären Musik geführt hat, feiert am 12.12. um 20 Uhr Macs Varieté-Stück „Holiday Sauce… Pandemic!“ Premiere. Die für Online-Darbietung adaptierte Version des Stücks ehrt Taylor Macs 2017 verstorbene Drag Mother Flawless Sabrina, das Stück ist zugleich eine Hommage an die Macht der Wahlfamilie. Mehr Infos zur Veranstaltung gibt es auf dem Web-Auftritt der Berliner Festspiele, Tickets gibt es in ihrem Webshop.

10.12.2020

Axel Hacke, bald live und in Farbe auf euren Bildschirmen. Foto: Thomas Dashuber
  • Der Autor und Kolumnist Axel Hacke hat mittlerweile zu viele Lesungen abgesagt. Daher liest er nun kurzerhand aus seinem Büro. Jede*r darf sich vorm Bildschirm versammeln wie sie*er mag, Hacke gelobt, ordentlich gekleidet und nicht ganz hacke aufzutreten. Er gibt einen Einblick ins Autorenleben, dazu liest er aus seinen Büchern, aus Kolumnen und Skizzen. Mehr Infos und Tickets gibt es hier.

07.12.2020

  • Die isländische Botschaft lädt zum Literaturabend: Sieben isländische Autor*innen lesen ab 18 Uhr zur „jólabókaflóð“ – übersetzt die alljährliche weihnachtliche Bücherflut – aus ihren aktuellen Büchern und erzählen von ihren Lieblingsorten. Mehr Infos und Anmeldung zur Veranstaltung finden sich hier, die Lesung wird aufgezeichnet und im Anschluss veröffentlicht.

06.12.2020

Altarraum im Museum Nikolaikirche. Foto: Stadtmuseum/Michael Setzpfandt
  • Konzerthäuser und Kirchen haben derzeit zwar geschlossen, das Stadtmuseum überträgt daher die traditionellen Adventskonzerte aus der Nikolaikirche. Am 06.12. spielen um 16 Uhr Hannes Maczey an der Piccolo-Trompete und Tobias Berndt an der Orgel „Himmlische Musik“, eine Auswahl aus Werken von Bach, Händel, Purcell und anderen. Die Konzerte werden auf der Website des Stadtmuseums übertragen.

    Weitere Konzerte folgen am 13.12. mit weihnachtlichen Festmusiken und 20.12. mit einer frühbarocken Weihnacht, ebenfalls jeweils um 16 Uhr.

    Das Stadtmuseum hat sein Angebot zusätzlich um eine digitale Rubrik erweitert, in der die Stadtgeschichte neu präsentiert wird. Geschichten zu Berliner Persönlichkeiten, Berliner Orten, Berliner Dingen und Berliner Klängen lassen sich auf der Seite des Stadtmuseums unter „Berlin Digital“ erfahren.

28.11.2020

Die in Berlin debütierende Dirigentin Joana Mallwitz. Foto: Lutz Edelhoff
  • Die junge Dirigentin Joana Mallwitz war bereits Generalmusikdirektorin in Erfurt, hält selbigen Titel nun in Nürnberg und wurde jüngst vom Kulturpreis Bayern für ihre Kunst ausgezeichnet. Nun debütiert sie vorm Konzerthausorchester in Berlin. Das Publikum sitzt wie derzeit gewohnt vorm Bildschirm, ihre Interpretation von Franz Schuberts Sinfonie Sinfonie C-Dur D 944 („Die Große“) lässt sich per Stream und im Fernsehen verfolgen. Um 20.15 gibt sie auf der Konzerthaus-Website unter dem Motto „Reingehört!“ eine Einführung in Schuberts Sinfonie. Unter selbigem Link ist ab 21 Uhr das Konzert zu sehen, ebenfalls im RBB Radio und auf der Website des RBB Kultur. Ab 22.20 strahlt der RBB das Konzert im Fernsehen aus.
  • Die „Comic Invasion“ ist das wohl bunteste Festival Berlins. Schon im Sommer ging mit der „#ComicSTREAMvasion“ ein virtuelles Event über die Bühne. Die „Comic Invasion“ findet am 28. und 29.11. im Museum für Kommunikation statt und ist kostenlos als Stream zu sehen. Auf dem Programm: ein Live-Action-Quiz, Gespräche mit Comic-Stipendiat*innen, transatlantisches Livezeichnen, Vorträge beispielsweise über das Deutschlandbild im US-Superheld*innen-Comic und natürlich zahlreiche Comic-Lesungen. Das Programm und den Stream findet ihr hier.
  • Die Theaterakademie August Everding präsentiert ein Konzert mit den Studierenden ihres Masterstudiengangs Musiktheater/Operngesang. Internationale Sänger*innen bieten ab 20.15 auf dem Youtube-Kanal der Akademie eine Auswahl an Arien und Songs vonBellini, Gounod, Händel, Massenet, Mozart, Strauss und Weill.

27.11.2020

Aufmerksamer Berlinbeobachter: Der Autor Björn Kuhligk. Foto: Achim Wagner
  • Björn Kuhligk setzt sein Werk fort: In „Kurzstrecke – Neue Berliner Szenen“ taucht er wieder in Geschichten in und um die Hauptstadt ein, begleitet, beobachtet Menschen, besucht Orte und Konzerte. Am 27.11. findet um 20 Uhr die virtuelle Buchpremiere seiner gesammelten Alltagsaufnahmen statt. Marcel Diel führt durch den Abend und befragt den Autor zwischen Leseeindrücken zum Buch und zum Schreiben in dieser Zeit. Die Veranstaltung ist kostenlos und wird hier auf Youtube gestreamt.
Die DeathCleaner Foto: Sven Mathiasen

26.11.2020

"Show me a good time" von Gob Squad ist wieder als Stream zu sehen. Foto: Dorothea Tuch
„Show me a good time“ von Gob Squad ist wieder als Stream zu sehen. Foto: Dorothea Tuch
  • Im Juni endete die Saison am HAU mit „Show me a good time“ – einer Ausnahme-Performance des postdramatischen Kollektivs Gob Squad. Zwölf Stunden mit einem Ensemblemitglied auf der sonst leeren Bühne, während andere sich durch die Straßen von Sheffield und Berlin schlugen oder aus ihren Wohnungen meldeten. tipBerlin-Autor Peter Laudenbach hatte sich im Vorfeld mit Gob Squad über „Show me a good time“ unterhalten. „Die Gegenwart liegt quasi im Koma“, konstatierten Berit Stumpf und Simon Will. Nun haben Gob Squad ihr ambitioniertes Bühnenstück überarbeitet und zeigen es erneut im Stream. Vom 26.11. bis 28.11. erscheint täglich um 18 Uhr eine neue dreistündige Episode in den digitalen Kanälen des HAU. Tickets kosten 5, ermäßigt 3 €. Alle Episoden zusammen kosten 10/6 €.

23.11.2020

  • Das Literarische Colloquium Berlin richtet eine digitale Residenz für Aufenthaltsstipendiaten aus. „Un_Masking Difference“ ist der Titel der ersten Residenz – hier diskutieren sechs internationale Schwarze Autor*innen die Bedeutung von Masken. Die Gespräche sind für den 23.11. und 25.11. anberaumt, eine zweite Präsentation findet am 07.12. statt und bietet zudem Performances, Fotogalerien und Lesungen. Mehr Infos zur Veranstaltung und dem Stream gibt es im Facebook-Event.

20.11.2020

Jasmin Guffond & Ilan Katin Foto: CTM Festival
  • Seit September ist Deutschlandjahr in Russand. Bis Mitte 2021 finden zum Thema kultureller Vernetzung über 500 Konzerte, Festivals, Gastspiele, Konferenzen und Online-Events in beiden Ländern statt. Teil Davon ist das „Rodina-Set“, ein russisch-deutsches Festival für Musik, Kunst und Theorie, das vom 19.-28.11.2020 in Kazan und Berlin stattfindet. Am 20.11. findet im Acud der deutsche Auftakt statt, das Spektakel lässt sich via. Livestream auf der Website des Festivals verfolgen. Jasmine Guffond ft. Ilan Katin, Debmaster, Gordan und Les Trucs bringen an diesem Abend Field Recordings mit Volksgesängen, experimentieller elektronischer Musik und audiovisuellen Darstellungen zusammen.
  • Eine Ode an die Freude: Die Barocktage des Staatstheaters finden in digitalisierter Form statt! Das Opern- und Konzertfestival läuft nun vom 20.-22.11.2020. Es gibt Konzerte und Dokumentationen mit Blick hinter die Kulissen, die an allen drei Spieltagen jeweils gegen 19.30 online gehen und für 24 Stunden verfügbar sind. Mehr Infos und die Streams sind in Kürz auf der Website der Staatsoper unter den Linden verfügbar. In Kooperation mit den Berliner Kunsthochschulen entstanden unter dem Titel „Never Look Back“ zudem vier Performances, die ab dem 28.11.2020 auf dem Youtubekanal der Staatsoper zu sehen sein werden.

19.11.2020

Flyer des Zebra Poetry Film Festival © Haus für Poesie
  • Das Zebra Poetry Film Festival sattelt auf Streaming um: zwischen dem 19. und 22.11. könnt ihr dem Wettbewerb um die besten Poesiefilme des Jahres samt begleitendem Programm beiwohnen. Wettbewerb und Lesungen werden per Livestream übertragen, die Filme lassen sich mit dem Kauf eines Festivalpass on demand anschauen. Das gesamte Programm wird über vier Wochen abrufbar sein. Mehr Infos und Links zu allen Veranstaltungen gibt es auf der Seite des Fetivals.
  • Zum Themenkomplex von Sprachen, Räumen und Schreibweisen lädt das Literarische Colloquium Berlin sich am 19.11.2020 acht Autor*innen zur Diskussion. Ausgehend von Virginia Woolfs Essay „A room of one’s own“ gibt „Von See zu See – Mexiko-Stadt/Berlin“ deutschen und mexikanischen Schriftstellerinnen Raum, sich über Besonderheiten des weiblichen Schreibens auszutauschen. Die Diskussionsrunden sind ab 18 Uhr verfügbar, mehr Info in der Facebookveranstaltung.

16.11.2020

  • Igor Levit hat nach seiner Sommerpause die Wiederaufnahme seiner Wohnzimmerkonzerte angekündigt. Thematisch hat er sich noch nicht festgelegt, aber die Uhrzeit steht: Ab 19 Uhr könnt ihr via Twitter seinem Klavierspiel lauschen.

Zeitlos

  • Podcasts sind eigentlich gut zum nebenher hören, bei diesem lohnt es sich, aufzupassen: „Deutsche Abgründe“ bietet einen haarsträubenden Überblick über die Geschichte der NSU-Mordserie. Annette Ramelsberger und Vinzent-Vitus Leitgeb wühlen sich durch Prozessakten, sprechen Opferangehörige, Sachverständige und Zeug*innen. Das Bild, das sich liefert, bedrückt. Spannender als manch ein Krimi! Die erste Folge ist kostenlos auf Fyeo zu hören, die gesamte Serie lässt sich in der App oder mit Online-Abo bei der Süddeutschen Zeitung anhören.

15.11.2020

Daniel Barenboim dirigiert die Staatskapelle. Foto: Holger Kettner
  • Die Staatskapelle Berlin lädt zum sonntäglichen Sinfonieorchester – ganz ohne Publikum, dafür direkt ins Wohnzimmer. Unter der Leitung von Daniel Barenboim wird werden Auszüge aus Beethovens Klavierkonzert Nr.4 und seiner Sinfonie Nr.3 gespielt. Das Konzert ist ab 15 Uhr live auf den Webseiten der Staatskapelle Berlin, der Staatsoper Berlin und rbbKultur zu sehen. Der RBB strahlt es zudem gegen 20 Uhr im Radio und gegen 23.45 im Fernsehen aus. Die Staatskapelle bittet, zu Gunsten von Musiker*innnen in Not an den Nothilfefonds der deutschen Orchesterstiftung zu spenden.

14.11.2020

DeForrest Brown Jr. | Foto: Ting Ding

13.11.2020

  • Der Festsaal Kreuzberg hat im November ein abwechslungreiches Live-Programm auf die Beine gestellt – mit zahlreichen Konzerten im Stream. Am Abend steht der Saal ganz im Zeichen von Reggae: Ganjaman und Jahcoustix, Stars der deutschen Szene, spielen live und werden begleitet von der Feueralarm Band sowie den Roots-Reggae-Sängern Jelashe und Jah Ringo, den Sounds Supersonic und DJ Mighty Timeless. Festsaal Kreuzberg, 19 Uhr, Livestream hier.
  • Der kalte Krieg war nicht nur ein politischer Schlagabtausch, ein Wettrüsten und ein Kampf der Geheimdienste – er fand auch kulturell statt. Im Live-Podcast „Intedependence“ treffen die Künstler*innen Holly Herndon und Mat Dryhurst auf Frances Stonor Saunders. Das Gespräch behandelt unter anderem den Einfluss der CIA auf künstlerische Bewegungen und das Verhältnis zwischen amerikanischer Avantgarde und deutschen (kulturellen Förder-)Institutionen. Zu hören auf der Internetseite des Haus der Kulturen der Welt.

12.11.2020

Streaming-Tipp: Pantha du Prince spielt für das Online-Publikum sein Album "Conference of Trees. Foto: Promo
Streaming-Tipp: Pantha du Prince spielt für das Online-Publikum sein Album „Conference of Trees. Foto: Promo
  • Können Bäume miteinander plaudern? Aber ja doch, weiß Pantha Du Prince –und hat gelauscht. Auf „Conference of Trees“, seinem 2020er-Album, taucht der Berliner Produzent, der mittlerweile im Brandenburgischen lebt, tief ein in Wald und Bäume, von den Wurzeln bis zur Krone. Wer bei seinem Werk der letzten zehn Jahre die Ohren spitzte, konnte auch da schon den Wald hören. Diesmal erklingen sibirische Glocken, Klanghölzer und Steine, gesammelt in der ehemaligen Möbelfabrik seiner Familie und bei nicht ganz legalen Besuchen in Steinbrüchen. Dazu kommen die typischen Stilmittel eines Pantha-Albums: elektronische Elemente und romantische Clubmomente, die die Ekstase im Morgengrauen einfangen. Digitalkonzert am 12.11., 20 Uhr, in der Volksbühne. Verfügbar für 48 Stunden. Tickets hier.
  • Online-Vorstellung des Comics „The End“ – der französische Comic-Autor und Illustrator Zep spricht im „Monat des digitalen Comics mit Schüler*innen und Interessierten. Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist hier möglich. Veranstaltungsbeginn ist um 19 Uhr.
Auch online verfügbar: Die Ausstellung „Unvollendete Metropole“ im Kronprinzenpalais. © 2020 Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.

Zeitlos

  • „Rohwedder: Einigkeit und Mord und Freiheit“ heißt die erste deutsche True-Crime-Doku auf Netflix. Sie befasst sich mit dem nie aufgeklärten Mord am Treuhandchef Anfang der 1990er Jahre. Netflix stellt dem RAF-Bekennerschreiben als allgemeingültige Erklärung weitere Theorien nebenan, ohne allerdings eine dabei klar zu bevorzugen.

    Somit muss die Unwahrscheinlichkeit dieser Deutungen auch nicht zu vehement kritisiert werden – der Mehrwert von Rohwedder liegt in seinen umfangreichen Archivbildern, dem Blick auf Nebensächlichkeiten, der detaillierten Erzählung damaliger Verhältnisse. Die Dokumentation ist auf Netflix abrufbar.

8.11.2020

Streaming-Tipp für den 8.11.: Carolin Emcke am Berliner Ensemble. Foto: Imago Images/Future Image
Streaming-Tipp für den 8.11.: Carolin Emcke am Berliner Ensemble. Foto: Imago Images/Future Image
  • Gesellschaftliche Spaltung ist das Meta-Thema unserer Zeit. Darum geht es auch am „Tag der Feindschaft“ am Berliner Ensemble, der in Erinnerung an die sogenannte Reichspogromnacht 1938 fragt, ob Zustände wie in den 1920er- und 30er-Jahren heute möglich sind. Die erste Podiumsdiskussion am Berliner Ensemble bestreiten Carolin Emcke und Hasnain Kazim über kompromisslose Freund-Feind-Schemata in öffentlichen Debatten. „Der Schoß ist fruchtbar noch“ heißt die zweite Diskussion u.a. mit Volker Kutscher. Und um den mittlerweile utopisch gewordenen Begriff der Gemeinschaft streitet danach u.a. die Philosophin Eva von Redecker, mit der wir bereits ein Interview führten. Berliner Ensemble, 11+13.30+16 Uhr, online hier.

7.11.2020

  • Terézia Mora brachte es vom Sieg beim „Open Mike“-Wettbewerb bis zum Georg-Büchner-Preis, der wichtigsten deutschen Auszeichnung für Literatur. Es lohnt sich also, aufmerksam zu sein beim Debütant*innenball der deutschsprachigen Prosa und Lyrik. Das zweitägige Programm ist online zu sehen, insgesamt lesen beim „Open Mike“ 20 Autor*innen am Wochenende unveröffentlichte Texte. 7.11 ab 14 Uhr und 8.11. ab 11.30 Uhr online beim Haus für Poesie und Heimathafen Neukölln.

6.11.2020

  • Samtweiche Stimme, Klavierklänge und bitterböse Texte: David Kaiser und Virginia Plain spielen im BKA fürs Livestream-Publikum. „Wir haben auch Gefühle!“ heißt ihr Programm. BKA, 21 Uhr.
  • Der Mann: Otto Sander. Die Frau: Edith Clever. Premiere: 19. Juli 1982. Die Schaubühne hat den Online-Spielplan reaktiviert und zeigt herausragende Inszenierungen aus ihrer Geschichte. Dieses Wochenende steht Botho Strauß’ Geniestreich „Kalldewey, Farce“ auf dem Programm. Regie führte der damalige Schaubühnen-Kodirektor Luc Bondy. Ab 6.11., 18 Uhr, hier.

5.11.2020

  • Rezo ist Youtuber, Unterhaltungskünstler, Kolumnist und CDU-Zerstörer. Zusammen mit dem Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar spricht er über das Geschäftsmodell der Influencer*innen, seinen Arbeitsalltag – und was Youtube-Kommentare von journalistischer Arbeit unterscheidet. Veranstaltung im Rahmen der Berlin Science Week. Futurium, 20 Uhr.
Die New Yorker Saxophonistin Lakecia Benjamin ist am 5. November zu sehen. Foto: Elizabeth Leitzell

4.11.2020

  • Der Herbst ist Hochzeit für Literatur. Nun hat die Frankfurter Buchmesse dieses Jahr zwar ohne Publikum stattgefunden, es gab aber zahlreiche Lesungen und Autor*innengespräche. Ein Highlight: das Gespräch bei Zeit Online mit Saša Stanišić. Eine Stunde sollte es primär über Gutes gehen. Das können Bücher sein, Videospiele, oder aber auch: Vögel. Stanišić tritt zur Ehrenrettung des Goldregenpfeifers an. Leider im Format des allseits bekannten Zoom-Calls, abseits davon aber äußerst unterhaltsam.

Mehr Tipps für die Zeit zu Hause

Ihr verbringt gerade mehr Zeit allein und wisst nicht, was ihr tun sollt? Unsere Tipps, um in der Corona-Isolation die Zeit rumzukriegen. Keine Abendplanung? Einfach mal wieder ein Buch lesen: 100 Berlin-Romane, die sich Kapitel für Kapitel lohnen. Und weil es auch mit Kino derzeit schwierig ist: Schaut doch einen der 100 Berlin-Filme, die man gesehen haben sollte.

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