Essen in Berlin

12 Berliner Traditionsrestaurants: Vom Einstein bis zur Weltlaterne

Berliner Traditionsrestaurants prägen das kulinarische Stadtbild. Sie waren schon da, bevor es in Berlin um Produktküche und Veganismus ging. Und sie sind immer noch da – trotz täglich wachsender Konkurrenz. Welches Traditionsrestaurant in Berlin man kennen muss, wenn man gutbürgerliche Küche und Hausmannskost sucht? Wir sagen: Gleich 12!


Leckeres Wiener Schnitzel essen im Café Einstein Stammhaus

Traditionsrestaurant Berlin: Im Café Einstein Stammhaus in Schöneberg gibt es gutes Essen ohne viel Chichi.
Im Café Einstein Stammhaus in Schöneberg gibt es gutes Essen ohne viel Chichi. Foto: imago images/Schöning

Die  Mutter aller Einstein-Cafés ist zugleich das schönste und gepflegteste Wiener Kaffeehaus der Stadt. Das Einstein-Stammhaus bietet alles von der Melange über Vierspänner bis zum Wiener Schnitzel, gute Weißweine, Profi-Service-Personal mit weißen Schürzen, immer mal wieder Prominenz und einen ruhigen, großen Garten hinter der Villa. Abends öffnet die noble Bar Lebensstern im ersten Obergeschoss.


Im Borchardt in Mitte kommen Tradition und Moderne zusammen

Traditionsrestaurant Berlin: Das Borchardt ist seit 1992 eine Berliner Institution.
Das Borchardt ist seit 1992 eine Berliner Institution. Foto: imago images/Kremming

Traditioneller Lieblingstreffpunkt der Schönen und Reichen sowie der Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur. Eine Institution mit seinem legendären Wiener Schnitzel. Mittags gibt es das erschwinglichere Tagesmenü mit einem Hauptgang mit Fleisch oder Fisch und einem Dessert. Abends, beim großen „Sehen und Gesehenwerden“, geraten Essen und Trinken zu einer willkommenen Nebensache.

Früh morgens um 3 bei Imren in Neukölln vorbeischauen

View this post on Instagram

A must #döner #imrengrill #berlin

A post shared by Lars Håkansson (@hakanssonlars) on

Welches Traditionsrestaurant in Berlin ist bis in die frühen Morgenstunden geöffnet? Imren Döner gibt es gleich mehrere in der Stadt, doch einen der besten Döner Berlins gibt es nur in der Filiale am Rathaus Neukölln. Das Fleisch ist saftig und zart gewürzt, der Salat frisch und die Saucen hausgemacht und nicht aus der Mayo-Tube. Unbedingt auch die frisch gebackenen Teigspezialitäten wie Pide, Gözleme und Lahmacun probieren.

  • Imren Karl-Marx-Straße 75, Neukölln, tgl. 9-5 Uhr

Fischfilet mit Kartoffelsalat von Rogacki – ein Berliner Klassiker

Traditionsrestaurant Berlin: Fischfilet mit Kartoffelsalat von Rogacki – ein Berliner Klassiker.
Fischfilet mit Kartoffelsalat von Rogacki – ein Berliner Klassiker. Foto: David von Becker

1928 eröffneten Paul und Lucia Rogacki ihren „Rächerwarenhandel“ im Wedding. Seit 1932 bereits ist Rogacki nun in Charlottenburg zu Hause, längst genauso als Tagesrestaurant wie als Delikatessenhandlung. Aus dem Feinkost­angebot werden delikate Gerichte gezaubert, Filetspitzen mit Pfifferlingen zum Beispiel oder Gemüsepfanne mit Wildreis. Vor allem aber geht es bei Rogacki um gebratenen, gedünsteten oder geräucherten Fisch. Das Fischfilet mit Kartoffelsalat ist der Klassiker einer West-Berliner Institution, die mindestens so viel über Berlin zu erzählen weiß wie das Borchardt oder der Grill Royal.

  • Rogacki Wilmersdorfer Straße 145/46, Charlottenburg, Di-Do 10-18 Uhr, Fr 9-18 Uhr, Sa 8-14 Uhr, www.rogacki.de

Für Schmalzstulle und deftigen Eintopf zur Dicken Wirtin

Traditionsrestaurant Berlin: Bei der Dicken Wirtin in Charlottenburg wird deftig aufgetischt.
Bei der Dicken Wirtin in Charlottenburg wird deftig aufgetischt. Foto: Dicke Wirtin

Die Dicke Wirtin am Savignyplatz ist einer der letzten Leuchttürme der Berliner Kneipenkultur mit guter Bierauswahl und klassischer Kneipen­küche zu günstigen Preisen: Schmalzstullen zum Selberschmieren, Buletten, Eintöpfe. Kiezpflanzen sitzen hier ebenso wie sangesfreudige Touristen oder Geschäftsleute, die im Schlips reinrauschen, um die Fußballübertragung nicht zu verpassen.


In der Paris Bar trifft sich noch immer die Berliner Bohème

Traditionsrestaurant Berlin: Passables Essen und kreativer Treffpunkt: Die Paris Bar hat in Berlin Rang und Namen.
Passables Essen und kreativer Treffpunkt: Die Paris Bar hat in Berlin Rang und Namen. Foto: imago images/Zeitz

Ein Traditionsrestaurant in Berlin, an dessen legendärem Ruf die Qualität der Speisen so gut wie gar keinen Anteil hat: Michael Würthles Paris Bar, die Mutter aller modernen Berliner Künstlerlokalitäten. Dass man unter der ikonografischen Leuchtfassade dennoch mehr als passabel essen kann, und zwar süddeutsch und vor allem französisch, sei dennoch unbedingt erwähnt. Die Künstler*innen im Publikum sind mit den Jahren weniger geworden, die Prominenten nicht. Ein wichtiger Laden für diese Stadt und ihre Erzählungen.


Wirtshausatmosphäre schnuppern bei Max und Moritz

Eine Adresse für die Freunde und Freundinnen von Alt-Berliner Spezialitäten in Alt-Berliner Wirtshausatmosphäre. Probiertipp: Bollenfleisch, ein Eintopfgericht mit grünen Bohnen und Lammfleisch. Auch Eisbein und Haxe sind in dieser zweigeschossigen Institution eine, nun ja, Wucht.


Auf ein paar originale Berliner Bouletten zu Wilhelm Hoeck

Traditionsrestaurant Berlin: Bei Wilhelm Hoeck gibt es Klopse, ganz wie Berliner*innen sie lieben.
Bei Wilhelm Hoeck gibt es Klopse, ganz wie Berliner*innen sie lieben. Foto: Johanna Wittig

Eine ehrwürdige Kneipe, in der man auch speisen kann. Etwa die wirklich tadellose Hoeck‘sche Bratwurst, die das Traditionslokal nach eigener Rezeptur produzieren lässt. Für die einfache, ehrliche Küche wie Klopse, Kohlroulade und Boulette werden tatsächlich regionale und saisonale Produkte verwendet. Eine ehrliche Haut.


Gutbürgerlich essen in der Tiergartenquelle

View this post on Instagram

Danke für den heutigen Besuch! Wir sind morgen wieder für Euch da. #restart

A post shared by Tiergartenquelle (@tiergartenquelle) on

Die urige, typische Berliner Kneipe kann auf eine mehr als 70-jährige Tradition zurückblicken. Im Biergarten kann hausgebrautes Bier genossen werden, dazu gibt es Gerichte wie eine große gutbürgerliche Portion Bandnudeln mit Schweine­geschnetzeltem, Champignonrahm und Tomatenwürfeln. An langen Tischen finden Studierende, Anwohner und Touristen aufs Harmonischste zusammen.


Bier und Leberkäse schmecken am besten im Café am Neuen See

Traditionsrestaurant Berlin: Gut essen und danach mit dem Boot über den See schippern: Das Café am neuen See ist vor allem im Sommer eine beliebte Adresse.
Gut essen und danach mit dem Boot über den See schippern: Das Café am neuen See ist vor allem im Sommer eine beliebte Adresse. Foto: imago images/BRIGANI-ART

Ein Traditionsrestaurant in Berlin, das vor allem im Sommer die Massen anzieht: Sobald die Sonne scheint, strömen Zwei- und Vierbeiner in das Biergarten-Café im Tiergarten am Neuen See. Der SB-Bereich ist längst zu einem eigenen Pavillon mit mehreren Kassen, Kochstationen und Getränkeausgabe­stellen ausgebaut worden, an denen man sich wie in einer Kantine Brezeln, Pizza, Weiß- und Bratwürste, Pastagerichte, Leberkäse, Radler und Weizenbier holen kann. Bis zum Seeufer reihen sich die langen Biergartentische mit Hunderten von Plätzen.


Echte Berliner Hausmannskost probieren bei Diener Tattersall

Seit 100 Jahren versorgt das Diener Tattersall seine Gäste mit deftiger Hausmannskost. Foto: Kai von Kotze
Seit 100 Jahren versorgt das Diener Tattersall seine Gäste mit deftiger Hausmannskost. Foto: Kai von Kotze

Benannt wurde das mehr als 100 Jahre alte, bodenständige Lokal nach dem Boxer Franz Diener, ein Konkurrent Max Schmelings, der den Ort zum Nachkriegstreffpunkt für Künstler, Sportler und Journalisten machte. Davon zeugen unzählige signierte Fotos an den Wänden. Mit etwas Glück trifft man immer noch Prominenz, die sich an deutscher, pfälzischer und österreichischer Hausmannskost erfreut.


In der Schöneberger Weltlaterne wird ehrliche Altberliner Küche serviert

View this post on Instagram

Königsberger Klopse…

A post shared by René Fetting (@joeyffm) on

Urige Kneipe und Traditionsrestaurant in Berlin-Schöneberg: In der Weltlaterne wird eine bodenständige, deftige Altberliner Küche serviert, wie man sie nicht mehr so häufig findet. So gibt es etwa jeden Mittwoch Hausmannskost wie die Riesenkohl­roulade mit Specksoße, und jeden Donnerstag ist Hackfleischtag mit Berliner Bouletten und Hackbraten mit Pilzrahmsauce, Apfel-Rotkohl und Salzkartoffeln, dazu frisch gezapftes Pils.


Mehr Gastro-Kultur in Berlin:

In diesen urigen Kneipen gibt es Molle, Korn und Schnauze für alle. Keinen Garten, aber Lust auf einen Grillabend? An diesen schönen Plätzen könnt ihr in Berlin legal grillen. Und für ein leichtes Mittagessen bei sommerlichen Temperaturen: 12 Restaurants, in denen ihr leckere Salate bekommt. Danach ein kleiner Verdauungsspaziergang: 12 Orte in Berlin, an denen ihr Sterne gucken könnt.

Mehr über Cookies erfahren