Geschichte

Internationale Grüne Woche Berlin: Die Geschichte der Messe in Bildern

Die Internationale Grüne Woche Berlin ist die Leitmesse für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Tausende Aussteller:innen zeigen Produkte, Ideen und Dienstleistungen – und das seit fast 100 Jahren. Wir blicken zurück auf die Geschichte der Grünen Woche, präsentieren historische Bilder und erzählen, wie die erstmals 1926 veranstaltete Messe sich über die Jahre gewandelt hat.


1920er-Jahre: Die Grüne Woche Berlin öffnet erstmals ihre Türen

1926: Thema Jagd in der 1925 fertiggestellten Funkhalle. Foto: Messe Berlin GmbH

Die erste Grüne Woche fand vom 20. bis 28. Februar 1926 statt. Ein Mitarbeiter des Berliner Fremdenverkehrsamt hatte die Idee, die traditionelle Wintertagung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft in Berlin mit einer landwirtschaftlichen Ausstellung zu verbinden und damit den Straßenverkauf landwirtschaftlicher Artikel an die Teilnehmer der Tagung in eine geordnete Form zu bringen.

1926: Blick in die Hundeschau auf der Grünen Woche. Foto: Messe Berlin GmbH

Das Thema der ersten Grüne Woche: die Jagd. Im ersten Jahr wurden bereits 50.000 Besucher gezählt, 7000 Quadratmeter umfasste die Ausstellungsfläche. Ihren Namen verdankt die Messe den damals häufig in grüne Lodenmäntel gekleidete Forst- und Landwirtschaftsbesuchern.

1927: Die neusten technischen Erfindungen werden in der Landwirtschaftshalle vorgestellt. Foto: Messe Berlin GmbH

1930er-Jahre: Die Grüne Woche und der Nationalsozialismus

1930: Reichspräsident Hindenburg besucht die 5. Grüne Woche Berlin. Foto: Messe Berlin GmbH

Ab 1933 war die Grüne Woche in die nationalsozialistische Ideologie eingebunden. Eine umfassende Aufarbeitung der Geschichte der Grünen Woche in dieser Zeit steht bis heute noch aus.

1934: Die Besucher der Grünen Woche bestaunen die neusten Errungenschaften in der Milchviehhaltung. Foto: Messe Berlin GmbH

Bis 1939 fand die Grüne Woche jedes Jahr statt. Einzige Ausnahme: 1938. Damals ging die Maul- und Klauenseuche in Deutschland um: eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem bei Rindern und Schweinen vorkommt.

1935: Der Weinbau war von Beginn an ein Schwerpunkt und zugleich geselliger Höhepunkt der Grünen Woche, wie der Blick in das aufwendig gestaltete Weindorf zeigt. Foto: Messe Berlin GmbH

1940er-Jahre: Die Grüne Woche zur Nachkriegszeit

1949: Prominente Gäste zur Eröffnung der Grünen Woche: Der Hausherr Gerhard Wiemer, Direktor der Berliner Ausstellungen (m.) betritt mit der Oberbürgermeisterin von West-Berlin, Louise Schroeder (r.) und ihrem Stellvertreter, Bürgermeister Ferdinand Friedensburg (l.) die Hallen unter dem Funkturm. Foto: Messe Berlin GmbH

Im Zweiten Weltkrieg fand die Grüne Woche nicht statt, 1948 wagte man den Neustart. Aus dieser Zeit gibt es kaum Bilder.


1950er Jahre: Die Grüne Woche ist wieder voll dabei

1954: Vor grossem Publikum geht es mit eindrucksvollen Sprüngen durch den anspruchsvollen Parcours. Auch in diesem Jahr erweist sich das „Internationale Reit- und Springturnier“ als Besuchermagnet der Grünen Woche Berlin. Foto: Messe Berlin BmbH

Nachdem die Grüne Woche 1950 wegen größerer Bauarbeiten ausfiel, fand sie ab 1951 wieder jährlich statt. Die Beteiligung ausländischer Ausstellern stieg ab diesen Zeitpunkt kontinuierlich an.

1951: Ein Meilenstein: Bundeskanzler Konrad Adenauer (v.r.) besucht den aufwendig gestalteten Stand des ersten ausländischen Ausstellers aus den Niederlanden. Foto: Messe Berlin GmbH

1960er-Jahre: Die Grüne Woche wird international

1967: Leuchtend thront der Funkturm, das Wahrzeichen des Berliner Messegeländes, über der Internationalen Grünen Woche. In diesem Jahr beteiligen sich erstmals mehr als 1000 kommerzielle Aussteller an der international bedeutendsten Messe der Ernährungswirtschaft, der Landwirtschaft und des Gartenbaus. Foto: Messe Berlin GmbH

1962 wurde die Grüne Woche zur Internationalen Grüne Woche umbenannt. Die Themen Ernährungswirtschaft, Landwirtschaft und Gartenbau bilden seither die Säulen der Messe, die durch die internationale Ausrichtung auch immer interessanter für die Fachwelt wurde. 1963 waren bereits zei Drittel aller Teilnehmenden aus dem Ausland.

1964: Besonders handlich sind diese auf der Internationalen Grünen Woche Berlin vorgestellten mobilen „Portophone“. Die sensationelle Weltneuheit ermöglicht es den Bauern und ihren Arbeitern, drahtlos Kontakt auf den immer weitläufigeren Höfen und den dazugehörigen Feldern zu halten. Foto: Messe Berlin GmbH

1990er-Jahre: Die Internationale Grüne Woche nach der Wiedervereinigung

1991:Zum ersten Mal dabei waren die fünf neuen Bundesländer Brandenburg, Mecklemburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Foto: Messe Berlin GmbH

Durch die deutsche Wiedervereinigung und die Öffnung des Ostblocks erlebte die Internationale Grüne Woche seit den 1990er-Jahren einen besonderen Aufschwung.

1999: Brandenburg präsentiert sich in der Messehalle. Foto: Messe Berlin GmbH

2000 bis 2010: Partnerländer gehören zum Konzept der Messe

2000: Blick in die gut besuchte Tierhalle. Foto: Messe Berlin GmbH

Die Europäische Union wurde mit der Osterweiterung im Jahr 2004 zum größten Binnenmarkt der Welt. Dies wirkt sich auch positiv auf die Messe aus: Rund ein Drittel der ausstellenden Staaten sind mittel- und osteuropäisch. Immer häufiger kommt es auch zu Sonderschauen wie beispielsweise zum Thema „Käse aus Deutschland“.

2002: Die Internationale Blumenhalle, in der auch Trauungen zelebriert werden, steht unter dem Motto „Blütenfest im Frühlingsgarten“. Foto: Messe Berlin GmbH

Seit 2005 hat die Internationale Grüne Woche ein Partnerland. Das heißt: Die Bedeutung der Landwirtschaft des jeweiligen Partnerländern wird herausgestellt. Der Tourismus des Partnerlandes soll dabei ebenfalls profitieren. Das erste Partnerland war 2005 Tschechien. Im selben Jahr rundete ein fachliches Rahmenprogramm mit 250 Vorträgen, Seminaren und Symposien die Messe ab.

2005: Eröffnungsrundgang Internationale Grüne Woche: Am Stand seines Heimatlandes informierte der tschechische Landwirtschaftsminister Jaroslav Palas seine prominenten Gästen bei Saft und Mineralwasser. Foto: Messe Berlin GmbH

Anlässlich der Grünen Woche findet in Berlin etwa zeitgleich seit 2008 jährlich die Welternährungskonferenz „Global Forum for Food and Agriculture“ statt, deren politischer Höhepunkt seit 2009 ein internationaler Agrarministergipfel im Auswärtigen Amt ist.

2008: Erste Bundesschau „Fleckvieh in Fleischnutzung“ in den Tierhallen. Foto: Messe Berlin GmbH

2010 bis Heute: Erstmals findet die Hippologica im Rahmen der Grünen Woche statt

2015: Die Internationale Blumehalle 9. Foto: Messe Berlin GmbH

2016 präsentierten sich 1660 Aussteller aus 65 Ländern. Mit Marokko war erstmals ein nichteuropäisches Land Gastland. Die Russische Föderation, welche seit 1993 regelmäßig teilnahm und seit 2006 der grösste Aussteller war, nahm nicht teil. Der Grund: Landwirtschaftsminister Alexander Tkatschow hatte keine Einreiseerlaubnis erhalten, weil die EU nach der Annexion der Krim Sanktionen gegen Russland beschlossen hatte.

2015: Mit Marokko war erstmals ein nichteuropäisches Land Gastland. Foto: Messe Berlin GmbH

2018 nahm Russland trotz Sanktionen der EU wieder teil, allerdings in eingeschränkter Form. Erstmals war auch das Emirat Katar auf der Messe vertreten. Auch die Hippologica, ein viertägiges Hallenreitsportturnier, fand 2018 im Rahmen der Internationalen Grünen Woche zum ersten Mal statt.

2018: Die „Michalsky Fashion Show“ an der Grünen Woche. Foto: Messe Berlin GmbH

Während der Pandemie fand die Messe nur als Fachveranstaltung ohne Ausstellungen statt. Später wurde eine digitale Übertragung der Veranstaltung durchgeführt. 100 Programmbeiträge konnten kostenfrei abgerufen werden. 2023 fand die Messe erstmals nach der Pandemie wieder vor Ort samt vollem Programm statt.

2021: Die Internationale Grüne Woche während der Pandemie konnte man online besuchen.

Ihr wollt die Messe besuchen? Alle Infos zur Internationalen Grünen Woche findet ihr hier


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