Frühling 2020

Zehn Tipps für den Frühling

Nette Cafés, schöne Spaziergänge, Abenteuer in Potsdam, Frühjahrsputz oder trödeln in Friedrichshain. Wir haben zehn Tipps für die Frühlingszeit zusammengestellt.

Britzer Garten

Foto: imago images / A. Friedrichs

Das Gelände der Bundesgartenschau von 1985 vereint die Reize eines modernen Landschaftsparks mit vielen Freizeitmöglichkeiten: von der Heidelandschaft über den Wildbach bis zum See mit Modellboothafen. Faulenzer*innen können den Park mit der Museumsbahn erkunden, und Kinder freuen sich über die Spiel- und Wasserspielplätze – und über hundekackefreie Wiesen: Hunde sind nämlich nicht erlaubt.
Im Hexengarten der alten Burgruine wachsen im Sommer verschiedene Heil- und Würzkräuter. Der romantische Rosengarten lädt zum Flanieren ein, und im Staudengarten findet der Blumenfreund einen Querschnitt verschiedener Arten aus aller Welt. Aber auch im Frühling gibt es im Britzer Garten Pflanzen zu sehen: jetzt im März verteilen diverse Frühblüher Farbtupfer im Garten.

Sangerhauser Weg 5, Eingänge: Sangerhauser Weg, Tauernallee, Mohringer Allee, Messiner Weg, Neukölln, Tel. 70 09 06 80, tgl. ab 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit, Kassenöffnung: Nov–Feb bis 16 Uhr, März+Okt bis 18 Uhr, April–Sept bis 20 Uhr, gruen-berlin.de/britzer-garten


Düppeler Forst

Foto: Max Müller

Im Düppeler Forst kann man mit etwas Geduld Wildschafe beobachten, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammen – Mufflons. Der Weg zu ihnen führt über die sogenannte Stammbahn. Heute fährt auf der Stammbahn kein Zug mehr. Die Schienen sind aber zumindest in Teilen erhalten und führen vom S-Bahnhof Zehlendorf vorbei an mondänen Villen und kauzigen Schrebergärten sowie dem Museumsdorf Düppel, wo das mittelalterliche Leben Berlins abgebildet wird. Schließlich führen sie in den Düppeler Forst. Dort, wo eine mit Graffitis verzierte Mauer steht, sind die Chancen hoch, Mufflons zu begegnen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Tiere zu Jagdzwecken in den Berliner Forsten ausgesetzt. Wer sie sehen möchte, braucht Geduld. Kinder schließen sich am besten einer Wanderung der Waldschule Zehlendorf unweit des Wannsees an. Dort endet zugleich der Spaziergang entlang der Stammbahn.

Start: S-Bahnhof Zehlendorf, Ende: S-Bahnhof Wansee, Dauer: 2,5 Stunden


Teufelsberg

Foto: flickr/Christoph

Berge findet man in Berlin höchstens unter dem Vergrößerungsglas, die meisten Erhebungen verdienen diese Bezeichnung nicht. Auch der Teufelsberg ist eigentlich nur ein gigantischer Trümmerhaufen. Aber mit 114 Metern doch schon fast das Höchste, was die Hauptstadt zu bieten hat. Trotzdem ist es ein super Ort für Spaziergänge, und die spacige, stillgelegte Radarstation auf der Spitze lockt auch müde Wanderer in ungeahnte Höhen.

Zu erreichen am besten vom S-Bahnhof Heerstraße oder vom S-Bahnhof Grunewald


Abenteuerpark Potsdam

Botaurus/Wikimedia Commons

Wann haben Sie das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht? Wenn man auf diese Frage hin minutenlang ins Grübeln kommt, wäre es wohl mal wieder Zeit für etwas Neues. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Tag im Kletterwald? Gut gesichert gilt es, die verschiedenen Parcours, die auf einem bis zwölf Metern Höhe in den Bäumen installiert sind, zu bewältigen. Das Highlight des riesigen Kletterparks ist eine 200 Meter lange Seilrutsche.

Albert-Einstein-Straße 49, 14473 Potsdam, Tel. 626 47 83, 28. März bis 8. Nov, /www.kletterpark.info/


Liebermann Villa

imago images / Schöning

Max Liebermann bezeichnete sein Sommerhaus mit dem großen Garten gerne als „Schloss am See“. Heute sind in der idyllisch gelegenen Villa Werke von ihm und seinen Zeitgenossen zu sehen, zudem erfährt der Besucher viel über Liebermanns Leben. Der Max Liebermann-Gesellschaft Berlin e.V. und vielen Spendern ist es zu verdanken, dass Haus und Garten 2002 vor dem Verfall gerettet, originalgetreu saniert und als Museum umgewandelt werden konnten. Heute ist die Villa nicht zuletzt wegen des nach historischen Quellen und Liebermann-Gemälden rekonstruierten Gartens ein beliebtes Ausflugsziel. Ein Kaffee auf der hübschen Terrasse ist nur mit einer Eintrittskarte fürs Museum möglich.

Colomierstraße 3, Am Großen Wannsee, Zehlendorf, Tel. 80 58 59 00, April–Sept. Mi–Mo 10–18 Uhr, Do, So und Feiertage 10–19 Uhr, Okt.–März Mi–Mo 11–17 Uhr, www.liebermann-villa.de


Gärten der Welt

Foto: imago images / Bernd Friedel

Hinter der Plattenbausiedlung wartet das Paradies: Im Themenpark mit chinesischem, japanischem, orientalischem, koreanischem, christlichem und balinesischem Garten betören üppige Stauden, plätschern Bäche, und so lernen Sie viel über die Bedeutung von Gärten in anderen Kulturen. Im chinesischen Teehaus werden Teezeremonien zelebriert, und im Bali-Treibhaus berauschen Orchideen. Und wer seinen Orientierungssinn schulen möchte, begibt sich auf einen Spaziergang durch Labyrinth und Irrgarten. Und am 18. April beginnt in den Gärten der Welt Hanami: das japanische Kirschblütenfest. Übrigens: Hanami ist das japanische Wort für „Blüten betrachten.“

Blumberger Damm 44, Haupteingang, Marzahn, Tel. 700 90 66 99 , tgl. 9 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit, www.gaertenderwelt.de/


Pankewanderweg

Foto: flickr/Alexander Hüsing

Berliner Entdecker*innen und Trecking-Fans sollten sich den Pankewanderweg nicht entgehen lassen. Am Ufer der Panke entlang führt die Route durch die Bezirke Buch, Pankow, Wedding und endet am Humboldthain. Am Wegesrand gibt’s nicht nur unterschiedliche Bezirke zu entdecken, sondern auch lauschige Gartenanlagen wie den Schlosspark Niederschönhausen. Man nimmt sich am besten einen ganzen Tag Zeit und marschiert im Morgengrauen los. Ein Wandertag mitten in der Hauptstadt!

Start: Chausseestr. nähe Reinickendorfer Str. bei der Chausseestraße-Brücke. Ziel: S-Bahnhof Buch


Schloss Dammsmühle

Foto: Flickr/ MB

Mitten im Wald im Landkreis Barnim steht ein Schloss auf einer Lichtung, das aussieht, als sei es Teil eines Märchens. Allerdings von einem, in dem der König arm ist oder die Angestellten getürmt. Das dreistöckige Schloss steht seit Mitte der 90er-Jahre leer, die kaputten Fenster ähneln leeren Augenhöhlen und der Putz – mal rosa, mal sonnengelb – blättert ab. Das Schloss Dammsmühle ist so ein Gebäude, von dem man sich wünschte, es könnte sprechen. Ab 1929 residierte hier Unilever-Chef Harry Goodwin-Hart, bevor er von den Nazis enteignet wurde und mit seiner jüdischen Frau ins Exil floh. Heinrich Himmler ließ das Schloss von Häftlingen des KZ Sachsenhausen renovieren, nach Kriegsende übernahm die Stasi die Anlage und Erich Mielkes Sohn feierte hier Hochzeit. Die Straße hin zum Schloss ist noch mit alten Laternen mit gesprungenem Glas gesäumt. Trotzdem beschwören sie Bilder von hochrangigen Stasimitarbeiter*innen herauf, wie sie in ihren Dienstwagen durch den Wald fahren. Dabei ist der Weg zu Fuß viel schöner. Vom Bahnhof Schönwalde führt der Weg erst durch die Waldsiedlung, dann durch dichten Mischwald. An den Stellen, wo es nach Kiefernnadeln riecht und die Füße im sandigen Boden versinken, könnte man fast denken, man sei auf dem Weg zum Ostseestrand.

Etwa 45 Minuten zu Fuß vom Bahnhof Schönwalde. Schönwalde liegt innerhalb der C-Zone des VBB.


Landschaftspark Herzberge

Foto: flickr/Riesebusch

Es thront wie ein Wächter am nördlichen Ende des Landschaftsparks Herzberge und ruft Erinnerungen an die Irrenanstalt im Film „Shutter Island“ wach: das evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth. Noch ist es nicht so lange her, da hat die Stadt hier Menschen mit psychischen Problemen untergebracht. Wenn man durch den Park spaziert, scheint es manchmal, als läge diese Vergangenheit noch immer wie ein Schleier über dem Park. Da sind zum Beispiel die Gärten der Agrarbörse Deutschland Ost, ein Urban Gardening Projekt, das die alten Gemüsegärten der Nervenheilanstalt wieder aufleben lässt. Die Pommerschen Landschafe, die über die Parkweiden streunen. Oder der Tanzplatz der Bewohner der Anstalt, auf dem sie mit Angehörigen und Anwohnern musizieren und sich im Takt wiegen durften. Durch den Park führt außerdem ein Natur- und Gesundheitspfad. „Der Pfad lässt einen innehalten an Orten, die eine besondere Atmosphäre haben. Orte, an denen die Umgebung besonderen Einfluss auf das psychische und manchmal sogar physische Wohlbefinden der Besucher hat“, sagt Initiatorin Susanne Lutz. Weiter hinten im Park schließt sich an den städtischen der Sozialistenfriedhof an. Auch hier atmet der Park Vergangenheit: Die linken Ikonen Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht haben hier ihre letzte Ruhestätte

Landschaftspark Herzberge, am Besten zu erreichen mit M17 und M8, Ausstieg Allee der Kosmonauten oder Evangelisches Krankenhaus (KEH) Berlin