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Nicht nur für Halloween: 12 Horrorfilme, die in Berlin spielen

Düster, blutig, unheimlich – 12 Horrorfilme, die in Berlin spielen: Geheime Experimente in der Großklinik, Sex mit Toten, Zombies im Hinterhaus und okkulte Rituale in der Tanzschule. Wir haben ein blutiges Dutzend düsterer Filme herausgesucht. Ein regionaler Gruselfaktor ist garantiert, und dieser Berlin-Horror ist nicht nur rund um Halloween sehenswert!


Anatomie 2

Horrorfilme Berlin: Unheimliche Dinge geschehen in Berliner Krankenhäusern. Foto: Columbia Tri-Star
Horrorfilme aus Berlin: Unheimliche Dinge geschehen auch in Krankenhäusern. Foto: Columbia Tri-Star

Akademische Slasher-Fortsetzung des Heidelberger Skalpelldramas, nach der Übersiedlung des Plots nach Berlin. Inhaltsstoffe: Eine junger Arzt, gespielt von Barnaby Metschurat, bekommt nach dem Studium einen Job in einer Berliner Großklinik. Um dem zermürbendem Arbeitsalltag zu entgehen, nimmt er das Angebot an, an einem Forschungsprojekt mitzuwirken. Das war keine gute Idee.

  • Deutschland 2003, Regie: Stefan Ruzowitzky

Antikörper

André M. Hennicke als pädophiler Serienmörder. Foto: Antikörper
André M. Hennicke als pädophiler Serienmörder. Foto: Antikörper

Regisseur und Scriptautor Christian Alvart setzt auf Kameratricks und mit Farbeffekten dröhnendes Kino. André Hennicke als pädophiler Serienkiller verkörpert das Böse mit lustvollem innerem Glühen, Wotan Wilke Möhring als redlicher Dorfpolizist das Gute. Einem ungeklärten Mädchenmord in seiner frömmelnden thüringischen Gemeinde auf der Spur, lässt er sich in Berlin auf die Vernehmung des inhaftierten Killers ein und erliegt allerlei Versuchungen, bis die Welt wieder in Ordnung ist.

  • Deutschland 2005, 126 Minuten, Regie: Christian Alvart

Berlin Syndrom

Horrorfilme Berlin: Noch ist die junge Australierin in Freiheit, aber nicht mehr lange. Foto: 2016 Berlin Syndrome Holdings Pty Ltd Screen Australia
Noch ist die junge Australierin in Freiheit, aber nicht mehr lange. Foto: 2016 Berlin Syndrome Holdings Pty Ltd Screen Australia

Clare, eine junge Australierin Berlin, trifft den Sportlehrer Andi und folgt ihm arglos in seine Wohnung. Am nächsten Tag darf sie nicht mehr raus und durchlebt ein gewaltvolles Martyrium, das sich in einer klaustrophobischen Szenerie eines Berliner Hinterhofs abspielt.

Regisseurin Cate Shortland will die Geiselnahme als Sinnbild auf die DDR verstanden wissen. Eine Produktion aus der Gattung eher subtiler Horrorfilme, die Berlin als verhängnisvollen Ort inszeniert.

  • Australien 2017, 116 Minuten, Regie: Cate Shortland

Dämonen 2

Das Metropol war in den 1980er-Jahren ein Ort des Schreckens, zumindest in dem italienischem Horrorfilm "Dämonen 2". Foto: Dämonen 2
Das Metropol war in den 1980er-Jahren ein Ort des Schreckens, zumindest in dem italienischem Horrorfilm „Dämonen 2“. Foto: Dämonen 2

Dario Argento gilt als der Pate des Giallo bzw. des italienischen Horrorfilms. Der Regisseur und Produzent setzte Maßstäbe, was Schrecken und Brutalität anging, und hat immer wieder die Grenzen des guten Geschmacks übertreten. Er produzierte die 1985 von Lamberto Bava gedrehte Fortsetzung von „Demoni“.

Der nur auf Video veröffentlichte Genrefilm, der auch unter dem Titel „Dance of the Demons“ bekannt ist, führt ins West-Berlin der 1980er-Jahre. Im Metropol-Theater feiert ein Horrorfilm Premiere, die Prostituierte Rosemarie besucht die Vorstellung und verletzt sich an einer makabren Dekoration im Foyer des Filmpalastes. In dem Film wird ein Dämon erweckt, doch dann geschehen auch furchtbare Dinge in der Realität, und die Premierengäste sind sich ihres Lebens nicht mehr sicher. Die beiden Spielebenen verschmelzen in einer dämonischen Katastrophe.

Mehrere Aufnahmen zeigen eine U-Bahnfahrt durch Kreuzberg und Schöneberg sowie das Nachtleben am Kurfürstendamm. Dass die Innenaufnahmen im Metropol gedreht wurden ist jedoch unwahrscheinlich.

  • Italien, 1985. 84 Minuten, Regie: Lamberto Bava

Heilstätten

Horrorfilme Berlin: Eigentlich ein Ort für einen schönen Spaziergang, doch in den Heilstätten in Beelitz kann es auch gruselig zugehen. Foto: Copyright 2017 Twentieth Century Fox
Eigentlich ein Ort für einen schönen Spaziergang, doch in den Heilstätten in Beelitz kann es auch gruselig zugehen. Foto: Copyright 2017 Twentieth Century Fox

Horror im Berliner Umland: Für eine Challenge versammeln sich YouTuber in den leerstehenden Heilstätten Beelitz, einem Ort mit einer unheilvollen Vergangenheit. Werden die Geister der Toten zum Leben erwachen? Wird einer der sich so cool gebärdenden Herausforderer am Ende als Schisser dastehen? Werden einige die Nacht vielleicht gar nicht überleben? Deutscher Horrorfilm in der Spätnachfolge von „The Blair Witch Project“.

  • Deutschland 2017, 89 Minuten, Regie: Michael David Pate

Nekromantik

Die Schöne und der Tote in Jörg Buttgereits Kult-Splatterfilm. Foto: Jörg Buttgereit
Die Schöne und der Tote in Jörg Buttgereits skandalträchtigem Kult-Splatterfilm. Foto: Jörg Buttgereit

Kein anderer Horrorfilm aus Berlin hat für mehr Aufsehen gesorgt als der legendäre Low-Budget-Splatter-Klassiker „Nekromantik“ aus dem Jahr 1987. Hinter dem selbst gemachten und mit einfachsten Mitteln produzierten Amateurfilm stand Jörg Buttgereit. Der Regisseur, Produzent, Autor, Godzilla-Experte und Comic-, Hörspiel- und Theatermacher hat wie kein anderer das Horrorgenre aus Berlin heraus erforscht, erneuert und immer wieder auch vor Gericht verteidigt.

In dem zeitweilig indiziertem und heute als kontroverses Kunstwerk anerkanntem „Nekromantik“ bringt der nekrophile Tatortreiniger Robert gelegentlich Leichenteile in seine Wohnung. Irgendwann auch einen vollständigen toten Körper, mit dem er uns seine Freundin Betty eine Dreiecksbeziehung anfangen. Doch dann entscheidet sich Betty für die Leiche und haut mit ihr ab, Robert bleibt allein zurück und verarbeitet den Verlust mit Hilfe von Sex, Alkohol, Drogen und Gewalt.

  • Deutschland 1987, 68 Minuten, Regie: Jörg Buttgereit

Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens

Max Schreck in dem Meisterwerk des Schreckens aus dem Jahr 1922. Foto: Imago/ Everett Collection
Max Schreck in dem Meisterwerk des Schreckens aus dem Jahr 1922. Foto: Imago/ Everett Collection

Filmexperten werden jetzt empört aufschreien: Der 1922 von F.W. Murnau gedrehte Stummfilmklassiker „Nosferatu“ spiele doch gar nicht in Berlin! Das stimmt. Die Handlung des Stummfilmklassikers und dem Ur-Vampirfilm schlechthin spielt in der Hafenstadt Wisborg, gedreht wurde in Wismar.

Allerdings ließ Murnau auch viele Innenaufnahmen im Jofa-Studio in Berlin-Johannisthal sowie einige Außenaufnahmen im Tegeler Forst drehen. Und natürlich fand die Uraufführung des Meilensteins der deutschen Filmgeschichte – und wohl auch der Horrorfilmgeschichte überhaupt – in Berlin statt.

  • Deutschland 1922, 94 Minuten, Regie: F.W. Murnau

Possession

Andrzej Zulawski drehte in den 1980er-Jahren einen sehr ungewöhnlichen Horrorfilm in West-Berlin. Foto: Possession
Andrzej Zulawski drehte in den 1980er-Jahren einen der ungewöhnlichsten Berlin-Horrorfilme überhaupt. Foto: Possession

Mark und Anna. Ein Ehepaar in West-Berlin der frühen 1980er-Jahre. Er Kontrollfreak, sie entfremdet, das gemeinsame Leben mit dem Sohn führt in die Sackgasse. Bis sie eine Affäre mit dem Esoteriker Heinrich beginnt und das Ehedrama in einer verhängnisvollen Situation mündet. Bis Anna verschwindet und Mark der Lehrerin seines Sohnes begegnet, die seiner Frau zum Verwechseln ähnlich sieht.

Als Mark einen Privatdetektiv anheuert, der Anna aufspüren soll, findet dieser eine schleimige Kreatur in einer Kreuzberger Altbauwohnung. Dann geschehen die ersten Morde, die Männer um Anna herum sterben, denn das unheimliche Wesen will gefüttert werden.

„Possession“ ist eine mysteriös-gewaltvolle Orgie des polnischen Regisseurs Andrzej Zulawski, die sich aber vielen Horrorklischees klug entzieht oder diese auf ungewöhnliche Art einsetzt und immer wieder auf kunstvolles Autorenkino verweist. Ein zu unrecht vergessener Horrorfilm aus Berlin.

  • Frankreich/Deutschland, 1981. 123 Minuten, Regie: Andrzej Zulawski

Rammbock

Berlins erster Zombie-Spielfilm. Foto: Rammbock

Eigentlich will der Österreicher Michael (Michael Fuith) nur kurz in Berlin vorbeischauen, um seine Ex-Freundin zurückzuerobern. Doch kaum in der Altbauwohnung am Westhafen angelangt, attackieren auch schon Zombies den Berliner Hinterhof – der Kampf um die Liebe wird plötzlich zum Überlebenskampf. „Rammbock“ ist wohl Berlins erster Zombie-Spielfilm. Ruhig erzählt, mit naturalistisch wirkenden Untoten und Hingabe für seine verdatterte Hauptfigur kann sich das Kinodebüt von „4 Blocks“-Schöpfer Marvin Kren sehen lassen.

  • Deutschland 2010, 64 Minuten, Regie: Marvin Kren

Suspiria

Remake des Giallo-Klassikers von Dario Argento. Foto: Amazon Studios/Alessio Bolzoni
Remake des Giallo-Klassikers von Dario Argento. Foto: Amazon Studios/Alessio Bolzoni

Horrorfilme aus Berlin haben durchaus Tradition: Die Amerikanerin Susie Bannion (Dakota Johnson) studiert im West-Berlin der späten 70er Jahre an der renommierten Marcos-Tanzakademie. Als immer mehr ihrer Kameradinnen durch mysteriöse Umstände verschwinden, muss sie feststellen, dass die nur von Frauen geführte Tanzschule eine düstere Vergangenheit hat.

Im Kellerlabyrinth unter der Akademie soll Susie bei einem okkulten Tanzritual in die Hexengesellschaft aufgenommen werden. Remake des Giallo-Klassikers von Dario Argento mit Tilda Swinton in der Rolle der fiesen Tanzschule-Direktorin. Ein Film, der den Mythos der Mauerstadt Berlin als abgründigen Hort des Bösen beschwört.

  • USA 2018, 152 Minuten, Regie: Luca Guadagnino

Urban Explorer

Horrorfilme Berlin:
Wenn das unterirdische Abenteuer zum Horrortrip. Foto: Urban Explorer

Unter der Führung eines Einheimischen erkunden vier junge Touristen aus aller Welt die unterirdischen Seiten von Berlin. Doch das kalkulierte Abenteuer wird zum Horrortrip. Einer der gelungensten deutschen Horrorfilme aus Berlin, angesiedelt zwischen dichter Atmosphäre und Splatterkino.

  • Deutschland 2011, 95 Minuten, Regie: Andy Fetscher

Wir sind die Nacht

Horrorfilme Berlin: Hedonistische Vampire in der Berliner U-Bahn. Foto: Metropolitan FilmExport
Hedonistische Vampire in der Berliner U-Bahn. Foto: Metropolitan FilmExport

Im heutigen Berlin wird eine Kleinkriminelle Teil einer Gruppe von Vampirinnen, die einem hedonistischen Lebensstil frönen. Durch die Leichen, die ihren Weg pflastern, gerät aber auch ein junger Polizist auf ihre Spur, der sich in die junge Frau verliebt hat. Moderner Vampirfilm, der etwas mehr auf Action als auf Verführung setzt.

  • Deutschland 2009, 100 Minuten, Regie: Dennis Gansel

Mehr zu Filmen

Voodoo im Mädcheninternat: Unsere Kritik zum Film „Zombi Child“ von Bertrand Bonello. Wenn euch die 1920er-Jahre interessieren: Das sind die Drehorte der Serie „Babylon Berlin“. Auch der ein oder andere Filmschauplatz findet sich hier: Diese 12 Orte in und um Berlin lehren euch das Fürchten. Ihr seid nicht so sehr in Gruselstimmung? Wir zeigen euch Filme zu 30 Jahren Wiedervereinigung, zur Wende und zum Mauerfall. Und hier lest ihr unser Interview mit dem „Dark“-Star und Fassbinder-Darsteller Oliver Masucci.

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