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Corona-Impfung in Berlin: Alle Infos zu Impfstoffen, Impfzentren und Terminen

Kleine Fläschchen, gefüllt mit Hoffnung: Seit dem 27. Dezember 2020 erhalten erste, ausgewählte Berliner*innen eine Corona-Impfung.

Corona Impfung In Berlin werden ausgewählte Personen mittlerweile mit zwei verschiedenen Impfstoffen geimpft – mit dem der Firma Biontech/Pfizer und mit dem Moderna-Impfstoff.
In Berlin werden ausgewählte Personen mittlerweile mit zwei verschiedenen Impfstoffen geimpft – mit dem der Firma Biontech/Pfizer und mit dem Moderna-Impfstoff. Foto: Imago Images/Beautiful Sports

Was ist der aktuelle Stand in Berlin? Wie steht es um personelle und medizinische Ressourcen? Und ab wann kann ich mich bei meinem Hausarzt impfen lassen?

Wir haben Zahlen, Daten und Fakten zu Berlins Impfsituation im Überblick.

Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert (Stand: 18. Januar 2021).

Seit wann wird in Berlin gegen Corona geimpft? Und wie viele Menschen sind bereits geschützt?

Der 27. Dezember 2020 war das Datum für den Impfstart in Berlin: Eine 101-jährige Berlinerin erhielt die erste Injektion des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer.

Informationen darüber, wieviele Menschen in Berlin und deutschlandweit bereits geimpft sind, liefert eine Grafik des Robert Koch-Instituts (RKI).

Kostet die Impfung etwas und besteht eine Impfpflicht?

Unabhängig von der eigenen Versicherung ist eine Impfung gegen COVID-19 kostenlos. Auch besteht keine Impfpflicht – die Entscheidung sich impfen zu lassen obliegt jede*r*m Einzelnen.

Gelten für geimpfte Personen gelockerte Corona-Regeln?

Nein. Die gerade aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelten auch für Berliner*innen, die bereits eine Impfung bekommen haben.

Welche Impfstoffe werden in Berlin eingesetzt?

In der EU zugelassen wurden bisher der Impfstoff der deutsch-amerikanischen Allianz Biontech/Pfizer sowie der Impfstoff der US-Firma Moderna.

Zudem rechnet die EU noch im Januar mit der Zulassung des Impfstoffs des Konzerns Astrazeneca, der seinen Sitz im Vereinigten Königreich hat.

Corona Impfung Auch der Impfstoff von Moderna ist seit dem 6. Januar 2021 in Berlin zugelassen.
Auch der Impfstoff von Moderna ist seit dem 6. Januar 2021 in Berlin zugelassen. Foto: Imago Images/photothek

In der Arena in Treptow und in der Messehalle 11 in Westend wird derzeit (Stand 18. Januar 2021) der Impfstoff von Biontech/Pfizer verimpft. Im Erika-Heß-Stadion erhalten Personen eine Injektion des Impfstoffs von Moderna.

Wie effektiv sind die Impfstoffe?

Die Wirksamkeit des Impfstoffs von Biontech/Pfizer, der derzeit in Deutschland und Berlin vermehrt zum Einsatz kommt, wird nach Vergabe der zweiten Impfdosis auf 95 Prozent beziffert. Nach dem Erhalten der ersten Impfdosis sollten Patienten bisher zu 52 Prozent geschützt sein. Das bedeutet, dass sich das Corona-Ansteckungsrisiko von Personen, die zwei Dosen erhalten haben, um 95 Prozent verringert.

An dieser Stelle besonders hervorzuheben ist: Für einen Impfstoff ist eine Wirksamkeit von 95 Prozent sehr hoch. Die Wirksamkeit einer saisonalen Grippeimpfung liegt bei jungen Menschen beispielsweise bei 80 Prozent. Bei älteren Personen liegt die Wirksamkeit bei zwischen 40 und 60 Prozent.

Die Wirksamkeit des Moderna-Impfstoffs soll nach der zweiten Dose ähnlich hoch sein, nämlich bei 94,1 Prozent liegen.

Sowohl der Biontech/Pfizer- als auch der Moderna-Impfstoff sind sogenannte mRNA-Impfstoffe, die auf einer neuwertigen Technologie beruhen. Durch die Impfung sollen Antikörper gebildet werden, die das Corona-Virus-Protein am Eindringen in menschliche Zellen hindern.

Corona Impfung Hoffnung im kleinen Fläschchen: Die Wirksamkeit des Impfstoffs von Biontech/Pfizer wird auf 95 Prozent beziffert.
Hoffnung im kleinen Fläschchen: Die Wirksamkeit des Impfstoffs von Biontech/Pfizer wird auf 95 Prozent beziffert. Foto: Imago Images/ANE Edition

Eine weniger hohe, aber immer noch vielversprechende Wirksamkeit soll der Astrazeneca-Impfstoff haben: Diese soll bei rund 70 Prozent liegen. Allerdings bietet der Impfstoff einen entscheidenden Vorteil: Er muss weniger kühl gelagert werden als die mRNA Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna und könnte bei der Durchimpfung der EU daher eine tragende Rolle spielen.

Wer erhält zuerst eine Impfung?

Zu den ersten Personen, die geimpft werden, gehören ältere Menschen über 90 respektive über 80 Jahren. Sowohl Bewohner*innen von Pflegeheimen als auch sehr alte Menschen, die noch zuhause leben.

Anspruch auf eine Impfung haben „in der ersten Runde“ darüber hinaus Angestellte aus Pflegeheimen und medizinische Kräfte aus Krankenkäusern.

Pflegeheimbewohner müssen selbstverständlich nicht vor Ort in einem Impfzentrum erscheinen. Stattdessen sind 60 mobile Impfteams im Einsatz, die dafür sorgen, dass der Impfstoff da ankommt, wo er gebraucht wird.

Über 90-jährige werden derzeit im Impfzentrum in der Arena in Treptow geimpft. Unter 030/20 20 20 können über 90-jährige Personen kostenlos ein Taxi buchen, um zum Impfzentrum in die Arena zu gelangen.

Ich bin alt und kann nicht allein zum Impfzentrum kommen – was soll ich tun?

Darüber hinaus organisiert der Seniorenförderclub Berlin e.V. gemeinsam mit freiwilligen Fahrer*innen ein mobiles Flotten-Netzwerk, das betagte Menschen zu den Impfzentren chauffiert. Interessierte und Angehörige können sich unter der Hotline 030/940 497 40 melden. Die Hotline ist montags bis freitags zwischen 9 und 19 Uhr sowie samstags und sonntags zwischen 9 und 14 Uhr zu erreichen.

Wie kann man als ältere Person in Berlin einen Impftermin vereinbaren?

Gar nicht. In Berlin erhält jede*r, der/die Anspruch auf eine Corona-Impfung hat, einen Brief vom Berliner Senat. In dem Brief sind alle Infos enthalten.

Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin (KVBerlin) weist darauf hin, dass es keine Terminvergabe über die KVBerlin-Hotline gibt – diese Info verbreitete sich berlinweit in den ersten Tagen nach dem Impfstart.

Die Telefon-Hotline der KVBerlin ist derzeit wegen einer technischen Störung nur stark eingeschränkt erreichbar.

Wo wird in Berlin geimpft?

Corona Impfung Seit dem 14. Januar 2021 wird auch im Erika-Heß-Stadion in Berlin-Wedding geimpft.
Seit dem 14. Januar 2021 wird auch im Erika-Heß-Stadion in Berlin-Wedding geimpft. Foto: Imago Images/Future Image

Drei der sechs Berliner Impfzentren haben mittlerweile ihren Betrieb aufgenommen.

Geimpft wird derzeit in der Arena in Treptow, in der Messehalle 21 und im Erika-Heß-Stadion. Die Einsatzzentrale der mobilen Impfteams ist der ehemalige Flughafen Tegel.

Wenn genügend Impfstoff bereitsteht, sollen auch die weiteren drei Berliner Impfzentren öffnen:

  • ehemaliger Flughafen Tegel (Terminal C)
  • ehemaliger Flughafen Tempelhof 
  • Velodrom

Über wieviele Impfdosen verfügt Berlin?

Schon zu Beginn des geplanten Impf-Marathons am 27. Dezember 2020 ging Berlin die Puste aus. Der Grund: Es gab zu wenig Impftermine aber vor allem zu wenig Impfstoff. Nach ein paar Tagen Pause sollten ab dem 4. Januar 2021 dann eigentlich täglich 600 Impfungen im Impfzentrum in der Arena verabreicht werden.

Doch der Impfstoff von Biontech/Pfizer kommt nur häppchenweise in Berlin an. Eigentlich hatte die Bundesregierung Berlin ab dem 4. Januar 2021 knapp 30.000 Impfdosen täglich versprochen. Die Realität sieht bisher jedoch ganz anders aus. Am 8. Januar 2021 erreichte Berlin eine Lieferung von knapp 30.000 weiteren Impfdosen. Fünf weitere Liefertermine mit der gleichen Impfstoffmenge sind bis Mitte Februar 2021 angesetzt.

Erste Chargen des Moderna-Impfstoffs sind am 12. Januar 2021 in Berlin eingetroffen und kommen seit dem 14. Januar im Impfzentrum im Erika-Heß-Stadion zum Einsatz.

Im Impfzentrum in der Messehalle 21, das seit diesem Montag, dem 18, Januar 2021 in Betrieb ist, sollen laut „rbb24“ vorerst 200 Personen am Tag geimpft werden. Ursprünglich war die Rede von 1000 Impfungen pro Tag. Möglich wären bei vorhandenem Impfstoff rund 3.800 Impfungen pro Tag.

Seit Jahresbeginn wurde vermehrt Kritik an der Impfstoff-Beschaffung der Bundesregierung und der ganzen EU laut. Es sei zu zögerlich Impfstoff in zu kleinen Mengen vorbestellt worden.

Aber nicht nur die Bundesregierung ist schuld an dem zögerlichen Impfstart in Berlin und ganz Deutschland: Am Freitag, dem 15. Januar 2021, räumte der Pharmakonzern Pfizer der EU-Kommission gegenüber ein Lieferprobleme zu haben.

Deutschlandweit wird man sich also noch einige Wochen gedulden müssen – Berlins Impfzentren reizen derzeit aufgrund des Impfstoffmangels nur einen sehr geringen Teil ihrer Kapazitäten aus.

Wer impft? Gibt es genügend Personal?

Laut Deutscher Presseagentur haben sich nach dem ersten Aufruf innerhalb einer Woche bereits 780 Ärzt*innen als Impfhelfer*innen gemeldet.

Das Deutsche Rote Kreuz sucht weiter nach Freiwilligen, die die Berliner Impfzentren personell unterstützen möchten. Interessierte können sich hier bewerben.

Wie lange sollen die Impfzentren geöffnet sein? Ab wann ist eine Impfung beim Hausarzt möglich?

Nach derzeitigem Stand sollen die Impfzentren zwischen Frühjahr und Sommer 2021 wieder abgebaut werden. Dann soll eine Corona-Impfung bei niedergelassenen Ärzten möglich sein.

Gemäß „rbb24“ hat der Amtsarzt von Berlin-Reinickendorf am 11. Januar 2021 jedoch für eine frühere Miteinbeziehung der Berliner Hausärzte plädiert.

Die unkomplizierte Lagerung des Impfstoffs von Astrazeneca, der noch im Januar 2021 EU-weit zugelassen werden soll, könnte eine frühere Impfung der breiten Berliner Bevölkerung möglich machen.


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