Ausstellungen

Computerspielemuseum in der Karl-Marx-Allee

daddelnEiner der ersten Daddler auf deutschem Boden war hauptberuflich bei Konrad Adenauer im Dienst. Im Oktober jähren sich zum 60. Mal die drei Niederlagen in drei „Nim“-Spielen, die Wirtschaftsminister Ludwig Erhard auf dem Messegelände in Charlottenburg gegen den britischen Computer Nimrod der Firma Ferranti kassierte. Drei Wochen lang war damals der erste weltweit kommerzielle Rechner heiß begehrtes Spielobjekt der Besucher der Berliner Industriemesse.

Nun ist der Nimrod auch im Computerspielemuseum zu sehen, das am 21. Januar seine weltweit einzigartige Dauerausstellung eröffnet. Zehn Jahre nach dem Ende der ersten ständigen, damals dreijährigen Schau zur digitalen interaktiven Unterhaltungskultur und einer in der Folge von 470.000 Besuchern besuchten Wanderausstellung hat der 43-jährige Museumsleiter Andreas Lange nun im ehemaligen Cafй Moskau auf 520 Quadratmetern Ausstellungsfläche 300 Exponate zusammengestellt. Dabei sind unter anderem zu sehen: das erste in Serie produzierte Computerspiel „Computer Space“ von 1971, ein fast mannshoher Riesen-Joystick des Amerikaners Jason Torchinsky oder auch „RaveSnake“, ein nach dem 80er-Jahre-Klassiker „Snake“ von der Berliner Firma Extrajetzt Interactive entwickeltes „Partyspiel für den Bürgersteig“, das man per Bluetoothhandy im Vorbeigehen spielen kann. Daddeln to go, sozusagen.

Text: rik

Computerspielemuseum im FJS Karl-Marx-Allee 93 A, Mitte Neue Dauerausstellung „Computerspiele. Evolution eines Mediums“ ab Fr 21.1., Mi–Mo 10–20 Uhr, www.computerspielemuseum.de

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