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Parks in Berlin

Volkspark Jungfernheide: Bär, Turm und Teich

Schon der Baubeginn des Volkspark Jungfernheide ließ Jahre auf sich warten. Unbeschadet überstanden der Park und seine Baulichkeiten den Zweiten Weltkrieg nicht. Das Wildtiergehege mit Weißhirschen, Rehen und Wildschweinen musste 2013 wegen der hohen Kosten aufgegeben werden. Doch ist der Park nicht kleinzukriegen — beziehungsweise sind es die Menschen nicht, denen er am Herzen liegt. Der Wasserturm wurde restauriert. Ein Garten aus Seilen wurde in die Höhe gezogen. Und im Hasenhof knabbern die Kaninchen an ihren Möhren. Eine Idylle, die viel mehr als der Jungfernheideteich ist.

Der Volkspark Jungfernheide mit seinen endlosen Wegen ist ein Paradies für Jogger*innen.
Der Volkspark Jungfernheide mit seinen endlosen Wegen ist ein Paradies für Jogger*innen. Foto: Flickr/Robert Agthe

Hunde, Grillen, Lage: Was man über den Volkspark Jungfernheide wissen muss

Geschichte:  Nach den „Jungfern“ des Spandauer Nonnenklosters erhielt die Jungfernheide ihre Namen. Bis um 1800 befand sich hier ein kurfürstliches beziehungsweise königliches Jagdrevier. Ab 1824 wiederum nutzte man ein Teil der Jungfernheide als Exerzier- und Schießplatz. Die Stadt Charlottenburg kaufte 80 Jahre später Teile der Heide für die Anlage eines großen städtischen Parks, die Pläne wurden jedoch wegen der hohen Kosten immer weiter hinausgezögert. 1920 begann dann die Gestaltung des Jungfernheideparks auf 112 Hektar unter der Leitung des damaligen Gartendirektors Erwin Barth. Jener errichtete nach der Parkeröffnung in 1923 ebenfalls das Freilufttheater, als Vorbild nahm er sich das antike Theater in Ephesos.

Der Volkspark Jungfernheide selbst sowie einzelne Baulichkeiten wurden im Zweiten Weltkrieg beschädigt, einer der zwei Bären an der Hauptallee unweit des Eingangs am Kurt-Schumacher-Damm war seit dem Kriegsende verschollen. Aus einem elf Tonnen schweren Muschelkalkblock schuf der Bildhauer Vincenz Repnik ein 2011 eingeweihtes Ersatzdenkmal.

Seit Mai 2011 zieren die beiden Bären wieder der Eingang zum Volkspark Jungfernheide.
Seit Mai 2011 zieren die beiden Bären wieder der Eingang zum Volkspark Jungfernheide. Foto: Imago/Schöning

Auf den Wiesen, unter anderem vor dem 1927 errichteten Wasserturm, trifft man nicht nur ausgeruhte Berliner*innen an. Dort tummeln sich auch Sportler, die sich nach einem Lauf auf den schier endlos erscheinenden Wegen in jeden Winkel des Volkspark Jungfernheide erst einmal stretchen müssen.

Besonderheiten: Der 38 Meter hohe Wasserturm wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, doch blieb der expressionistische Klinkerbau von 1927 erhalten. In den 1980er Jahren restauriert, befand sich früher im Sockel eine Gaststätte. 2012 eröffnete ein mit dem Hochseilgarten zusammenhängendes Café darin, das auf Wunsch auch Pizza-Zungen serviert.

Sportangebote:  Im Park kann man nicht nur joggen gehen, auf dem Jungfernheideteich ist auch Stand-up-Paddling möglich. Südöstlich in bis zu 17 Metern Höhe hangeln sich Anfänger*innen und Könner*innen im Waldhochseilgarten von Baum zu Baum.

Nach dem Schwimmen  kann man sich im Strandbad des Volkspark Jungfernheide beim Beachvolleyball so richtig verausgaben.
Nach dem Schwimmen kann man sich im Strandbad des Volkspark Jungfernheide beim Beachvolleyball so richtig verausgaben. Foto: Imago/Shotshop

Fun Fact:  Nördlich des Jungfernheideteichs befindet sich die Baumschule des Gartenamts Charlottenburg-Wilmersdorf. Junge Bäume stehen dort stramm in Reih und Glied. Außer der Reihe tanzen im hohen Gras die viele bunten geschnitzten Holzfiguren: quietschgrüne Krokodile, Märchenfiguren und mannshohe Dinosaurier.

Grillen: Sich und Begleier*innen beispielsweise ein paar Würste zu grillen, ist im Volkspark Jungfernheide verboten.

Öffnungszeiten: Die Idylle in der Nähe des Flughafen Berlin-Tegel ist rund um die Uhr geöffnet.

Barrierefreiheit: Die Wege durch den Park sind zwar schottrig, die Eingänge dank abgesenkter Bürgersteige dafür barrierefrei.

Besuch mit Kind: Versteckt zwischen hohen Bäumen blitzt nur vereinzelt die Sonne auf den Spielplatz mit Waldflair. Der im Südwesten gelegene Ziegen- und Hasenhof bietet darüber hinaus auch Hühner und Meerschweinchen zum Bestaunen an. Im westlichen Ausläufer der Jungfernheide, dem Werner-von-Siemens-Park, bewacht ein großer Holzdrache den Spielplatz für mutige Abenteurer*innen.

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Besuch mit Hund: Im Volkspark Jungfernheide können Hundebesitzer*innen ihr Tiere auf der großen Hundewiese von der Leine lassen und auf den Parkbänken getrost selbst Platz machen. Trinkmöglichkeiten für die Vierbeiner sowie Tüttenspender sind vorhanden.

Wie komme ich zum Park: Eine gute halbe Stunde Fußmarsch braucht es vom S- und U-Bahnhof Jungfernheide bis zum Volkspark.

U-Bahn:

  • U7: Halemweg

Buslinien:
Mit dem 123 könnt ihr eine Rundfahrt um den Volkspark Jungfernheide genießen und aussteigen, in welcher Himmelsrichtung es euch beliebt.

  • 123, N7: Goebelplatz oder Schweigerweg
  • 123, N23: Straße am Schaltwerk oder Mäckeritzbrücke
  • 123: Hofackerzeile oder Gloedenpfad

Adresse:  Jungfernheideweg 60, 13629 Berlin

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