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Museen und Galerien in Berlin sind offen – die aktuelle Übersicht

Museums- und Galeriebesuche sind nach wie vor möglich in Berlin, auch wenn nicht alle Häuser offen haben. Besucher:innen müssen meistens ein Zeitticket buchen sowie immer einen tagesaktuellen negativen Corona-Test vorlegen, auch das Tragen einer FFP2-Maske ist Pflicht.Wir haben für euch zusammengefasst, was gerade in Berlin so geht und was noch so kommt.

Der Hamburger Bahnhof ist wieder für Besucher:innen geöffnet. Foto: Imago/Joko
Der Hamburger Bahnhof ist wieder für Besucher:innen geöffnet. Foto: Imago/Joko

Museen in Berlin

Der Hamburger Bahnhof, das Museum für zeitgenössische Kunst in Berlin, öffnet am 13. April wieder seine Türen. Damit ist auch erstmals die Ausstellung „Fat to Ashes“ von Pauline Curnier Jardin zu sehen, Trägerin des Preises der Nationalgalerie 2019. Sie hat in die große Halle des Museums ein Mischung aus dem römischen Collosseum und Zirkuszelt installiert, in dessen Inneren sie eine Videoarbeit zeigt. In der Alten Nationalgalerie ist bis zum 3. Oktober der sogenannte Birkenau-Zyklus von Gerhard Richter zu sehen. Der international bedeutende Gegenwartskünstler hat sich auf vier monumentalen Gemälden mit dem Holocaust auseinandergesetzt. Das Museum Europäischer Kulturen zeigt neben der Dauerausstellung „Kulturkontakte. Leben in Europa“ noch bis zum 30. Mai die Sonderschau „independent comic“ zu bieten. Hier wird die Comicszene aus verschiedenen Ländern wie zum Beispiel Serbien oder Slowenien vorgestellt. Auch die Ausstellungen im Pergamonmuseum sollte man sich nicht entgehen lassen. Die James-Simon-Galerie und das Pergamon-Panorama haben auch wieder ihre Türen für Besucher geöffnet. Natürlich alles mit Online-Terminvergabe.

Das Georg Kolbe Museum hat für Besucher geöffnet. Hier kann man telefonisch unter 030 / 304 21 44 oder per [email protected] Termine reservieren.

Das Deutsche Historische Museum zeigt mit „Report from Exile – Fotografien von Fred Stein“ die Porträts und Stadtansichten aus den 1930er bis 1960er Jahren in New York des jüdischen Porträt- und Pressefotografen Stein. Dazu ist in einer Virtual-Reality-Installation „Der Sprung -1961“ von Peter Leibing und die Schau „Von Luther zu Twitter – Medien und politische Öffentlichkeit“ hier ausgestellt. Bis 20. Juni.


Fotografie, Video, Malerei und andere Ausstellungen

Installationsansicht von Anne Imhof "Untitled (Wave)", 2021. Foto: Foto: Alwin Lay
Installationsansicht von Anne Imhof „Untitled (Wave)“, 2021. Foto: Foto: Alwin Lay

Wut, Verzweiflung und Trauer – um intensive Gefühle geht es in der Julia Stoschek Collection. „Fire in my Belly“ heißt die aktuelle Jahresausstellung der bekannten Videokunst-Sammlerin. Film- und Videoarbeiten seit den 1960er Jahre werden ergänzt durch Malerei, Skulptur und Performance. Zudem bietet der Online-Bestandskatalog Einblick in Stoscheks Sammlung mit über 870 Werke von mehr als 290 Künstler*innen.

Die beeindruckende Gruppenausstellung „Sun Rise I Sun Set“ im Schinkel-Pavillon versammelt zahlreiche künstlerische Positionen, die das Wechselspiel zwischen Leben, Technik und Ökonomie beleuchten. Künstler:innen der Gegenwart wie Monira Al Qadir, Torbjørn Rødland und Precious Okoyomon treffen auf Größen der Moderne wie Henri Rousseau oder Max Ernst.

Wer wissen möchte, was junge Berliner Künstler:innen beschäftig, sollte der Ausstellung „Step Out of the Strange Light“ im Neuen Berliner Kunstverein einen Besuch abstatten. Die Gruppenausstellung präsentiert Arbeiten von Künstler:innen, die vom begehrten Arbeitsstipendium Bildende Kunst des Berliner Senats ausgezeichnet wurden. Außerdem präsentiert Loretta Fahrenholz in ihrer ersten institutionellen Einselausstellung eine intime Videoarbeit, die Im Wesentlichen auf Handyaufnahmen ihrer drei Protagonist:innen Harry, Sally und Mimi in New York in den Jahren 2012 und 2020 basiert.

Ab ins All – diese Idee mag so manchem Menschen während der Pandemie durch den Kopf schießen. Für die Nicht-Kosmonaut:innen und Nicht-Multimilliardär:innen unter bleibt das wohl für immer ein Traum. Immerhin künstlerische können wir uns „Into Space“ begeben und zwar in der gleichnamigen Ausstellung im Haus am Waldsee. Drei künstlerische Positionen vereint die Schau – den russischen Konstruktivisten Naum Gabo (1890–1977) und seine heutigen Bildhauerkolleg*innen Berta Fischer und Björn Dahlem.

Für Fans von Videos und Installationen biete das Kindl-Zentrum in Neukölln drei Ausstellungen. „Demokratie heute“ ist eine Gruppenausstellung, die politische Krisen thematisiert. Darunter sind ein Videoessay der in Berlin lebenden Künstlerin Eli Corintats und Werke des renommierten Autodidakten Georges Adegabo zu finden.

„WIR. Nähe und Distanz“ ist die Ausstellung im Kunstforum der Berliner Volksbank anschauen kann. Diese besteht aus Sammlungsarbeiter aus acht Jahrzehnten und wurde von den Mitarbeitern der Volksbank zusammengestellt. Das Kunstforum feiert damit sein 35-jähriges Bestehen.

Das Gutshaus Steglitz zeigt zurzeit die Ausstellung „Der Beifang“ von Neo Rauch. Eine Schau aus Papierarbeiten von dem Leipziger Maler. Anmelden kann man sich telefonisch unter 030/902 9939 24 und im Internet – allerdings ist vorerst alles weg, offenbar gibt es ab 1. April neue Kontingente.

Der „Atlas“ ist eine Ausstellung von Gerhard Richter und ist noch bis August im Max-Liebermann-Haus für Besucher zugänglich. Sie lädt den Besucher ein, durch den Bildkosmos Richters zu wandeln.

Bereits seit dem 9. März kann man sich die Ausstellung „SEESTÜCKE – Fakten und Fiktion“ in der Alfred-Ehrhardt-Stiftung anschauen. Eine Gruppenausstellung von 23 internationalen Künstler*innen. Sie befasst sich unter anderem mit den Gefahren und Realitäten der heutigen Zeit. Eine Voranmeldung ist per Mail [email protected] oder telefonisch 030/200 953 33 möglich.

Im Palais Populaire dreht sich alles um Abstrakte Kunst. Die Schau „Ways of Seeing Abstraction“ zeigt um die 168 Werke aus der Sammlung der Deutschen Bank aus den Jahren 1959 bis 2021. Dabei sind 47 Künstler:innen aus vierzehn Ländern vertreten. Die Buchung eines Zeitfensters ist kostenfrei.

Ab dem 27.03 gibt es auch neue Ausstellungen im Fotohaus C/O Berlin. Hier thematisiert die Ausstellung „Send me an Image“ den „digitalen Bilderberg“, den wir anhäufen – in Arbeiten etwa von Broomberg & Chanarin, Gilbert & George, On Kawara und Corinne Vionnet.

Noch mehr Fotografie gibt es in der Ausstellung „Hidden – Tiere im Anthropozän“, in der sich 40 Fotograf*innen mit dem Umgang von Tieren beschäftigen. Dabei spielt zum Beispiel das Konsumverhalten in der heutigen Zeit eine Rolle. Die Ausstellung ist im Fotoraum fhochdrei an der Waldemarstraße zu finden.


Weitere neue und verlängerte Ausstellungen in Galerien

Die nächste Ausstellung ist zwar in Potsdam zu finden, aber trotzdem erwähnenswert. Sie ist ein Wegweiser für die öffentliche Wahrnehmung von Rembrandt: die Ausstellung über das Orientbild des Malers und seiner Zeitgenossen, die das Museum Barberini mit dem Kunstmuseum Basel erarbeitet hat. Als Rembrandt malte, handelten und kämpften sich die Niederlande zur Weltmacht empor, – was Amsterdam Reichtum, Rembrandt Kunden und den Kunden Exotika bescherte. Mit 110 Exponaten in sieben Teilen thematisiert die neue Potsdamer Sonderschau, wie sich dieses Kapitel der Weltgeschichte in damaligen Porträts, Stillleben und biblischen Szenen spiegelt.

Gruppenbild der Familie Sam in der Ausstellung „Rembrandts Orient“ Foto: Imago/Eberhard Thonfeld

Das Museum ist pandemiebedigt geschlossen. Dank dem großartigen Online-Angebot lässt sich die Ausstellung dennoch erleben. Neben buchbaren Online-Führungen über Zoom, kann man sich die Bilder in einem 360-Grad-Rundgang anschauen und findet in der Mediathek zahlreiches zusätzliches Material.

Der Hamburger Galerist Mathias Güntner hat 2020 eine Zweigstelle in Charlottenburg eröffnet. Jetzt zeigt er Arbeiten in sechs Medien von Zeichnung bis Video zu Krisen der Gegenwart: von Ewa Partum, Thorsten Brinkmann, Joachim Grommek, Inge Krause, Axel Loytved und Bernhard Frue, Termine können telefonisch unter 030/41 91 95 90 gemacht werden.

Sarah Lucas ist eine britische Künstlerin. Sie zeigt ihre aggressiv absurd koketten oversexed Stofffiguren auf Designerstühlen des 20. Jahrhunderts bei CFA Berlin. Radikal komischer Feminismus. Auch hier können Termine telefonisch unter 030/88 77 71 67 gemacht werden.

Fast eine ganze Werkschau: Der vor allem für seine temporären Großmahnmale gegen den Krieg in Syrien (wie 2017 vor dem Brandenburger Tor) bekannte Künstler aus Dresden Manaf Halbouni, zeigt bei Zilberman, dass er auch die kleine Form beherrscht  – auf Landkarten und Fotos, in einer Miniaturskulptur, in Neonschrift und mit Nationalhymnen. Termine können telefonisch unter 030/31 80 99 00 gemacht werden.

Sieben farbige Wandtexte und ein Wandbild des britischen Künstlers Hamish Fulton, der seine langen Wanderungen durch die Natur (etwa von Tibet und Alaska) in Worten und Zeichnungen kondensiert, zeigt die Galerie Thomas Schulte. Und nein: Fulton besteht darauf, dass er keine Land Art macht. Termine telefonisch unter 030/20 60 89 90.


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