1920er erleben

Kultserie „Babylon Berlin“: 12 Drehorte in und um Berlin

Mit einem Budget von knapp 40 Millionen Euro ist „Babylon Berlin“ die bislang teuerste deutsche Fernsehproduktion. Vor allem ist sie aber: ein riesiger Erfolg. Serien-Fans, die noch ein bisschen mehr ins Geschehen eintauchen wollen, können viele Drehorte auf eigene Fast besuchen. Wir haben für euch die 12 bekanntesten Drehorte in und um Berlin herausgesucht, an denen wichtige Szenen von „Babylon Berlin“ gedreht wurden.

Hauptkommissar Gereon Rath (Volker Bruch) und Kommissarsanwärterin Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) im Paternoster. Foto: Frédéric Batier/X Filme Creative Pool/ARD Degeto/WDR/Sky/Beta Film 2019

Die Koproduktion des Bezahlsender Sky und der ARD zeigt die den radikalen Wandel und die politischen Entwicklungen der noch jungen Weimarer Republik und wirft einen Blick hinter die Fassade der Goldenen Zwanziger in der Weltstadt Berlin, wo schon damals Drogen, Sex, Kunst und politischer Extremismus den Ton angaben. Kommt mit auf eine Berlin-Tour ganz im Zeichen der Serie.


Amtsgericht

Für die Dreharbeiten im „Amtsgericht Berlin“ wurde das Rathaus Charlottenburg an der Otto-Suhl-Allee genutzt. Trotz der erheblichen Schäden durch den Zweiten Weltkrieg konnten einige der historischen Sääle und Amtszimmer mit der besonderen Holzvertäfelung erhalten werden.

Greta (Leonie Benesch, Mitte ) erwartet ihr Urteil im Amtsgericht. Foto: Frédéric Batier/X Filme Creative Pool/ARD Degeto/WDR/Sky/Beta Film 2019

Das Charlottenburger Amtsgericht befand sich damals eigentlich an zwei anderen Standorten. Am Amtsgerichtsplatz wurden Zivilverfahren ausgeführt, für Strafprozesse nutzte man das Gebäude an der Kantstraße, in dessen Hinterhof sich auch die Gefängniszellen befinden. Schon zu Zeiten des Nationalsozialismus ging es dort besonders brutal zu, da an dieser Stelle vor allem Regimegegner inhaftiert wurden. Politisch brisant sind auch die Filmszenen, so wird hier beispielsweise Gereon Raths Falschaussage zu den Schießereien am 1. Mai gedreht.

  • Rathaus Charlottenburg Otto-Suhr-Allee 100

Im Aschinger

Das gigantische Gastronomieunternehmen der Brüder Carl und August Aschinger ist keine Erfindung der Serienproduzenten, obwohl der der Siegeszug der Berliner Restaurantkette stark an ein modernes Märchen erinnert. Eine der bekanntesten Aschinger-Filialen befand sich am Alexanderplatz. Urteilt man nach der Romanserie von Volker Kutscher, die der Serie Babylon Berlin zugrunde liegt, ernähren sich die Beschäftigten des Polizeipräsidiums am Alexanderplatz fast ausschließlich von den Produkten der Aschinger-Speisekarte.

Hauptkommissar Gereon Rath (Volker Bruch) und Kommissarsanwärterin Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) im Aschinger. Foto: Frédéric Batier/X Filme Creative Pool/ARD Degeto/WDR/Sky/Beta Film 2019

Drehort für das Restaurant, welches damals vor allem für das schnelle und billige Essen bekannt war, ist der ehemalige Weinkeller des Schöneberger Rathauses. Für die Filmarbeiten musste der große holzgetäfelte Raum lediglich mit passendem Geschirr des Konzerns ausgestattet werden. Charlotte Ritter trifft sich hier mit Greta Overbeck zum Mittagessen. Genutzt wurde auch die Eingangshalle des Schöneberger Rathauses, in der die Szenen im Foyer des Polizeipräsidiums am Alexanderplatz spielen.

Das Rathaus Schoeneberg dient als Kulisse für die Dreharbeiten der Serie Babylon Berlin. Foto: imago images/Joko

Zudem befindet sich im Gebäude auch ein Paternoster, eine Aufzugsanlage zur Personenbeförderung, der bis 2017 öffentlich benutzt werden durfte, nach mehreren Debatten zur Betriebssicherheit aber stillgelegt wurde. In einer Filmszene in Babylon Berlin wird klar warum: Die Benutzung des Fahrstuhls erfordert Aufmerksamkeit. Gereon Rath und Charlotte Ritter rennen beim Aussteigen ineinander. Welche schönen Rathäuser es sonst noch in Berlin gibt, lest ihr hier.

  • Rathaus Schöneberg Am Rathaus 2

Schuss in der „Dreigroschenoper“

Drehort für die Schussszene während der Aufführung der „Dreigroschenoper“ ist das Theater am Schiffbauerdamm. Das Stück, welches hier 1928 uraufgeführt wurde, ist eine Satire über das Leben in der Kapitalistischen Großstadt in der Bettler, Prostituierte und Kriminelle auftreten und brachte dem Theater Weltruhm.

Am 19. November 1892 eroeffnete das Theater am Schiffbauerdamm. Mit dem Stück „Die Dreigroschenoper“ gelange es zu Weltruhm. Foto: imago images/epd-bild/Rolf Zoellner

Die Arbeit im Theater war für das Filmteam allerdings alles andere als einfach. Das originale Bühnenbild darf in der Serie nicht zu sehen sein und der Theaterschuss, der vom Attentat ablenken soll, musste improvisiert werden, da im eigentlichen Bühnenstück gar kein Schuss fällt. Auch die Idee, einen der Attentäter in dem riesigen Kronleuchter über dem Zuschauerraum zu verstecken, wurde zu einer besonderen Herausforderung für Kameramann und Schauspieler.

  • Berliner Ensemble, Theater am Schiffbauerdamm Bertolt-Brecht-Platz 1, Mitte

Das Gefängnis

Auch das Amtsgericht Lichterfelde hatte, wie die meisten Vorortgerichte, eine eigene Haftanstalt. Nach dem Zweiten Weltkrieg sitzen hier bis zu 70 Frauen gleichzeitig ihre Strafen ab, unter anderem für Schwarzfahren, Betrug und Prostitution. Seitdem 2010 die letzten Insassinnen in die Justizvollzugsanstalt nach Düppel verlegt wurden, trifft man in den Gebäuden des ehemaligen Frauengefängnis Lichterfelde nun vor allem Künstler und Filmteams und der Ort wird zur musisch-kreativen Denkfabrik. Anders als noch vor ein paar Jahren Beherbergt die Anstalt heute nur noch freiwillige Übernachtungsgäste, die für ein ultimatives Knasterlebnis anreisen.

Im Aufzug eines „Paters“ betritt Auftragskiller Wilczek betritt das Gefängnis Foto: Frédéric Batier | X Filme | ARD Degeto | sky | Beta

Das Gelände eignet sich bestens für Dreharbeiten, da der Großteil der historischen Bausubstanz aus dem frühen 20. Jahrhundert weitgehend erhalten geblieben ist. Abgesehen von den Außenaufnahmen, die vor dem ehemaligen Zellengefängnis Moabit in der Lehrter Straße entstehen, werden alle Gefängnisszenen der Serie in Lichterfelde gedreht.

  • ehem. Frauengefängnis Lichterfelde, Söhtstraße 7
  • ehem Zellengefängnis Moabit, Lehrter Str. 5B

Das Geyer-Kopierwerk

Die Geyer-Werke AG in Neukölln ist ein Urgestein der Filmgeschichte Berlins und trotzte Wirtschaftskrisen, Weltkrieg und Inflation. Anfang der Zwanzigerjahre ist sie das größte Kopierwerk für Filme in Deutschland. Sie widmet sich vor allem der Vorbereitung unbelichteter Rohfilme, wie dem Stanzen der Perforation, und sorgt nach dem Dreh für die Entwicklung des Filmmaterials, den Schnitt und die Anfertigung der Filmkopien.

Einfahrt zum Gelände der Geyer-Werke AG in Berlin-Neukölln. Foto: Creative Commons/Sven Wolter/CC BY-SA 3.0 DE

In Babylon Berlin sieht man eine Szene beim Pförtner der Geyer-Werke, welche mehr eine Hommage an den Berliner Filmbetrieb darstellt, als dass sie wirklich zur Handlung beiträgt. Zwar ist der Außenbereich des Gebäudes noch gut erhalten, allerdings musste die Pförtnerloge für die Dreharbeiten komplett nachgebaut werden.

  • Geyer Werke GmbH & Co. KG, Harzer Str. 39, Neukölln

Hauptquartier des Filmteams

„Kathedralen des Kapitals“ werden die monumentalen Gebäude genannt, in denen die Deutsche Bank bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges residiert. Der Komplex an der Mauerstraße wird zum Hauptquartier des Filmteams. Bis zum Beginn der Dreharbeiten von Babylon Berlin im Jahr 2016 steht er leer, beste Voraussetzungen also für das Drehen von Innenaufnahmen, für die ein Großteil des Gebäudes genutzt wird. Circa 30 verschiedene Motive liefern die leeren Räume, so werden hier beispielsweise sämtliche Innenszenen der Roten Burg, der Flure des Polizeipräsidiums, der Verhörzimmer und Großraumbüros gedreht. Auch Die Kellerräume des legendären Moka Efti, sowie die Druckerei in Köpenick sind hier platziert.

Ulrich (Luc Feit) und Weishaupt (Thimo Meitner, 2. v. re.) zuständig für kriminalistische Untersuchungen, zeigen Gereon Rath (Volker Bruch, 2. v. li.) und Czerwinski (Rüdiger Klink) die gesicherten Beweise am Tatwerkzeug. Foto: Frédéric Batier/X Filme Creative Pool/ARD Degeto/WDR/Sky/Beta Film 2019

Die übrigen Räume nutzt die Filmproduktion für den gesamten Produktionsstab und den riesigen Kostümfundus. Dieser umfasst etwa 3.000 Kostüme für Männer, Frauen und Kinder, die aus ganz Europa zusammengeliehen werden. Auch die Ausstattung für 400 Haupt- und Nebenrollen und fast 8.000 Komparsenrollen lagern hier.

  • Ehemal. Deutsche Bank Mauerstraße 22, Mitte

Der Holländer

Hinter einer Eisentür am Schiffbauerdamm befindet sich die Bar Tausend, die für die Dreharbeiten von Babylon Berlin kurzerhand zu einem verruchten Nachtclub umfunktioniert wird. Von Türstehern bewacht befindet sich hinter einer unscheinbaren Eisentür eine Nobelbar, deren Decken und Wände mit Spiegeln und Metallplatten bedeckt sind.

Im „Holländer“, wie der Club in der Serie genannt wird, feiern Homosexuelle und Transvestiten fernab von den wachsamen Augen der Polizei. Denn obwohl die Zwanzigerjahre eine Blütezeit des homosexuellen Lebens darstellte, werden sexuelle Handlungen unter Männern und allem voran männliche Prostitution unter dem immer noch bestehenden Schwulenparagraf 175 konsequent verfolgt und bestraft.

Komissar Gereon Rath (Volker Bruch) ermittelt im zwielichtigen Milieu des verruchten Nachtclubs „Der Holländer“. Foto: ARD Degeto/X-Filme/Beta Film/Sky Deutschland/Frédéric Batier

In Episode 5 verabreden sich Gereon Rath und Charlotte Ritter am Bahnhof Friedrichstraße für einen Besuch im „Holländer“. Ohne Charlottes Beisein hätte der Kommissar den Club aber vermutlich nie gefunden, denn der Drehort dieser trendigen Location befindet sich im S-Bahnviadukt. Auf der Glatten Eisentür in der Backsteinwand unter der Bahnbrücke ist kein Hinweis, nicht mal ein kleines Schild, was verrät, was sich dahinter verbirgt.

Auch in den 1920ern gab es schon unzählige Bars, Clubs und Kneipen in Berlin. Die Szenen der Pepita Bar spielen im Chalet, einem Nachtclub auf der Lohmühleninsel in Kreuzberg. Für die Tanzszene, in der der Hauptcharakter Gereon Rath einen waschechten Charleston aufs Parkett legt wurde die Kreuzberger Bellmann Bar ausgewählt.

  • Bar Tausend Schiffbauerdamm 11, Mitte

Kiosk am U-Bahnhof

Der U-Bahnhof Hermannplatz mit seinen grauen und grellgelben Fliesen ist wohl die schönste Haltestelle der heutigen U-Bahnlinie 7. Bereits im April 1926 wurde sie eröffnet und war die erste Haltestelle des Berliner Nahverkehrs die über eine Rolltreppe verfügte.

Die Haltestelle U-Bahnhof Hermannplatz in Berlin Neukölln. Foto: imago images / STPP

In der Serie trifft Kommisar Gereon Rath mehrmals seinen Informanten Krajewski am Kiosk des Bahnsteigs. Gedreht wird nur nachts, wenn der U-Bahnverkehr ruht. Die Zeit dafür ist so knapp, dass die Umbauarbeiten bei laufendem Betrieb stattfinden. Dabei muss der Kiosk umdekoriert und die sichtbaren Schilder verdeckt werden. Der Hermannplatz hatte es sogar vorher schon in unsere Liste besuchenswerter U-Bahnhöfe geschafft.

  • U-Bahnhof Hermannplatz Hermannplatz, Neukölln

Moka Efti

Im Berlin der Zwanzigerjahre gab es wirklich eine Lokalität namens Moka Efti, allerdings war es nicht die in Babylon Berlin gezeigte Großraumdisko, sondern anfangs vor allem ein extravagantes Kaffehaus im orientalischen Stil. In bester Lage an der Ecke Friedrichstraße/Leipziger Straße befand es sich im ersten und zweiten Stock des sogenannten Equitable-Palasts. Außergewöhnlich am Moka Efti sind damals sein Friseursalon und das Postamt. Die Gäste konnten drei Fliegen mit einer Klappe schlagen und sich bei einem Kaffee die Haare frisieren und einen Brief abtippen lassen.

Das Moka Efti im Berlin der Zwanzigerjahre war eigentlich ein extravagantes Kaffeehaus im orientalischen Stil. Foto: imago images/Arkivi

Die Dreharbeiten für den gleichnamigen Club in der Serie finden im Delphi-Kino in Weißensee statt, welches bereits 1929 eröffnet wird. Das Markenzeichen des Delphi sind die drei markanten Stuckbögen, die heute eine Bühne einfassen, wo früher die Leinwand zu sehen war. Den Krieg übersteht es nahezu unbeschadet, wird aber 1959 aufgrund der Baufälligkeit trotzdem stillgelegt. Seit 2013 ist das nun denkmalgeschützte Kino wieder ein Ort für Kunst und Kultur. Der ehemalige Zuschauerraum bildet die Kulisse der Tanzszenen des fiktiven Moka Efti.

  • Theater im Delphi Gustav-Adolf-Straße 2, Weißensee

Neue Berliner Str.

Im Mittelpunkt von Babylon Berlin steht die Hauptstadt selbst, doch die Porträtierung Berlins im Stil der Zwanzigerjahre ist gar nicht so einfach, da viele der alten Gebäude nicht mehr existieren. Zunächst wird in Prag und Budapest nach passenden Motiven gesucht, bis schließlich die Filmstudios in Babelsberg Interesse für den Bau eines neuen Backlots ankündigen und die Regisseure auf einmal vor ungeahnten Möglichkeiten stehen. Für die Anforderungen der Serie wird schließlich die Neue Berliner Straße entwickelt, die es so eigentlich gar nicht gegeben hat.

Auf einer Fläche von 15.000 Quadratmetern entsteht eine Filmkulisse der „Goldenen Zwanziger“ mit 54 Hausfassaden. Es gibt einen Stadtplatz, Warenhäuser und Hinterhöfe, einige der Häuser haben sogar ausgebaute Räume und begehbare Balkons. Die gesamte architektonische Bandbreite wird als Kulisse abgebildet mit einem fließenden Übergang von der modernen Geschäftsstraße über die Wohngegend des wohlhabenden Bürgertums und mittleren Wohnvierteln bis hin zu einem armen Stadtquartier.

Herbst 1929 – Hauptkommissar Gereon Rath (Volker Bruch) erlebt den Börsencrash Foto: Frédéric Batier/X Filme Creative Pool/ARD Degeto/WDR/Sky/Beta Film 2019

In der Friedrichstraße, wie die Geschäftsstraße der Serie heißt, befindet sich auch die eindrucksvolle Fassade des Moka Efti. Fünf Monate dauerten die Bauarbeiten für die Fassadenstadt, die über 40 Motive für Babylon Berlin liefert. Gedreht wurden hier beispielsweise die Szenen zu den blutigen Auseinandersetzungen am 1. Mai gefilmt.

  • Filmpark Babelsberg Großbeerenstraße 200, Potsdam

Sanatorium und Atelier König

Der Peter-Behrens-Bau wird durch seine eindrucksvolle Fassade und den wuchtigen Turm auch als Rathaus von Oberschönweide bezeichnet, ein öffentliches Verwaltungsgebäude ist es aber nicht. Erbaut wurde es bis 1917 an der Ostendstraße 1–4, Ecke Wilhelminenhofstraße als Fabrikgebäude für die NAG, Neue Automobil-Gesellschaft. In Babylon Berlin dient die lichtdurchflutete zweischiffige Montagehalle als Drehort für die Szenen im Fotoatelier König.

Der Peter-Behrens-Bau mit seinem wird aufgrund der eindrucksvollen Fassade auch als Rathaus von Oberschönweide bezeichnet. Foto: imago images/Christian Kielmann

Die rechteckige Eingangshalle ist eine echte architektonische Besonderheit des Baus und hat so gar keine Ähnlichkeit mit einem Fabrikgebäude. Die Halle ist von umlaufenden Galerien und viergeschossigen Arkaden umgeben, die Decke ist aus Glas. In der Serie dient sie als Kulisse für die Szenen im Sanatorium von Dr. Schmidt. Auf dem Dach der Fabrik spielten die Dreharbeiten für eine Szene der ersten Episode, in der Gereon Rath und Bruno Wolter den Ex-Polizisten Krajewski verfolgen.

Die Eingangshalle des Peter-Behrens-Bau in der Ostendstrasse habe keinerlei Ähnlichkeit mit herkömmlichen Fabrikgebäuden. Foto: imago images/Kai Horstmann
  • Behrensbau und Turmcafé Wilhelminenhofstraße, Oberschönweide

Volksbad Wedding

Gar nicht so golden war die hygienische Situation in den Zwanzigerjahren, denn Badezimmer sind in Berliner Wohnungen eher eine Seltenheit. Gewaschen wird sich, wenn überhaupt, in der Küche. In den Sommermonaten badet man vor allem in den städtischen und privat betriebenen Fluss- und Seebadeanstalten. Um in der kalten Jahreszeit nicht vollständig auf Körperhygiene verzichten zu müssen, baut die Stadt Berlin ab den 1890er Jahren Volksbäder.

Ganz nach den Worten des Berliner Arztes Oskar Lassar: „Jedem Deutschen wöchentlich ein Bad“ entstehen Badeanstalten in Moabit, im Stralauer Viertel, in Schöneberg, Kreuzberg, Prenzlauer Berg und 1908 auch im Wedding. Diese sollen vor allem praktisch und preiswert sein.Ein Besuch im Stadtbad Wedding kostet damals zwischen 10 und 30 Pfennige. Hier nehmen in der Serie auch Charlotte Ritter und Greta Overbeck ein Wannenbad. Dass sie dabei von Gereon Rath gestört werden, wäre in Wirklichkeit nie passiert, da die Badezeiten für Männer und Frauen damals streng getrennt waren.

Das Stadtbad Steglitz dient als Kulisse für die Dreharbeiten im Volksbad Wedding, welches im Jahr 2016 abgerissen wurde. Foto: images/impress picture

2016 wird das Weddinger Volksbad nach über 90 Jahren Betrieb und weiteren 15 Jahren als Ort für Kunst und Kultur schließlich abgerissen. Die Badeszene in Babylon Berlin wird darum im Stadtbad Steglitz gefilmt, das im Jahr 2002 seinen Schwimmbetrieb einstellte. Wo ihr in Berlin sonst noch ins Hallenbad könnt.

  • Stadtbad Steglitz, Bergstraße 90

Lust auf noch mehr Serieninfos zu Babylon Berlin?

Hier geht es zum Interview mit den Machern von Babylon Berlin. Eine Stadt am Abgrund – die neue Staffel der Serie erscheint im FreeTV. Genug von den Goldenen Zwanzigern? Hier geht es zu den Drehorten der Netflix-Serie Dark. Von Avengers bis Walküre: Noch mehr Drehorte in Berlin.

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