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Die Siegessäule: Geschichte, Wissenswertes und Besucherinfos

Die Goldelse thront über dem Großen Tiergarten als umstrittenes Denkmal. Von Weitem glänzt die geflügelte Viktoria, die römische Siegesgöttin, auf der Siegessäule. Was eigentlich an die deutschen Siege gegen andere Nationen erinnern soll, hat heute längst eine andere Bedeutung. Geschichte, Wissenswertes und Besucherinfos über die Siegessäule.

Eine Säule, vier Abschnitte, 67 Meter, 285 Stufen: Die Siegessäule ist ein Wahrzeichen der Geschichte Berlins und ganz Deutschlands. Foto: Imago Images/Contini

Die Siegessäule: Von der Siegesgöttin zum Friedensengel

Geschichte König Wilhelm I. beauftragte 1864 den Hofbaurat Heinrich Strack mit dem Bau von Denkmälern. Die drei Segmente der Siegessäule und die Bronzeskulptur der Siegesgöttin aus der römischen Mythologie, Viktoria, erinnern an drei „siegreiche“ Kriege:

  • den Deutsch-Dänischen Krieg von 1864,
  • den Krieg Deutschland gegen Österreich im Jahr 1866,
  • den Deutsch-Französischen Krieg 1870 bis 1871.

Ursprünglich wurde die Siegessäule 1873 auf dem ehemaligen Königsplatz gebaut, dem heutigen Platz der Republik direkt vor dem, damals noch nicht existenten, Reichstag. Erst als der Naziarchitekt Albert Speer die Umgestaltung Berlins zur Welthauptstadt Germania in Angriff nahm, zog die Säule auf den Großen Stern um. Zu den ursprünglich drei Säulentrommeln, allesamt aus poliertem roten Granit gebaut, kam bei dieser Gelegenheit noch eine vierte Säulentrommel dazu. Um die Wirkung des Denkmals zusätzlich zu verstärken, verbreitete man den Sockel um 6,5 Meter. Heute ragt die Siegessäule 67 Meter in die Höhe. 

Beim Festival of Lights leuchtet auch die Siegessäule im bunten Licht. Foto: Imago Images/Mehrdad Samak-Abedi

Die alliierten Kontrollratsdirektive Nr. 30, die über den Erhalt oder Beseitigung militärischer Denkmäler entschied, beschloss den Abriss der Siegessäule. Dieser verzögerte sich, bis der im Oktober 1946 demokratisch gewählte Magistrat nicht mehr darauf zurückkam. Denn dieser besagte, dass alle Bauwerke die ab dem 1.August 1914, dem Beginn des 1.Weltkrieges, erbaut worden waren, gesprengt, werden sollen und alle anderen stehen bleiben durften.

Nur einen Monat später beantragte die französische Besatzungsmacht erneut den Abriss. Da die sowjetischen Vertreter im Alliierten Kommandaturat sich enthielten und die Briten und Amerikaner ablehnten, gaben sich die Franzosen mit der Bronzetafel, die an die Kriege gegen Frankreich und Dänemark erinnerten, zufrieden. Diese transportierte man gemeinsam mit dem Relief über den Triumphzug in Berlin nach Paris. Zum 750. Geburtstag Berlins schickte Paris die konfiszierte Bronzetafel zurück, sodass die Siegessäule heute wieder vollständig ist.

Viktoria, auch Goldelse genannt, hält einen Lorbeerkranz in die Höhe, in der linken Hand ein Feldzeichen mit dem Eisernen Kreuz. Auf ihrem Helm sitzt ein Adler. Im Kreisverkehr am Großen Stern kann man die Siegessäule von allen Seiten begutachten. Foto: Imago Images/Jürgen Ritter
Viktoria, auch Goldelse genannt, hält einen Lorbeerkranz in die Höhe, in der linken Hand ein Feldzeichen mit dem Eisernen Kreuz. Auf ihrem Helm sitzt ein Adler. Im Kreisverkehr am Großen Stern kann man die Siegessäule von allen Seiten begutachten. Foto: Imago Images/Jürgen Ritter

Fun Fact Die vergoldete 8,3 Meter hohe und 35 Tonnen schwere Bronzeskulptur der Viktoria entwarf Friedrich Drake nach Zügen von Kronprinzessin Victoria von Großbritannien und Irland. Umgedeutet von den Berlinerinnen und Berlinern ist die Siegesgöttin heute ein Friedensengel. Zusätzlich ist sie bekannt unter dem Rufnamen der „Goldelse“, wegen der Vergoldung und dem Titel des Romans Goldelse von der Autorin E. Marlitt. Es führt eine Wendeltreppe mit 285 Stufen hoch auf die Aussichtsplattform direkt unter der Else.

Wichtige Infos für den Besuch der Siegessäule

Die Siegessäule in der Straße des 17. Juni ist ein Nationaldenkmal, übrig geblieben aus der Zeit von König Wilhelm I.. Von Berlins Skyline ist sie heute trotz einigen Versuchen sie abzureißen, nicht mehr weg zu denken. Foto: Imago Images/fStopImages

Öffnungszeiten Die Siegessäule ist täglich geöffnet. Die Öffnungszeiten sind allerdings jahreszeitenabhängig; von April bis Oktober, Montag bis Freitag 9.30 bis 18.30 Uhr und am Wochenende sogar bis 19 Uhr. In der Zeit von November bis März ist die Siegessäule von 9.30 bis 17 Uhr geöffnet.

Preise Der Eintrittspreis zur Siegessäule beträgt 3 Euro. Für den Ermäßigungstarif zahlen Kinder, Studierende und Senioren 2,50 Euro.

Anfahrt Die Siegessäule ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wunderbar zu erreichen. Mit der S-Bahn (S5,S7,S75) bis zur Haltestelle Bellevue und dann am Spreeufer entlang 15 Minuten zu Fuß bis zum Großen Stern. Von der U-Bahnstation Hansaplatz (U9) läuft man zehn Minuten immer mit dem Blick auf die Goldelse gerichtet. Die Busse 100, 106, 187 und der N26 halten direkt am Großen Stern.

In der Nähe Von der Plattform auf rund 51 Metern Höhe der Siegessäule habt ihr einen wunderbaren Panoramablick über den grünen Großen Tiergarten und über ganz Berlin. Unter anderem ist am Ende der Straße des 17. Juni das Brandenburger Tor zu sehen, von dem der Potsdamer Platz fußläufig erreichbar ist. Auch zum Reichstagsgebäude gelangt man schnell zu Fuß von der Goldelse aus.

  • Tiergarten, Straße des 17. Juni, Mitte
  • Brandenburger Tor, Pariser Platz, Mitte
  • Potsdamer Platz, Mitte
  • Reichstag, Platz der Republik 1, Mitte, online und telefonisch erreichbar, 030/ 22 73 21 52


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