Thriller

„Abgeschnitten“ im Kino

Spannende Hatz: In Helgoland ist man von der Umwelt ­abgeschnitten. Gutes Genrekino aus Deutschland mit Moritz Bleibtreu, Jasna Fritzi Bauer und Lars Eidinger in den Hauptrollen

Warner Bros.

Es gibt im deutschen Kino kaum jemanden, der sich so sehr auf Genrekino versteht wie Christian Alvart. Kein halbes Jahr nach „Steig. Nicht. Aus!“ und nur zwei Monate vor seiner mit Spannung erwarteten Netflix-Serie „Dogs of Berlin“ bringt er nun die Verfilmung des ­Romans „Abgeschnitten“ von Sebastian ­Fitzek und Michael Tsokos ins Kino.

Comiczeichnerin Linda (Jasna Fritzi Bauer) hat sich nach Helgoland zurückgezogen, als ein Sturm aufzieht, der die Insel für Tage von der Außenwelt abschneidet. Gleichzeitig muss in Berlin der BKA-Forensiker Paul Herzfeld (Moritz Bleibtreu) auf makabre Weise feststellen, dass seine jugendliche Tochter von einem Psychopathen entführt wurde. Um sie lebend wiederzusehen, muss er sich auf eine Jagd nach immer neuen Hinweisen machen. Der erste ist eine Handynummer – und als er die wählt, ist es Linda, die den Anruf entgegen nimmt. Gemeinsam und nur übers Telefon verbunden beginnen sie einen Wettlauf gegen die Zeit.
Alvarts Händchen für Nervenkitzel ist das ­große Pfund, mit dem er wuchern kann. Das hochkarätige Ensemble (neben einer vor Energie sprühenden Bauer und dem verlässlich souveränen Bleibtreu auch Lars Eidinger und Fahri Yardim) kann sich ebenfalls sehen lassen. Dadurch macht der rastlose und in jeder Hinsicht düstere Psychothriller so viel Spaß, dass es nicht schwerfällt, darüber hinwegzusehen, wie dick der Plot bisweilen aufgetragen ist – und wie wenig Raum für psychologische Subtilitäten dadurch bleibt.

Abgeschnitten D 2018, 132 Min., R: Christian Alvart, D: Moritz Bleibtreu, Jasna Fritzi Bauer, Fahri Yardim, Lars Eidinger, Enno Hesse, Start: 11.10.

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