Berlins Beste

Essen wie in den USA: Amerikanisch in Berlin von BBQ bis Pie

International genießt die amerikanische Küche nicht den allerbesten Ruf: viel BBQ, Burger natürlich, und gerade für Deutsche mit Vorliebe für Schinken auf dem Graubrot auch Bagel mit zu viel Belag. Stimmt vielleicht, aber wie immer gilt: Es geht alles auch in raffiniert und gut. Daher werfen wir hier einen Blick auf die Gastro-Kultur der USA und verraten, wo ihr hervorragend Amerikanisch essen (und auch trinken) könnt. An diesen 12 Orten in Berlin schmeckt es wie in den USA.


Beste Slider: Crackbuns

Klein, aber umso feiner: Crackbuns vereinen japanische und amerikanische Küche – und drumrum gibt es auch einige Food-Highlights. Foto: Crackbuns

Schon zuvor haben wir vom Slider-Lokal Crackbuns in Mitte berichtet. Abgesehen von den ungewöhnlich fluffigen Mochi-Mochi-Fries (und dem fragwürdigen Namen) ist der japanisch-amerikanische Fast-Food-Laden vor allem bekannt für seine charakteristischen Mini-Burger. Würden Harold und Kumar nicht in New Jersey, sondern in Berlin leben, würden sie sich um die luftigen Brötchen reißen, die mit gebratenem Rindfleisch oder Veggie-Patties, gebratenem Hähnchen oder Shrimp-Kroketten gefüllt sind. Neu auf der Karte: Caesar- und Cobb-Salate mit cremigem Dressing, dazu Fusion-Milchshakes mit schwarzem Sesam und Oreo oder Honig und Wasabi.

  • Crackbuns Auguststr. 63, Mitte, täglich 12-22 Uhr, online

Bestes BBQ: Lino’s

Einfach lecker: Lino’s Barbecue ist eine der besten Adressen, wenn man in Berlin Amerikanisch essen will. Foto: Clemens Niedenthal

Nachdem The Pit und Pignut beide von uns gegangen sind, ist der beste Pitmaster in Berlin derzeit unbestritten Lino Brandi. Der in den USA geborene Deutsche hat sein Handwerk in Austin verfeinert, bevor er in den Wedding gezogen ist. Der Stil ist natürlich texanisch, das heißt: Brisket (vom US-Angus-Rind), Spareribs (vom deutschen Schwein) und hausgemachte Jalapeño-Würstchen, die lange über Eichenholzscheiten gegart werden, bis sie köstlich rauchig und zart sind. Idealerweise stapelt ihr auf dem Teller von allem etwas und verzehrt das Ganze in Höhlenmensch-Manier und mit Essiggurken, Zwiebeln und würzig-süßer Soße.

Nicht entgehen lassen sollte man sich außerdem den Pastrami Friday, ein monatlichen (und immer ausverkauftes) Event mit gepfeffertem, gepökeltem und dann geräuchertem Rindfleisch, hausgemachtem Sauerkraut und Dillgurken.

  • Lino’s Malplaquetstr. 43, Wedding, Mi-So ab 17 Uhr, online

Bestes Hot Chicken: Humble Pie

Hier finden alle den passenden Pie – und gern auch mal gut Schärfe im Gericht. Foto: Humble Pie

Knuspriges Brathähnchen (oder Halloumi), umhüllt von einer purpurroten Gewürzmischung und serviert in einem flockigen Biskuit mit Honigbutter und Essiggurken: Das ist Südstaaten-Comfort-Food vom Feinsten, auch wenn der Schärfegrad so hoch ist, dass die Geschmacksknospen um Gnade schreien. Die ursprüngliche Gründerin ist die aus Tennessee stammende, frischgebackene Mutter Sarah Durante. Vor kurzem hat sie die Schlüssel ihres Food Trucks an den in DC geborenen Chefkoch Chris Haskins übergeben – aber ihr könnt darauf wetten, dass die Sandwiches im Nashville-Stil weiterhin auf der Speisekarte stehen werden, ebenso wie die namensgebenden Kuchen, ob Key Lime, Apfel oder Pecan. Haltet den ganzen Sommer über Ausschau nach dem roten Wagen bei Streetfood-Events.

  • Humble Pie auf Instagram sieht man, wo sie gerade zu finden sind.

Beste Weinbar: Konträr

Natürlicher Wein und kleine Teller? Na aber immer gern! Pablo Gomez, Mitbesitzer dieses brandneuen Lokals im Prenzlauer Berg, hat früher im Animal in LA gearbeitet und die besondere Art von Hedonismus und Kunsthandwerk dieses Restaurants muss man erst einmal nachmachen. Wir sind also vorsichtig optimistisch! Er und sein Partner Taran Schiffer starteten im Juni mit kubanischen Roastbeef- und Brokkoli-Focaccia-Sandwiches im New Yorker Stil, gefolgt von einem Wochenende mit Austern Rockefeller. Jetzt richten sie sich langsam auf das Hauptkonzept ein: kleine Gerichte mit großen, kräftigen Aromen und kein Mangel an Innereien. Wenn Sie schon immer mal einen Schluck slowenischen Small-Batch-Rosé mit einem Bissen Schweineohr-Pommes kombinieren wollten, ist dies der richtige Ort dafür.

  • Konträr Winsstr. 53, Prenzlauer Berg, Mo, Mi, Do 17.30–24 Uhr, Fr–So 18–24 Uhr, online

Bester Service und Subs: Hinterland

Madeline McLean und ihr Team im Hinterland: USA treffen auf Brandenburg. Foto: Jaclyn Locke

Apropos natürlicher Wein und kleine Gerichte: Das Abendessen in dieser Kreuzberger Ecke ist nicht gerade amerikanisch (mit seinem Fokus auf kleine Brandenburger Erzeuger könnte man die Speisekarte des Hinterland mit der von Michelberger tauschen, und niemand würde es bemerken), aber die aus Colorado stammende Besitzerin und Gastgeberin Madeline McLean ist mit ihrem überschwänglichen, sprudelnden Service die pure US of A. Komplett mit nachgefülltem Wasser und „How’s everything?“. Und wenn es mittags und zum Brunch weitergeht, warten herzhafte italienische Sandwiches auf weichen weißen Brötchen, Havelland-Pastrami auf Bekarei-Brioche und Bodega-Style-Sandwiches mit Speck, Ei und Käse.

  • Hinterland Gneisenaustr. 67, Kreuzberg, Mi-Sa 18-23.30 Uhr, online

Beste Bar-Häppchen: The Neighborhood

Bar Food wie in den USA gibt es bei The Neighborhood – inklusive Tater Tots! Foto: The Neighborhood

Während die geliebte Bar John Muir in amerikanischem Besitz Corona und gierigen Vermietern zum Opfer fiel, machte ihr Nachfolger auf der anderen Seite von Kreuzberg von sich reden. Das Neighborhood, das von Melissa und Christian Günther (aus New York bzw. Potsdam) eröffnet wurde, bietet eine ähnliche Art von Mixologie im US-Stil. Mezcal, Tequila, Bourbon und mehr werden hier verwendet, mit dem zusätzlichen Vorteil, dass das Essen vom in San Diego geborenen Koch Yair Valderrama stammt. Ein kleiner Hinweis: Es gibt ausgemachte Tater Tots! Dazu Blumenkohl- oder Chicken Buffalo Wings, Frühstücks-Burritos, Mac ’n‘ Cheese und andere Gastropub-Grundnahrungsmittel. Nachgespült wird mit einer gefrorenen Margarita oder einer Mezcal-Hibiskus-Mischung namens El Jefe, während man seine Füße im Bar-eigenen Outdoor-Kinder-Pool entspannt.

  • The Neighborhood Möckernstr. 91, Kreuzberg, Mi–Sa 17–24 Uhr, So 11–22 Uhr, online

Beste NY Slices: Magic John’s

Amerikanisch essen in Berlin: Die hauchdünne Pizza bei Magic John’s bringt uns direkt nach NYC. Foto: Aida Baghernejad
Amerikanisch essen in Berlin: Die hauchdünne Pizza bei Magic John’s bringt uns direkt nach NYC. Foto: Aida Baghernejad

Man muss diese übergroßen Dreiecke mit dünner Kruste nicht unbedingt in der Mitte falten, wie man es klischeemäßig in New York macht, aber auf keinen Fall werden sie mit Messer und Gabel gegessen! Der in New York geborene israelische Koch Jonathan Margulies (der Bruder des Crackbuns-Besitzers Shaul) eröffnete seine Pizzeria in Mitte während des Lockdowns 1.0, und die bequemen Berliner:innen strömten sofort hin, um die kleine, aber feine Auswahl an käsigen, fleischigen und veganen Pizzen zu probieren – darunter eine mit echter Peperoni nach US-Art und eine Ottolenghi-inspirierte fleischlose Variante mit Butternusskürbis, karamellisierten Zwiebeln und Za’atar. Nicht verpassen sollte man außerdem die Detroit-Style Squares, die mit Cheddar-Käse überbacken sind, und die Knoten aus übrig gebliebenem Pizzateig, die mit Miso oder Knoblauchbutter bestrichen werden.

  • Magic John’s Oranienburger Str. 48, Mitte, Di-So 12-23 Uhr, online

Beste Bagels: Fine Bagels

Bücher und Bagels, was braucht es mehr zum Glück? Foto: Fine Bagels

Seit acht Jahren macht die hauseigene Bäckerei und das Café der Buchhandlung Shakespeare & Sons immer noch die besten (und, ehrlich gesagt, die einzigen) Bagels im New Yorker Stil in ganz Berlin. Von Hand gerollt und vor dem Backen gekocht, mit einer glänzenden, bissfesten Haut, die einem zähen, weichen Inneren weicht, werden Laurel Kratochvilas Kreationen am besten frisch gegessen – oder sofort eingefroren und am nächsten Tag im Ofen wieder aufgewärmt. Für Zuhause oder zum Essen vor Ort, belegt mit Avocado, Hummus, Frischkäse oder dem klassischen Lachs mit Aufstrich.

  • Fine Bagels Warschauer Str. 74, Friedrichshain, täglich 8-20 Uhr, online

Beste koreanische Fusion (Food Edition): Fräulein Kimchi

Es lohnt sich, den Food Truck von Fräulein Kimchi zu finden. Foto: Fräulein Kimchi & Humble Pie Home Delivery

Lauren Lee hat die koreanisch-mexikanische Fusion schon vor allen anderen in Berlin gemacht – beim allerersten Street Food Thursday in der Markthalle IX konnte man die in Seoul geborene und in den USA aufgewachsene Opernsängerin in einem Dirndl sehen, wie sie versuchte, gewürzscheue Deutsche davon zu überzeugen, ihre Bulgogi-Tacos und Kimchi-Quesadillas zu probieren. Noch immer ist sie dabei, mit einem Food Truck und einer ständig wechselnden Speisekarte mit feurigem Fast Food – von Bibimbap-Schalen über „Poutine“ mit koreanischem Brathähnchen bis hin zu Kimchi-Burgern mit Ramen-Nudeln als Brötchen.

  • Fräulein Kimchi auf Instagram sieht man, wo sie gerade zu finden sind.

Beste Lebensmittel: AmericanFood4U

„Hau ab mit deinem Naturwein – wo ist die PBR?“ Hier, unter den S-Bahn-Bögen gegenüber dem Alexa, befindet sich die Filiale des Online-Importeurs mit dem unverblümten Namen. Die Regale sind unregelmäßig bestückt, aber mit etwas Glück findet man Lucky Charms, Hidden Valley Ranch Dressing, Old Bay Seasoning und Barq’s Root Beer neben der erwarteten Auswahl an zuckerhaltigen Süßigkeiten und sogar einer Non-Food-Abteilung für diejenigen, die sich nach Bounce-Trockentüchern und Lippenbalsam mit Reese’s-Geschmack sehnen. Eine weitere Filiale, die amerikanische Produkte verkauft, gibt es auch am Kurfürstendamm.

  • AmericanFood4U Dircksenstr. 97, Mitte, Mo-Sa 11-20 Uhr, online
  • AmericanFood4U Kurfürstendamm 224, Charlottenburg, So–Do 11–20 Uhr, Fr+Sa 11–22 Uhr

Beste koreanische Fusion (Cocktail-Edition): Mr. Susan

Die Cocktails bei Mr. Susan gehen einfach immer. Und das Essen auch. Foto: Mr Susan

Als sie 2018 eröffnete, sollte die Eckbar gegenüber dem Monbijoupark eine temporäre Zwischenstation für Susan Choi sein, die ein vollwertiges Restaurant nach dem Vorbild ihrer gut besuchten koreanisch-amerikanischen Fusion-Pop-ups ankündigte. Stattdessen haben sich die Drinks verselbstständigt – wie der kultige Kimchi Michelada, der mit einem Tomaten-Kimchi-Eis serviert wird, oder der Makkeolli Spritz, ein sprudelnder, aprikosenfarbener Drink auf Basis des traditionellen Reisweins. Dabei muss natürlich keiner hungrig bleiben. Normalerweise gibt es immer irgendeine Art von Pop-up-Essen – von Gourmet-Hotdogs bis zum Brunch mit koreanischem Brathähnchen und Waffeln. Und wenn alles andere scheitert, kann man einfach ein Glas von Chois hausgemachtem Kimchi öffnen.

  • Mr. Susan Krausnickstr. 1, Mitte, Do–Sa ab 17 Uhr, online

Beste Nachspeisen: Katie’s Blue Cat

Die Frauen, die hinter dieser Café-Bäckerei stehen, sind Kanadierinnen und Vietnamesinnen – aber für Fudgy Brownies, Chewy Chocolate Chip Cookies und andere süße Leckereien, die ihre Textur der Alchemie von Backpulver verdanken, müsst ihr nicht weiter suchen. Als es der Laden vor zehn Jahren eröffnete, war er eine Besonderheit im Reuterkiez. Heute passt der fröhliche Ort mit den blauen Fenstern genau zwischen die schicken Restaurants und Cafés, die die Friedelstraße säumen (einschließlich des eigenen Schwester-Restaurants, dem Kitten Deli mit nahöstlichem Thema), und ist so beliebt wie eh und je bei Neuköllner:innen und US-Expats, die Lust auf Karottenkuchen, Whoopie Pies, Bagels oder BLTs haben.

  • Katie’s Blue Cat Friedelstr. 31, Neukölln, Mo-Fr 8–18 Uhr, Sa+So 9.30-19 Uhr, online

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