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Das „Januarloch“: Die tote Zeit nach den Feiertagen

Die Tage ist wieder viel vom „Januarloch“ die Rede. Die tote Zeit, die uns nach dem Dezembertrubel  begleitet. So nennt man es zumindest in der Schweiz und in Österreich. Warum also nicht in Deutschland?

In Deutschland gibt es keinen Begriff für das „Januarloch“. Dabei leidet man auch hier unter den tristen Tagen. Foto: Imago/ photothek/ Florian Gaertner

Der Begriff „Januarloch“ gibt es in Deutschland nicht

Der Dezember und Januar sind eigentlich genau gleich. Kalt, dunkel und regnerisch. Der einzige Unterschied: Im Dezember gibt es Geschenke, Feste und Glühwein und im Januar gibt es nichts. In den ersten Tagen wünscht man sich „ein gutes neues Jahr“ und das war’s dann auch schon. Zusätzlich ist die Stimmung im Keller und der Geldbeutel leer vom Geschenke Einkauf. In der Schweiz nennt man diese Zeit auch „Januarloch“, in Österreich ist es das „Jännerloch“. Schon das Berlinerische ist voller schöner Begriffe. Aber in Deutschland gibt es keinen speziellen Begriff dafür, obwohl die Schwierigkeiten im Januar genau dieselben sind.

Das Loch im Geldbeutel

Der Dezember ist bekanntermaßen ein teurer Monat: Geschenke, Winterbekleidung, Weihnachtsmärkte, gutes Essen und Feste und Partys. Da kommen einige Ausgaben zusammen. Und im neuen Jahr sind gleich wieder neue Rechnungen fällig. Hier müssen also viele ihren Gürtel enger schnallen. In dieser Zeit werben Unternehmen aber mit lockeren Rabatten, so dass es in manchen Fällen doch etwas erträglicher wird.

Apropos Gürtel enger schnallen: In den Wochen vor Weihnachten und erst recht an den Festtagen wird bekanntlich mehr gegessen und mehr getrunken als sonst. Viele nehmen sich deshalb im Januar vor, eine Diät zu machen oder schließen ein Fitnessabo ab. Manche verzichten auch auf Alkohol und machen den „Dry January“, andere wollen keine tierische Produkte im Januar essen und ziehen den „Veganuary“ durch

Kaum Termine und ungemütliches Wetter

Die Tage werden wieder länger, die Sonne scheint kaum und wenn es dann noch regnet, statt zu schneien, fällt es schwer, die Stimmung aufrechtzuerhalten. Zusätzlich zur schlechten Laune ist im ersten Monat des Jahres auch weniger los. Keine Weihnachtsfeier, kein Essen mit Freund:innen und Familie und kein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt. Zusätzlich finden weniger Konzerte und Veranstaltungen im Januar statt – eine weitestgehend tote Zeit. Was sich Tag für Tag in Berlin doch lohnt, empfehlen wir euch hier.

Eigentlich könnte man sich darüber freuen, dass es nun wieder ruhiger wird und die Normalität zurückkehrt. Aber der Mensch gewöhnt sich bekanntlich ja an alles, auch an den Trubel. Und wenn dann plötzlich nichts mehr los ist, fällt er regelrecht in ein Loch.

„Januarloch“: Der Begriff kommt ursprünglich aus den Bergen

Es gibt aber einen Grund, warum es in Deutschland nicht Januarloch oder Jännerloch genannt wird: Zurückzuführen ist der Begriff nämlich auf den Wintersport. In Skigebieten bezeichnet das Januarloch die sinkenden Besucherzahlen zwischen den Feiertagen und den Ferien im Februar. Somit nimmt man an, dass der Begriff in der Skination Schweiz und Österreich bekannt ist und eben nicht in Deutschland. Diese Theorie wurde aber nie bestätigt.

Finanzielle Engpässe, Diäten, kaum Termine und schlechtes Wetter gibt es aber im Januar nicht nur in der Schweiz und in Österreich, sondern auch in Deutschland. Also: Wie wäre es beispielsweise mit dem Begriff „Januarflaute“? Oder vielleicht sogar „Hartmonat“? Dieses althochdeutsche Wort für Januar ist mittlerweile nicht mehr gebräuchlich, dabei würde es perfekt auf diese grauen Tage passen.


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