Gastrotipp

Zenkichi: Fine Dining auf Japanisch im Pop-up-Restaurant

Kann man einen der spektakulärsten Restauranträume der Stadt einfach so verlegen? Dem Zenkichi blieb nichts anders übrig, aber die Operation ist geglückt. Vorübergehend ist es also im ehemaligen Secret-Dining-Room des Pauly Saals zu finden – wie gewohnt mit exzellentem Essen und wunderbarer Sake-Auswahl.

Ein Pop-up, aber mit offenem Ende: Im ehemaligen Pauly Saal ist nun das Zenkichi zu Gast. Foto: Boaz Arad

Zenkichi: Kyoto in der Augustraße

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne – und manchem Ende eine Entzauberung. Weshalb man der Johannisstraße 20 schon mal kurz hinterhertrauern darf. Passierte dort doch kulinarisch und mehr noch atmosphärisch, was in Berlin so zuvor unbekannt war. Das so intime wie exzellente Zenkichi, Fine Dining auf Japanisch, und der Zimmerpflanzendschungel des House of Small Wonder, zwei traumschöne, weltläufige Lokalitäten, denen der Vermieter nun den Garaus gemacht hat. Gastronom Shaul Margulies, gerade hatte er noch den Pauly Saal gekauft, muss sich auf die Suche machen nach neuen Orten. Und so zieht das Zenkichi fürs erste in den Pauly Saal. Nein, nicht ganz: Im ehemaligen Secret-Dining-Room des Pauly Saals ist die Sushi- und Sake-Instanz übergangsweise untergekommen.

War das alte Zenkichi ein mystischer Raum mit kleinen Separées, vielen Flaschen Sake und rein japanisch sprechendem Personal, so hat sich, zum Glück, nur wenig verändert. Bezaubernd bemüht um Intimität wird gesessen, an kleinen Tischen mit tannengrünen Samtsofas, voneinander abgetrennt durch geflochtene Weide-Trennwände. Es gibt fantastische Ikebana-Gestecke und japanisches Personal, welches sich weiterhin mit herausragender Höflichkeit und Hingabe kümmert.

Zenkichi: Menü oder à la carte?

Bezüglich des Essens bleiben genau zwei Möglichkeiten: das Epicurian Menü (149 Euro) oder Bestellungen à la carte. Wir entscheiden uns für letzteres: Eine Chirashi Don (eine Reisschüssel mit verschiedenen Sashimi-Stücken) mit einem Gläschen Sake zur späten Stunde ist schon einmal eine hervorragende Idee. Dennoch sei gerade Zenkichi-Novizen unbedingt zum Menü geraten: Die Fischqualität ist und bleibt herausragend und so nah am japanischen Original, dass bei zartschmelzendem Wagyu-Rinderstreifen und einer exquisitesten Auswahl an Nigiri Sushi schnell vergessen ist, wo man eigentlich gerade diniert. Und wenn auch in Berlin die Kirschbäume blühen, fühlt es sich ziemlich nach Kyoto an.

Das Zenkitchi serviert Fine Dining auf Japanisch und einen Hauch von Kyoto in Berlin. Foto: Nils Hasenau

Das eigentliche Herzstück des Zenkichi aber ist die Sake-Auswahl. Sake, hierzulande oft verkannt als schnöder Reiswein, ist ein unglaublich vielfältiges und bekömmliches Getränk, das sich zu Fisch geradezu aufdrängt. Lieblich-fruchtig oder herb-erdig, milchig oder glasklar, warm oder kalt serviert, am besten in kleinen Schlucken getrunken und in Gedanken an die Ergebenheit, mit der in Japan jahrhundertealte Betriebe pro Jahr nur wenige hundert Flaschen Sake brauen (von der Arbeit, eine dieser Flaschen nach Deutschland zu kriegen, fangen wir gar nicht erst an).

Mitinhaberin Motoko Watanabe selbst ist Sake-Sommelière und hat immer die passende Flasche zur Hand. Also zum Abschluss der klare Appell: Vertraut dem Sake zu Fisch!

  • Zenkichi Pop-up, Auguststraße 11-13, Mitte, Mi–Sa 18–22 Uhr, online

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