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Modemetropole Berlin: Modetrends, die in der Hauptstadt entstanden

Berlin ist eine Modemetropole. Die Fashion Week hat einige Trends nach Berlin gebracht. Meistens benutzen Berliner aber ohnehin ihre Kieze als Laufstege und Inspiration.

Wie schön, dass in der Hauptstadt wirklich alles erlaubt ist. In Berlins Straßen regiert das Durcheinander. Etwas Trash, etwas Glitzer, gerne schwarze Kleidung und unumwunden Vintage. Mode ist ein wichtiger Teil der städtischen Kultur und spiegelt diese auch wieder. Welche Trends über die Jahrzehnte in der Hauptstadt getragen und zelebriert wurden, erfahrt ihr hier. 


Die Bauchtasche als treuer Wegbegleiter

Einer der beliebtesten Modetrends: Bauchtaschen gehören zum Berliner Stadtbild. Foto: Imago/Westend61

Wirklich praktisch für das mobile Stadtleben ist die Bauchtasche. Diese war irgendwann nicht mehr nur die kleine Tasche für den Bauch. Auch schräg um den Oberkörper oder um den Hals gehangen wurde sie im zweiten Jahrzehnt der 2000er Jahre in Berlin im öfter ausgeführt. Der junge Berliner Rapper Savvy aus Friedrichshain in seinem Lied „Am Wasser“: “Ich trag die Eastpack um den Hals als wärs ’ne Goldkette.” Damit trifft er es auf den Punkt.

Kleine Clutches und Abendtaschen zum Ausgehen wurden vielerorts durch die Bauchtasche ersetzt. Während sich die einen mit halb zerfledderten kleinen Täschchen zum Umschnallen zufriedengeben, investieren andere hunderte Euro in teure Markenmodelle. Ob bunt, glitzernd, in Neonoptik oder einem schlichten Jeansstoff – die Bauchtasche gehört seit Jahren zum Stadtbild dazu und wird von Jung und Alt zelebriert. Eine gute Anlaufstelle für Bauchtaschen in allen Farben und Formen sind Berlins Flohmärkte. 


Berliner lieben Vintage: Shabby-Chic 

Berliner lieben Vintage. Der Sahbby-Chic-Look ist einer der Modetrends in Berlin, den es schon eine ganze Weile gibt und den es auch noch für lange Zeit geben wird. Ein Hoch auf die Second-Hand-Läden. Foto: Unsplash/Joshua Rondeau

Weitläufig bekannt sind der “Pariser Chic” und das modische Gespür der Italiener. In Berlin ist es jedoch schwieriger, einen Hauptstadt-typischen Look festzulegen. Jedoch ist der Vintage-Look auf eine Art und Weise prägend für das modische Alltags-Bild der Stadt. Man könnte ihn auch den “Second-Hand”-Look nennen. Vintage bedeutet nicht viel mehr, als dass der Look aus einer bestimmten Zeit kommt und dass die Mode eher klassisch beziehungsweise altmodisch ist.

Vintage-Mode hat in Berlin besonderes Gewicht. Nicht zuletzt auch aus Gründen der Nachhaltigkeit. Vielerorts finden Flohmärkte statt und viele Second-Hand Läden finden sich in der Stadt. Dort wird unter anderem auch Upcycling-Mode, also Kleidung, für dessen Herstellung alte Stoffe wiederverwendet wurde, verkauft. Ein Look, der sich in Berlin oftmals findet, ist der Shabby-Chic-Look, das Kombinieren von Stangenware mit einzelnen Vintage-Teilen. 


Der Athleisure Look: Modisch unterwegs in Jogginghosen und Trainingsanzügen

Der Athleisure Look ist in den Straßen der Hauptstadt gerade einer der vorherrschenden Modetrends. Foto: Imago/Westend61

Der Athleisure Look ist ein weiterer Trend in der Stadt. Dieser Street-Style, also das Tragen von Jogginghose und Trainingsanzügen – auch wenn Karl Lagerfeld zu Lebzeiten die Jogginghose als modisches No-Go verschrie – wird mit dem richtigen Make-Up, Accessoires und passenden Sneakers zu einem durchaus ansehnlichen Alltagslook. Nicht selten sieht man Gruppen junger Erwachsener, Kinder und sogar Senioren, die selbstbewusst und modisch in lässigen Trainingsanzügen durch die Stadt flanieren. Zu dem Athleisure Look gehören zudem Hoodies und Sweatpants. Manche Berliner Brands, etwa 10k, setzen genau da ihren Schwerpunkt. 


Berliner-Chic der 20er Jahre: Figurbetonte Kleider, Federn und Fransen

Marlene Dietrich war ein modisches Vorbild für Modebegeisterte der 20er Jahre. Hier ist die deutsch-amerikanische Schauspielerin und Sängerin mit einem Fell und einem figurbetonten, knielangen Kleid zu sehen. Foto: Imago Images/Roland Grant

Fransen, Federn und knielange Hängerchen waren wieder en vogue, nachdem sich die Gesellschaft nach dem Ersten Weltkrieg erholt hatte. In jenen Jahren beginnen Menschen, das Leben wieder zu genießen. Zu den Modetrends der 20er Jahre in der Hauptstadt gehören Feder-Boas, figurbetonte Kleidung und üppige Perlenketten – die “Neue Frau” etablierte sich in der Modewelt. Junge Designerinnen eröffneten Modeateliers und Hutsalons.

Frauen in Berlin kleideten sich wie Marlene Dietrich. Bubiköpfe, eine schmale Silhouette und knielange Röcke waren angesagt. Die Ikone dieser Zeit war die französische Modedesignerin Coco Chanel. In Wahrheit war das, was sich in den 20er Jahren als “Berliner Chic” etablierte, nicht viel mehr als eine Übersetzung der Pariser Couture. Paris war schon immer eine stilbestimmende Einflussquelle für die Berliner Mode. Auch Charleston-Kleider und Flipper-Dresses durften damals in keinem Schrank fehlen. Wer das Berlin der 20er Jahre erleben will, hat hier die Chance dazu.


Topfhüte für die Damen und Ballonmützen für die Herren: Berliner Hutmode der 1920er

Topfhüte für Damen und Ballonmützen für Herren erleben in Berlin seit der Fernsehserie „Babylon Berlin“ ein Revival. Foto: Imago/Imagebroker

Nicht zuletzt dank der Fernsehserie „Babylon Berlin“ sind Topfhüte und Ballonmützen in den Hutsalons der Hauptstadt wieder angefragt. Zum Beispiel im Hutgeschäft Kleemann Hüte in der Schönauser Allee, welches schon 1905 an seinem heutigen Standort eröffnet wurde. Es ist das älteste noch existierende Hutgeschäft Berlins. Auch wenn klassische Hüte heute weniger zum Stadtbild gehören, als noch vor vielen Jahrzehnten, erlebt die Modistin Doreen Persche, die 1998 das Hutgeschäft in der Schönauser Allee übernommen hat, ein Revival der Hutmode der 1920er Jahre. Mehr Hut- und Mützengeschäfte in Berlin.


Flickenkleider waren in den Nachkriegsmonaten der letzte Schrei 

Hier sind zwei junge Frauen in Sommerkleidern um 1949 in Berlin-Wedding. Das Aufnahmedatum ist geschätzt. So schick konnten Flickenkleider aussehen. Foto: Imago Images/Snapshot

In den Nachkriegsmonaten begann der Wiederaufschwung der traditionsreichen Berliner Modeindustrie erstaunlicherweise bereits in den Monaten nach dem Krieg. Zwischen den Ruinen wurden Fotoshootings und Modeschauen veranstaltet. Und die Modeseiten der Wochenzeitschriften gaben praktische Tipps für “Upcycling-Mode”, etwa für Herbstmäntel aus alten Filzvorhängen, für schicke Turbane aus Seidenresten und für Kleider aus alten, nicht mehr anderweitig gebrauchten Stoffen. Somit waren “Flickenkleider” in den Nachkriegsmonaten am Puls der Zeit und super angesagt. 


Die Clubwear aus den 80er Jahren: Für Clubnächte ist sie bis heute en vogue

Die Clubwear der 80er Jahre in Berlin ist ausgefallen und verrückt. Bis heute inspiriert sie die Menschen und die Outfits, auf die man in Berliner Clubnächten so trifft. Foto: Unsplash/Oliver Pons

Ende der 80er Jahre entsteht in Berlin die sogenannte Clubwear mit Labels wie 3000 oder NextGURUnow. Kreative und ausgefallene Kleidungsstile gehörten zum Berliner Lifestyle. Das hat sich bis heute nicht verändert. Underground-Clubs etablierten spezielle Trends wie Neonfarben, Plateauschuhe sowie Kleidungsstücke und Accessoires aus Plastik oder Teddy-Fell. Dieser Stil wird in Berliner Clubs bis heute zelebriert. Silberfarbene Ketten und hautenge Lederoutfits treffen auf viel Haut, die nur an ausgewählten Stellen mit wiederum ausgewählten Stoffen überdeckt ist. Mode lebt eben am Tag und in der Nacht. Die Clubwear aus den 80ern ist bis heute, wenn auch in etwas abgewandelter und erweiterter Form, en vogue.


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