Stadtleben

Kunstvereine

Manchmal darf es erlaubt sein zurückzuschauen – ohne gleich nostalgisch zu werden. Aber wenn die beiden Kunstvereine jetzt auf 40 Jahre zurückblicken, dann kann man schon einmal anmerken, dass es eine aufregende und anregende Zeit gewesen ist, in der man dabei gewesen ist. Man möchte dann gewissermaßen die naseweisen jungen Menschen um die 30, die sich so gerne auslassen über das Inselchen West-Berlin, an die Hand nehmen und in den Kunstsalon des n.b.k. begleiten. Man möchte sie bitten, Platz zu nehmen und die Kataloge zu betrachten, die die Reflektion der Arbeit des Neuen Berliner Kunstvereins dokumentieren. Man möchte sie bitten, zur Kenntnis zu nehmen, dass auch schon vor 40 Jahren einige Menschen in der Stadt lebten, die Kunst machten und die Kunst achteten. Und genau diese Menschen hatten und haben es immer noch nicht nötig, selbstverliebt und angeberisch rumzuposaunen, wie wichtig man doch ist, wen man alles kennt und wer einen alles kennt. Dabei könnte man jetzt eine Liste von Namen aufzählen, die alle im n.b.k. ihre Ausstellungen hatten und deren Qualität über jeden Zweifel erhaben ist.

Natürlich ist es schön, wenn man sagen kann, dass man dabei gewesen ist, wenn dieser oder jeder Künstler noch am Kurfürstendamm seine Aufwartung machte. Und übrigens pflegten unsere Kunstvereine eine prächtige Streitkultur, was man heutzutage auch nicht mehr so recht auf der Pfanne hat bei all dem Hype um Kunst, die man morgen doch in die Tonne tritt. Vielleicht ist die Ausstellung über „40 Jahre Neuer Berliner Kunstverein“ auch nur ein schöner Beitrag, dass wir alle miteinander ein klein wenig bescheidener werden in unserer Anmaßung, die Weisheit der Kunst mit Löffeln gefressen zu haben. Dann wäre uns auf jeden Fall ein Stück weit geholfen.     

40 Jahre Neuer Berliner Kunstverein n.b.k., Chausseestraße 128/129, Mitte,
Di-So 12-18 Uhr, Do 12-20 Uhr, bis 10.5.2009

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