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Lange Nacht der Museen 2023 in Berlin: Das erwartet euch

Die Lange Nacht der Museen in Berlin hat Tradition. Der jährliche Kulturhöhepunkt findet 2023 am 26. August statt, 75 Museen nehmen daran teil, mit einem einzelnen Ticket seht ihr also jede Menge Ausstellungen. Klar, alles auf einmal zu erleben geht nicht, da kann die Nacht noch so lang sein. Also plant gut – was euch erwartet und was sich besonders lohnt, erklärt tipBerlin-Kunstredakteurin Claudia Wahjudi hier.

Die Neue Nationalgalerie ist bei der Langen Nacht der Museen ein beliebter Anlaufpunkt. Foto: Imago/Uwe Kraft

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Lange Nacht der Museen: „Sounds of Berlin“ als Motto

Im vergangenen Jahr musste das Organisationsteam noch bangen: Zwei Jahre pandemiebedingte Pause und hohe Energiepreise machten die Lange Nacht der Museen Berlin zu einem schwer kalkulierbaren Risiko. Doch die Rückkehr gelang mit Bravour. Die landeseigene Kulturprojekte GmbH zählte 2022 in 70 Berliner Museen rund 40.000 Besuchende. Und so wagen nun 75 Museen die personalaufwendige Teilnahme an der Langen Nacht 2023, die unter dem Motto „Sounds of Berlin“ steht.

In allen Bezirken beteiligen sich private und öffentliche Museen aus den Bereichen Welt-, Stadt- und Bezirksgeschichte, Natur, Technik, Kosmos und Kommunikation, Kunst und Kultur, von A wie Abguss-Sammlung Antiker Plastik über M wie dem Mach Mit!-Museum für Kinder bis Z wie Zeiss-Großplanetarium. Neu dabei sind beispielsweise das Hugenottenmuseum im Französischen Dom, die Charlottenburger Werkstatt für das geplante Exilmuseum am Anhalter Bahnhof sowie der Informationsort Schwerbelastungskörper an der Kolonnenstraße zwischen Kreuzberg und Schöneberg. Er ist ein Zeugnis nationalsozialistischer Stadtplanung: Mit dem Betonkoloss sollte die Tragfähigkeit des Baugrundes für einen Triumphbogen geprüft werden.

Anders als im vergangenen Jahr werden nicht dabei sein: die Motorrad-Abteilung des DDR-Museums und das Märkische Museum und das Museum Berggruen, die beide wegen Sanierung geschlossen haben, außerdem die Sammlung Scharf-Gerstenberg, die Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank und das Georg-Kolbe-Museum.

Trotzdem bleibt auch Charlottenburg während der Langen Nacht der Museen interessant. So hat das Bröhan-Museum seine Ausstellung verlängert, in der Malerei des Potsdamer Im- und Expressionisten Karl Hagemeister zeitgenössischen Gemälde zum Thema Landschaft gegenüber hängt, und auf der anderen Straßenseite im Schloss Charlottenburg wagt sich ein Ausstellungsteam daran, koloniale Vergangenheit und Sklaventum an preußischen Herrscherhöfen zu erläutern. 

Konzerte und DJ-Sets bei der Langen Nacht der Museen

Unter dem Motto „Sounds of Berlin“ finden Konzerte, DJ-Sets, Drehorgeln und Tangounterricht statt. Zentrum ist der Lustgarten zwischen Altem Museum, dem Deutschem Historischen Museum, das Filme zu 100 Jahren Musik in der Stadt zeigt, und dem Humboldt Forum. Im Lustgarten erklingt das Kultursommerfestival mit Orchestern und Trommelwirbeln, die um Mitternacht unter den Kolonnaden an der Alten Nationalgalerie enden. Eine Marching Band und die Trommelinstallation Beating the Drum werden am Humboldt Forum von 16 bis 18 Uhr spielen. Im Anschluss können Besucherende das Museumskonglomerat im wiederaufgebauten Hohenzollern-Schloss zu Klängen von DJs im Foyer durchstreifen. Ein Oldtimer-Shuttle fährt Interessierte von hier ins Deutsche Technikmuseum in Kreuzberg. Wenig weiter, im Kreuzberger Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung, legt Rabon Aibo aus Syrien auf, Schriftsteller und Schriftstellerinnen aus der Ukraine lesen aus Werken.

Musik wird fast überall erklingen. So präsentiert Oda Hiliti im Garten des Hamburger Bahnhof harte Balkan-Beats. Vom Turm des Französischen Doms soll um 19.30, 21.30 und 23.30 das Glockenspiel erklingen. Im Jüdischen Museum wird Tango unterrichtet. Das Musikinstrumentenmuseum schließlich, wie kein anderes Museum der Stadt prädestiniert für das diesjährige Motto, öffnet das Tonstudio des Instituts für Musikforschung sowie seinen Hallraum und einen reflexionsarmen Raum (Anmeldung vor Ort). Zudem führt es Walter Ruttmanns Stummfilmklassier „Berlin – Sinfonie einer Großstadt“ (1927) auf, mit dem Organisten Bernd Wurzenrainer an der Wurlitzer-Theaterorgel. Um nur einige Programmpunkte zu nennen.

Berliner Konzept weltweit kopiert

Gestartet ist die Lange Nacht der Berliner Museen übrigens 1997 mit zwölf Museen. Initiator war der damalige Kulturmanager Wolf Kühnelt. Inzwischen ist die Veranstaltung in vielen Städten kopiert und variiert worden, vor allem in Europa, aber auch in Argentinien und auf den Philippinen.

Lange Nacht der Museen in Berlin: Infos zu Tickets und Anreise

Wichtig zu wissen: Den umfassenden Bus-Shuttle der Vor-Corona-Jahre gibt es in der alten Form nicht mehr. Busse der Langen Nacht fahren jedoch jenseits der Innenstadt zu Museen in Außenbezirken, etwa auf der Themen-Route „Stasi-Geschichte“ von Hohenschönhausen nach Lichtenberg oder auf einer technikhistorischen Strecke in restaurierten BVG-Bussen vom Deutschen Technikmuseum über den Schwerbelastungskörper bis zum Energie-Museum.

Zudem ist im Lange-Nacht-Ticket ein Zehn-Euro-Guthaben für die Jelbi-App enthalten, mit der sich beispielsweise E-Roller und Jelbi-Taxis bezahlen lassen. Am besten, Interessierte stellen sich ihre Wege auf den Internetseiten der Langen Nacht zusammen und schauen dort auch die Verbindungen des öffentlichen Nahverkehrs nach. Empfehlenswert sind daher entweder ein Deutschlandticket oder die 24-Stunden-Karte der BVG für die Zone AB. Das ab Entwertung einen Tag lang gültige Ticket kostet 9,50 Euro. Es gilt für einen Erwachsenen und bis zu drei Kinder zwischen 6 und 14 Jahren. Kinder unter 6 Jahren benötigen kein Ticket.

Oder man lässt sich einfach treiben. Gut zu wissen: Man schafft meist weniger, als man sich vornimmt. Die Museen und ihre Programme sind einfach zu interessant.

  • Lange Nacht der Museen 2023 an zahlreichen Orten in Berlin, Sa 26.8., 18–2 Uhr, Tickets: 18 Euro, ermäßigt 12 Euro, (Vorverkauf bis 13.8.: 12/10 €), bis 12 Jahre frei, an den Abendkassen und hier

Wir verlosen Tickets: Zum Gewinnspiel zur Langen Nacht der Museen geht es hier.


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