• Stadtleben
  • Politik
  • Tegel: Schließung ist ab 15. Juni möglich – und ein Comeback unwahrscheinlich

Flughafen-Aus

Tegel: Schließung ist ab 15. Juni möglich – und ein Comeback unwahrscheinlich

Es war ein wochenlanges Gerangel. Schon früh nach Ausbruch der Corona-Pandemie hatte der Chef des Flughafens Tegel die Schließung angeregt. Denn dem Ausbruch war der Einbruch der Passagierzahlen gefolgt, nur noch ein Bruchteil der bisherigen Abflüge wurde gezählt. Folge: ein riesiges Finanzloch.

Es ist bald vorbei: In Sachen Tegel-Schließung sind sich alle Parteien einig – das Ende ist ab 15. Juni möglich.. Foto: Imago/Gora

Doch Bund und Länder hatten sich gegen die frühzeitige Schließung entschieden – zunächst. Denn Tegel sei immer noch wichtig. Ende April hatte es dann die zweite Diskussionsrunde gegeben. Tegel-Geschäftsführer Engelbert Lütke Daldrup hatte abermals öffentlich den Unsinn des Weiterbetriebs betont. Der Aufsichtsrat hatte ihm im Anschluss zugestimmt. Doch: Der Bund zögerte erneut, erbat eine Tegel-Gnadenfrist. Tegel dicht? Das mussten die Politiker um den höchst umstrittenen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) erst einmal diskutieren, zwei Wochen Bedenkzeit erbitten.

Diese sind nun um. Und das Ende Tegel ist damit wohl besiegelt. Der Chef darf ab 15. Juni offiziell zumachen, so die Entscheidung. Dass dies geschieht, ist aufgrund der erreichten Einigkeit auf allen Seiten, dass der alte Flughafen nunmehr nichts als ein Millionengrab ist, quasi gesetzt.

Tegel: Schließung wohl für immer – wenn kein Wunder geschieht

Unwahrscheinlich wird damit auch, dass in Tegel jemals wieder der Vollbetrieb aufgenommen wird. Denn die Geschichte des BER, dem der Postillon gerade ein Spiel widmete, schien nur unendlich. Bald geht in Schönefeld der Betrieb los. Sollte es vor dem geplanten Start des neuen Airports am 31. Oktober nicht plötzlich eine enorme Erholung des weltweiten Flugbetriebs geben (auch das ist ausgesprochen unwahrscheinlich), sehen Bund, Chef und Aufsichtsrat offenbar auch nicht wirklich viele Gründe, den Betrieb in Tegel am Laufen zu halten.

Tegel hat eine bewegte Geschichte hinter sich, noch immer kämpfen Menschen für die Offenhaltung – schon 2017 gab es Volksentscheide in Sachen Tegel. Dass der Airport vor Corona an (und über) der Belastungsgrenze operierte, ist seit Jahren bekannt. Es gibt viele Fans des Flughafens, die direkt nach Bekanntwerden Einsatz zeigten. So startete etwa der Reality-TV-Star Julian FM Stockel umgehend eine Petition zur Offenhaltung.

https://www.facebook.com/julianfmstoeckel/posts/10158192811276737?__xts__[0]=68.ARCMCPF86SBxYDktgVddS9zggQuC8EwfKJPKD1ghLz0czU7ZWAAl_IY8_jqKQjFEgNIxJDC5aRMNA0Rv67-niH-_W-z2_VOstMGHe2VUAvW_-P5nOwVnr8PSx0b6CfWhdziCsL_FCI7ZHALHn7Ee5t0E3ZcspbQOKUuwV0oyypABQc78GX6TY8qygauXA60mFbNBtEMPNczhq7FJ5dp2TNGb9xuLBbGNWh3u0GC3D3cXN5eyL5eFOo2B5qme1AlJY2sfXVlzCZuTBEpuZcnQsmoJlGzFZsGtI0WdLCKx72pW0ihZ1BXOUWr7WEcWO2vbdgBS0lcstF35rghbBLC2&__tn__=-R

Auch in Schönefeld ist wenig los, die Berliner Flughäfen laufen bei ungefähr fünf Prozent des üblichen Passagieraufkommens. Corona sorgte für zwischenzeitlich für die Verschärfung einiger Kontrollen an den Flughäfen – wobei es Kritik gab. Mehrere Rückkehrer berichten uns von ihren Erlebnissen.

Mehr über Cookies erfahren