Stadtleben

Fassaden

Das ist es doch, was die Kunststadt Berlin wirklich ausmacht. Hier kommen Künstler her, um zu zeigen, was sie können. Mitten in der Stadt, in der Großen Hamburger Straße 33, findet sich unter einem Friseursalon die Gallery 33. Unter dem Stichwort „Facade“ bringen sechs Künstler aus Liverpool ihre Sicht der Dinge zur Innen- und zur Außenwelt in die Galerie und auf die Straße.

Karen MCLeod Anke Madlaine jaeckelMan möchte es ja gar nicht glauben. Aber während der Eröffnung gab es eine Performance von Karen McLeod. Sie tanzte auf der Straße in ihrem mit blauer Farbe besudelten Kleid, hielt inne und starrte in die unendlichen Weiten von Mitte. Sie ging zu Boden und erhob sich wieder, streifte ihre blauen Highheels ab und zog sie wieder an, und was das Erstaunlichste überhaupt war: Sie erregte damit Aufsehen!

Die sonst ach so coole Gemeinde von Szenegängern, Kaffeetrinkern und Flaneuren blieb stehen, starrte ungläubig, ruckte unruhig auf den Stühlen und bekam den Mund nicht zu. Das Staunen setzte sich sogar fort, als die Künstlerin ihre Performance von der Straße in die Galerie verlagerte. Dann blieben immer wieder Menschen an der Schaufensterscheibe stehen und versuchten zu begreifen, was nicht zu begreifen ist.
Die Künstler jedenfalls kratzen an der Fassade. Manchmal stellt man dann nur fest, dass der Lack ab ist, manchmal aber kommen Dinge zum Vorschein, die man so nicht erwartet hätte, diesmal war es nur ein Lächeln.   

Mehr über Cookies erfahren