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Berliner Museen

12 außergewöhnliche Museen in Berlin: Skurril, kurios und einzigartig

Ihr kennt die Museumsinsel schon in- und auswendig? Vielleicht ist es an der Zeit, den Klassikern den Rücken zu kehren. Wir stellen euch stattdessen wirklich außergewöhnliche Museen in Berlin vor: Von skurrilen Apparaturen über ausgemusterte Buchstaben bis zu gewöhnungsbedürftigem Essen haben diese 12 Museen ihre Nische gefunden – und sind auf jeden Fall einen Besuch wert.


Das Designpanoptikum: Ein Museum für skurrile Objekte

Museum für skurrile Objekte: Im Designpanoptikum gib es vieles zu entdecken. Foto: Imago/Imagebroker

Das Designpanoptikum ist ein Sammelsurium aus ungewöhnlichen Industrieobjekten, medizinischen Apparaturen und aus der Mode gekommenen Alltagsgegenständen. Was auf den ersten Blick wie eine willkürliche Anhäufung ungewöhnlicher Objekte aussieht, ist bei näherer Betrachtung ein wohl durchdachtes kreatives Konzept.

Unter den mehr als 3.000 Ausstellungsstücken befinden sich Prothesen, Werkzeuge, Masken und Schaufensterpuppen, die in bizarren Kombinationen gezielt von ihren ursprünglichen Eigenschaften entfremdet werden. Beschreibungen gibt es grundsätzlich nicht, denn die Besucherinnen und Besucher sollen auf eine Entdeckungsreise gehen. Gefragt sind also Logik und Fantasie. Willkommen in der Welt des Bizarren und Absurden.


Disgusting Food Museum: Wie man weltweit isst

Außergewöhnliche Gerichte brauchen außergewöhnliche Museen: Hier wird deutsche Esskultur unter die Lupe genommen. Disgusting Food Museum
Außergewöhnliche Gerichte brauchen außergewöhnliche Museen: Hier wird deutsche Esskultur unter die Lupe genommen. Disgusting Food Museum

„Wir verstehen uns als Punkband unter den Berliner Museen“, sagt Martin A. Völker. Er ist Direktor des Disgusting Food Museums, das die Grenzen des guten Geschmacks auslotet und dabei zeigt: Ekel ist Ansichtssache. Ausgestellt werden ungewöhnliche Gerichte und Zutaten aus aller Welt, aus der Geschichte und natürlich auch aus Deutschland: Milbenkäse und Gänsestopfleber zählen zu den Exponaten.

Generell geht es in diesem außergewöhnlichen Museum in Berlin nicht darum, kulinarische Gewohnheiten auf der Erde für den Schockeffekt bloßzustellen, sondern zu erklären, wie menschlicher Ekel überhaupt funktioniert. Wobei der Schockeffekt durchaus gegeben ist, wie unser Redakteur beim Besuch des Disgusting Food Museums festgestellt hat.

  • Disgusting Food Museum Berlin Schützenstr. 70, Mitte, Fr–Di 11–19 Uhr, Mi+Do für Gruppen, Schulklassen, Workshops, Events, Zeitfenstertickets: 12/erm. 9 €, Familie: 30 €, disgustingfoodmuseum.berlin

Das Buchstabenmuseum: Typografie, Stadtgeschichte und buchstäblich Berlin

Im Berliner Buchstabenmuseum trifft Typografie auf Stadtgeschichte. Foto: F. Anthea Schaap

Im Berliner Stadtbahnbogen befindet sich das weltweit erste Museum, das Typografie aus dem öffentlichen Raum sammelt und diese mit stadtgeschichtlichem Bezug präsentiert. Im Jahr 2005 wurde das Buchstabenmuseum gegründet und führt seine Besucher:innen seither auf eine spannende Zeitreise in bunten Lettern.

Im Mittelpunkt steht die besondere Bedeutung von Schrift als Schnittstelle zwischen Informationsvermittlung und Kunst. Neben umfangreichen Informationen zu Herstellung, Typografie, Besonderheiten und Geschichte der einzelnen Ausstellungsstücke, erfährt man auch Details zur Relevanz im Stadtbild. Hier erlebt man also buchstäblich Berlin.

  • Buchstabenmuseum Stadtbahnbogen 424, Tiergarten, Do-So 13-17 Uhr, Eintritt: 12€, ermäßigt 6,50€, www.buchstabenmuseum.de

Das Computerspielemuseum: Eine Zeitreise durch die Gaming-Geschichte

Das Computerspielemuseum beamt seine Besucher:innen durch 60 Jahre Gaming-Geschichte. Foto: Computerspielemuseum

Als Besucher:in im Computerspielemuseum erlebt man eine kultige Zeitreise durch 60 Jahre Gaming-Geschichte. Unter den mehr als 300 Exponaten befinden sich beliebte Klassiker und echte Raritäten aus dem Videospielkosmos, die so manche Menschen in Erinnerung an vergangene Zeiten schwelgen lassen.

Neben einer Wall of Hardware, einem Riesenjoystick und der Pain-Station gibt es auch eine Automatenhalle mit originalen Münzautomaten. Wissenswert und interaktiv – eine Einladung zum Spielen, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Mehr besondere Museen in Friedrichshain findet ihr hier.

  • Computerspielemuseum Karl-Marx-Allee 93A, Friedrichshain, Mo-So 10-20 Uhr, Eintritt: 9€, ermäßigt 6€, Familienticket 19€, www.computerspielemuseum.de

Das Hanf Museum Berlin: Eine Nutzpflanze stellt sich vor

Das Hanf Museum in Berlin ist das einzige in Deutschland. Foto: Kid Alex/CC BY-SA 3.0

Das Hanf Museum im Nikolaiviertel ist deutschlandweit das einzige seiner Art und eines von insgesamt sechs Museen weltweit, die sich mit den Themen rund um die Nutzpflanze beschäftigen. Auf fast 300 Quadratmetern erhalten die Besucher:innen Informationen über Nutzungsmöglichkeiten, die historische Sicht auf Anbau, Ernte und Verarbeitung, bis hin zur juristischen Seite des THC-haltigen Hanfes.

Ein besonderes Highlight ist Berlins einzige legale Hanfplantage der man über die „Growroom-Cam“ auch online beim Wachsen zusehen kann. Zudem gibt es ein Lesecafé und einen Museumsshop mit Produkten von Kosmetik, Textilien und Lebensmitteln bis hin zu CBD-Öl und Rauchutensilien. Natürlich alles legal!

  • Hanf Museum Berlin Mühlendamm 5, Mitte, Di-Fr 10-18 Uhr, Sa-So 12-18 Uhr, Eintritt: 6€, ermäßigt 4€, www.hanfmuseum.de

Das Kleine Katzenmuseum Berlin: Das Sammelsurium eines Katzenfreundes

Besitzer Helmut Glantz in seinem Katzenmuseum. Foto: Simone Jacobius

Nach mehr als 30 Jahren Sammelleidenschaft öffnet Katzenliebhaber Helmut Glantz seine Sammlung für die Öffentlichkeit. In Berlins einzigem Katzenmuseum befinden sich mittlerweile zwischen 6.000 und 8.000 Exponate. Neben Gemälden, Teppichen, Vasen und Geschirr, die natürlich mit dem Lieblingsmotiv des Besitzers verziert sind, gibt es mehr als 1.000 Katzen-Porzellanfiguren und sogar eine Modepuppe in Form einer Katzendame.

Das Samtpfoten-Sammelsurium befindet sich in einer Drei-Zimmer-Wohnung im Stadtteil Lichterfelde und verfügt sogar über eine eigene Bibliothek mit Sachbüchern zur Katzenzucht und -pflege. Feste Öffnungszeiten gibt es nicht, Besucher:innen werden nur nach telefonischer Voranmeldung empfangen. Ein Leben für die Katz: Mehr zum Katzenmuseum und dessen Gründer lest ihr hier.

  • Kleines Katzenmuseum Berlin Luisenstraße 38, Steglitz-Zehlendorf, Museum öffnet am 14. August 2021, Eintritt: auf Spendenbasis, nach telefonischer Voranmeldung, www.berliner-katzenschutz.de

Das Magicum – Berlin Magic Museum: Eine interaktive Welt der Magie und Mystik

Das erste interaktive Museum der Magie und Mystik. Auf jeden Fall einen Besuch wert. Foto: Michael Asche

Das Magicum im Berliner Scheunenviertel ist das weltweit erste interaktive Museum der Magie und Mystik. Auf mehr als 600 Quadratmetern werden die Besucher:innen ins Reich des Übersinnlichen und Unbewussten entführt. Rund 450 Exponate zu Hexenkunst, Zukunftsdeutung und Geisterbeschwörung, aber auch zur Magie in Kunst und Religion kann man hier bestaunen. Magie zum Träumen und zum Anfassen! Neben einem Aufenthaltsbereich zum Rätseln, Spielen und Experimentieren bietet das Museum mit den Zauberkunst-Workshops auch eine Reise in die wunderbare Welt der Illusionen an.

  • Magicum – Berlin Magic Museum Große Hamburger Str. 17, Mitte, Mo-So 11-18 Uhr, Eintritt: 11,50€, ermäßigt 8,50€, Kinder unter 6 Jahren frei, www.magicum-Berlin.de

Das Museum der Unerhörten Dinge: Eine literarische Wunderkammer

Das Husumer Protestschwein aus dem Museum der unerhörten Dinge. Foto: tipArchiv

Ein echtes Kuriosum der Berliner Museumslandschaft ist das Museum der unerhörten Dinge. Zahlreiche Objekte, Schnickschnack, Bilder und Allerlei hat Museumschef Roland Albrecht angesammelt, doch unerhört sollen sie nicht bleiben. „Die Aufgabe der Literatur ist es, Welten zu schaffen. Genau das mache ich“, sagt Albrecht und erzählt den Besuchern die fantastischen Geschichten der Ausstellungsstücke.

Im Zusammenspiel von Fantasie und Wahrheit wird ein kleines Stück Bernstein zum letzten Relikt des legendären Bernsteinzimmers und ein Plastikspielzeug zum Husumer Protestschwein, das in Österreich politisch wurde und beinahe den Doppeladler verdrängte. Eine literarische Wunderkammer, die den kleinen Dingen im Leben endlich Gehör schenkt.


Musikinstrumenten-Museum: Eine Sammlung von Instrumenten aus sechs Jahrhunderten

Im Musikinstrumenten-Museum kann man Instrumente aus sechs Jahrhunderten bestaunen. Foto: Andreas Praefcke/CC BY 3.0

Das Musikinstrumenten-Museum in Berlin Mitte gehört zum Staatlichen Institut für Musikforschung. Hier werden Musikinstrumente der europäischen Kunstmusik gesammelt uns ausgestellt. Im Besitz des Museums befinden sich derzeit rund 3.500 Instrumente aus der Zeit vom 16. bis zum 21. Jahrhundert. Viele der Ausstellungsstücke sind in spielbarem Zustand und werden in Führungen und Konzerten zum Klingen gebracht. Zur Institution gehört auch eine Restaurierungswerkstatt, deren Ergebnisse in Form von technischen Zeichnungen veröffentlicht werden.

  • Musikinstrumentenmuseum Ben-Gurion-Straße, Mitte, Di+Mi+Fr 9-17 Uhr, Do 9-20 Uhr, Sa-So 10-17 Uhr, Eintritt: 6€, ermäßigt 3€, www.simpk.de

Schwules Museum: Eine Sammlung zur Vielfalt queerer Lebensentwürfe

Im Schwulen Museum dreht sich alles die Vielfalt queerer Identitäten und Lebensentwürfe. Foto: Imago/CTK Photo

Das Schwule Museum an der Lützowstraße ist eine der größten und bedeutendsten Institutionen, die über Diversität von sexuellen Geschlechterkonzepten und Identitäten informiert. Hier dreht sich alles um die Vielfalt lesbischer, schwuler, bisexueller und transidentifizierter Lebensentwürfe. Präsentiert, gesammelt und bewahrt werden Zeugnisse der Kunst, Kultur und Geschichte aus vielen Jahren queeren Lebens.

Das schwule Museum beherbergt regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen zu Aspekten und Lebensrealitäten von Individuen der LGBTQI*-Community. Auch Veranstaltungen, wie Diskussionen, Filmvorführungen und Vorträge finden hier statt. Zum Museum gehören auch eine themenbasierte Bibliothek, ein Archiv und Arbeitsplätze, die die Nutzer:innen zum Lesen und Forschen einladen.

  • Schwules Museum Lützowstraße 73, Tiergarten, Mo+Mi+Fr 12-18 Uhr, Do 12-20 Uhr, Sa 14-19 Uhr, So 14-18 Uhr (1. Sonntag im Monat bis 20 Uhr), Eintritt: 9€, ermäßigt 3€, www.schwulesmuseum.de

Das U-Bahn-Museum: Eine Zeitreise zu den Anfängen einer verkehrstechnischen Revolution

Der Eingang des U-Bahn Museums in Berlin. Das Museum liegt in der U-Bahn-Station Olympia Station in einem alten Stellwerk. Foto: Clemens Franz/CC BY-SA 3.0

Seit 1902 werden die Berliner Bezirke durch die U-Bahn miteinander verbunden. 1997 eröffnete die BVG ein Museum, welches die Besucher:innen auf eine Reise durch die Zeit mitnimmt, von den Anfängen dieser verkehrstechnischen Revolution bis heute. Das historische Hebelstellwerk am U-Bahnhof Olympiastadion war von seiner Inbetriebnahme im Jahr 1931 bis zur Stilllegung 1983 das größte seiner Bauart in Europa. Heute können hier mehr als 300 Einzelstücke aus über 100 Jahren U-Bahn-Geschichte besichtigt werden.

Schwerpunkt der Sammlung sind die technischen Einrichtungen des U-Bahnbetriebs, die alle noch funktionstüchtig sind. Dazu gehören neben verschiedene Stellwerktypen, einer historischen Uhrenstation und einem Diagnosecomputer zur Fahrzeugwartung auch historische Fahrschalter, Zugfunkgeräte und ein Signalblock von 1931. Mehrmals im Jahr gibt es Sonderfahrten mit historischen Zügen.

  • Berliner U-Bahn-Museum Rossitter Weg 1, Charlottenburg, jeden zweiten Samstag im Monat 10.30-16 Uhr, Eintritt: 2€, www.ag-berliner-u-bahn.de

Das Ramones Museum, Bar & Café: Ein Muss für Fans und Musikbegeisterte

Das Ramones Museum zeigt die gesamte Geschichte der New Yorker Punk-Band The Ramones. Foto: Imago/Angerer

Gabba Gabba Hey! Im Jahr 2005 entstand das Ramones Museum, das weltweit erste und einzige Museum, bei dem sich alles um die New Yorker Punk-Band The Ramones dreht. Die mehr als 300 Exponate sind Originale aus den aktiven Jahren der der Band zwischen 1975 und 1996. Zu sehen gibt es also 22 Jahre Bandgeschichte in Form von unveröffentlichten Fotos, Setlists, Vinyl-Schallplatten, T-Shirts, Konzertplakaten und -tickets, aber auch unzähligen persönlichen Gegenständen der Bandmitglieder.

Hier kann man unter anderem einen von Joey Ramone (Jeffrey Hyman) getragenen Bühnenhandschuh und Original-Bühnenjeans von Johnny Ramone (John Cummings) bestaunen. Zum Museum gehört natürlich auch ein Shop mit Fan-Artikeln und das Café Mania. Ein anschauliches Stück Musikgeschichte und ein echtes Muss für Fans und Musikbegeisterte. Also: Hey Ho, Let’s Go!

Derzeit ist das Museum allerdings geschlossen und auf der Suche nach einem neuen Standort.


Mehr Kultur in Berlin

Mehr Geschichten über Berlins Museumslandschaft findet ihr hier. Lust auf noch ein bisschen mehr Museumskultur? Hier sind die 12 wichtigsten Museen in Berlin. Außerdem haben wir die aktuellen Ausstellungen in Berliner Museen und Galerien für euch. Ihr wollt mehr unternehmen? Hier sind tolle Termine und Tipps für eure Freizeit in Berlin. Und wer die Stadt entdecken will, findet Anregungen in unserer „Sehenswürdigkeiten“-Rubrik.

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