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Volkspark Hasenheide: Im Gras entspannen im Norden Neuköllns

Nach und nach schüttelt der Volkspark Hasenheide sein Schmuddel-Image ab. Wer Gras kaufen will, wird hier sicher immer noch fündig. Aber auch wer einfach nur im Gras liegen will, fühlt sich hier in Neukölln wohl. Die Hasenheide bietet darüber hinaus für jeden Geschmack etwas: Hier trifft man Seiltänzer*innen auf Slacklines, Jogger*innen, begeisterte Kinder und Filmfans, hier kann man bei einer Runde Minigolf entspannen oder Ziegen und seltene Vögel im kleinen Tierpark bewundern. Was ihr über den Volkspark Hasenheide wissen müsst, lest ihr hier.

Besonderer Anblick: der Rosengarten im Volkspark Hasenheide. Foto: Imago/Schöning
Besonderer Anblick: der Rosengarten im Volkspark Hasenheide. Foto: Imago/Schöning

Der Name geht natürlich auf Hasengehege zurück

Geschichte Lange Zeit war die Hasenheide alles, nur kein Volkspark. Den Namen verdankt das Gelände Friedrich Wilhelm, der hier ab 1678 ein Hasengehege anlegen ließ. Der Große Kurfürst ging hier zur Jagd, und das preußische Heer nutzte große Teile des Gebiets als Übungs- und Schießplatz.

Lange bevor es Pläne zur Parkgestaltung gab, schrieb die Hasenheide Geschichte: Friedrich Ludwig Jahn, bekannt als „Turnvater“, baute hier 1811 Preußens ersten Turnplatz auf. Noch heute erinnert ein Denkmal an den Politiker und Pädagogen, auf dessen Wirken zahlreiche Turnvereine in der ganzen Welt zurückgehen.

Ein Denkmal im Volkspark Hasenheide erinnert an "Turnvater" Jahn. Foto: Imago/Schöning
Ein Denkmal im Volkspark Hasenheide erinnert an „Turnvater“ Jahn. Foto: Imago/Schöning

Pläne, einen Volkspark Hasenheide auf der Grünfläche anzulegen, gab es bereits Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Hasenheide vom Landkreis Teltow in die damals eigenständige Stadt Rixdorf eingemeindet wurde. Verwirklicht wurde das Vorhaben jedoch erst zwischen 1936 und 1939. Im Zweiten Weltkrieg war der Plan, wie im Volkspark Friedrichshain und im Volkspark Humboldthain Flaktürme zu errichten, doch dieses Schicksal blieb der Haseheide erspart.

Nichtsdestotrotz findet man hier Spuren des Krieges: Die Rixdorfer Höhe, ein kleiner Hügel, der das umliegende Gelände um 22 Meter überragt, ist eine davon, entstanden aus 700.000 Kubikmetern Trümmerschutt. Zwischen 1948 bis 1953 wurde der Park neu gestaltet und erweitert. An die Aufräumarbeiten im zerstörten Berlin erinnert seit 1955 ein Denkmal: Die Bildhauerin Katharina Szelinski-Singers schuf im Jahr 1955 eine Trümmerfrauen-Skulptur mit den Händen im Schoß, den Blick wehmütig nach oben gerichtet.

Südwestlich von der Rixdorfer Höhe könnt ihr am Rixdorfer Teich Enten im Schilf beobachten. Ganz ruhig und idyllisch geht es hier aber nicht immer zu: Regelmäßig finden im Volkspark Hasenheide die Neuköllner Maientage statt, dann wird der Park zum Rummelplatz.

Fast windstill ist es oft auf den Wiesen in der Hasenheide, die gut von Bäumen geschützt sind.    Foto: Imago/Schöning
Fast windstill ist es oft auf den Wiesen in der Hasenheide, die gut von Bäumen geschützt sind. Foto: Imago/Schöning

Besonderheiten Der Volkspark Hasenheide ist 47 Hektar groß und damit sicher nicht die größte Grünanlage in Berlin. Eine ganze Menge zu erleben gibt es hier in Neukölln dennoch. Jeden Sommer flimmern abends Filme über die Leinwand unter freiem Himmel. Das Freiluftkino Hasenheide wurde schon in den 1950er-Jahren als Naturtheater angelegt, seit 2001 gibt es das Open-Air-Kino.

Gleich daneben findet sich der Rosengarten mit einer Vielfalt an Arten und Sitzbänken zum Entspannen. Von dort blickt man auf die Hasenschänke, ein kleiner Kiosk, an dem man sich mit Getränken und Snacks versorgen kann.

Sportangebote Für Sportler*innen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich auszupowern, auch wenn die Zeiten, in denen unter der Anleitung von Jahn geturnt wurde, lange vorbei sind. Am Columbiadamm findet ihr Beton und Granit für die Boards: Der Skatepark in der Hasenheide ist einer der beliebtesten in Berlin. Daneben findet ihr im Park einen Tennis-, Basketball- und Fußballplatz, und zwischen all den Bäumen sieht man hier oft aufgespannte Slacklines. Im Norden des Parks findet sich außerdem einer der besten Minigolfplätze Berlins.

Fun Fact Ganz offiziell ist das nicht, aber eine der Liegewiesen in der Hasenheide ist bei FKK-Anhänger*innen sehr beliebt.

Hunde, Grillen, Lage: Was man über den Volkspark Hasenheide wissen muss

Im Volkspark Hasenheide verlieren manche gern die Bodenhaftung. Die Grünanlage ist bei Slackliner*innen beliebt. Foto: Imago/Bernd Friedel
Im Volkspark Hasenheide verlieren manche gern die Bodenhaftung. Die Grünanlage ist bei Slackliner*innen beliebt. Foto: Imago/Bernd Friedel

Grillen Grillen ist im Volkspark nicht gestattet.

Öffnungszeiten Der Park ist jederzeit geöffnet, nur für den Tierpark und den Minigolfplatz gibt es feste Eintrittszeiten.

Besuch mit Kindern Die drei Spielplätze „1001 Nacht“, „Dr. Caligari“ und „Hasenheide“ bieten verschiedene Geräte und Strukturen zum Klettern und Spielen. Im Norden der Hasenheide gibt es einen Tierpark mit Streichelzoo, Eseln, Ziegen, seltenen Tauben, Lamas und weiteren Tieren. Der Eintritt ist frei.

Besuch mit Hund Der Volkspark hat zwei Hundeparks: große offene Flächen, perfekt zum auszutoben. Im restlichen Park gilt Leinenpflicht.

Anfahrt Zum Volkspark Hasenheide kommt ihr gut mit der U-Bahn: einfach die U7 bis Südstern oder Hermannplatz nehmen oder mit der U8 am Hermannplatz oder Boddinstraße aussteigen. Die Busse 104 und 166 halten an der Station Fontanestraße/Flughafenstraße, nachts fährt auch die Linie N7 direkt zur Hasenheide.

  • Volkspark Hasenheide Neukölln, angrenzende Straßen: Hasenheide, Columbiadamm, Lucy-Lameck-Straße, Lilienthalstraße, Fontanestraße


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