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Museen in Neukölln: Von Puppenspiel bis Kiezgeschichte

Museen in Neukölln sind etwas speziell, aber spannend: Der Bezirk blickt auf seine eigene Geschichte zurück und rückt den Fokus auf das Leben in der Gründerzeit. Daneben findet sich hier mit dem Kindl-Zentrum einer der spannendsten Ausstellungsorte für Kunst in Berlin sowie mit dem Puppentheater-Museum ein Ort, der eine unterschätzte Kunstform würdigt. Wir stellen euch die Museum in Neukölln vor.


Bezirksgeschichte im Museum Neukölln erleben

Im Museum Neukölln begibt man sich in der Dauerausstellung auf eine Zeitreise durch die Geschichte des Bezirks. Foto: Imago/Bernd Friedel
Im Museum Neukölln begibt man sich in der Dauerausstellung auf eine Zeitreise durch die Geschichte des Bezirks. Foto: Imago/Bernd Friedel

Das Museum Neukölln ist eines von Berlins bedeutendsten regionalgeschichtlichen Museen, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1897 reichen. Seit 2010 befindet sich das Museum in umgebauten Stallungen im Ortsteil Britz. Die Sammlung ist vielseitig. Die Geschichte des Bezirks, der bis 1920 Rixdorf hieß und als Richardsdorp erstmals 1360 urkundlich erwähnt worden ist, wird in der Dauerausstellung „99 x Neukölln“ anhand von Exponaten aus dem Alltag anschaulich erzählt.

Aber auch neuere Geschichte ist in dem Museum gut dokumentiert: Viel diskutiertes Ausstellungsstück ist zum Beispiel die Rütli-Mütze mit arabischem Schriftzug, die zum Symbol des Neuköllner Schulalltags wurde und den multikulturellen Geist des Bezirks unterstreicht, der in der Vergangenheit als sozialer Brennpunkt Schlagzeilen gemacht hat. Das Museum Neukölln ist mittlerweile auch als Kulturstandort beliebt und bietet einen Veranstaltungssaal und eine Freilichtbühne. Mehr Stadtgeschichte: Alle Stadt- und Heimatmuseen in Berlin stellen wir euch hier vor.

  • Museum Neukölln Alt-Britz 81, Neukölln, Tel. 030/627 27 77 27, tgl. 10-18 Uhr, Eintritt frei, für Veranstaltungen je nach Anlass, www.museum-neukoelln.de

Schloss Britz

Museen in Neukölln: Das Schloss Britz blickt in der Dauerausstellung auf die Gründerzeit zurück. Foto: Imago/Schöning
Museen in Neukölln: Das Schloss Britz blickt in der Dauerausstellung auf die Gründerzeit zurück. Foto: Imago/Schöning

Früher einmal fand sich hier ein herrschaftliches Fachwerkanwesen der Ritterfamilie von Britzke. Schon im 18. Jahrhundert wurde in Britz nicht nur residiert, sondern auch ordentlich malocht: Damals galt das Gutshaus als Musterbeispiel ökonomischer Landwirtschaft. Heute gibt es auf dem ausladenden Außengelände eine Tierterrasse mit Pferden, Kühen, Schafen, Ziegen und Gänsen zu besichtigen.

Seine heutige Gestalt im Stil der Neorenaissance erhielt das Schloss Britz im späten 19. Jahrhundert. Im Innern findet sich eines der spannendsten Museen in Neukölln: In fünf Räumen kann man einen authentischen Blick auf die Wohnkultur der Gründerzeit erhaschen, mit düster-prunkvollen Möbeln, die vom neuen Selbstbewusstsein des deutschen Bürgertums nach 1871 zeugen. Neben der Dauerausstellung „Wohnkultur der Gründerzeit“ gibt es auch wechselnde Sonderausstellungen – daneben außerdem ein Konzertprogramm sowie einen wunderschönen Schlosspark. Wer mehr Prunk sucht, findet hier noch mehr Schlösser in Berlin.

  • Schloss Britz Alt-Britz 73, Neukölln, Di–So 12–18 Uhr, Museumseintritt: 5 €, ermäßigt 3 €, bis 12 Jahre frei, nur Dauerausstellung: 3 €, erm. 2 €, bis 12 Jahre frei, www.schlossbritz.de

Kindl-Zentrum für zeitgenössische Kunst

Museen in Neukölln: Das Kindl-Zentrum für zeitgenössische Kunst ist in einer historischen Brauerei untergebracht. Foto: Imago/Joko
Museen in Neukölln: Das Kindl-Zentrum für zeitgenössische Kunst ist in einer historischen Brauerei untergebracht. Foto: Imago/Joko

In den gewaltigen Kesseln des Sudhauses brodelt schon lange kein Bier mehr. Stattdessen ist der exzentrische Backsteinbau eines der spannendsten Ausstellungshäuser der Stadt: das Kindl-Zentrum für zeitgenössische Kunst. 2011 begann der Umbau des Industriedenkmals zu einem innovativen Raum für Kunst. Seither stellen internationale Kunstschaffende auf rund 1.600 Quadratmetern ihre Werke von Malerei bis Videokunst aus. Zum Programm des Hauses gehören auch Gesprächsreihen, Artist Talks, Podiumsdiskussionen und Vorträge sowie regelmäßige Kooperationen mit anderen Kultureinrichtungen, etwa den Festivals „48 Stunden Neukölln“ oder „Tanz im August“. Für Kunst-Fans empfehlen wir übrigens hier immer die besten Ausstellungen.

  • Kindl-Zentrum für zeitgenössische Kunst Am Sudhaus 3, Neukölln, Mi 12–20 Uhr, Do–So 12–18 Uhr, Eintritt: 5, erm. 3 €, bis 18 Jahre frei, freier Eintritt an jedem ersten Sonntag im Monat, www.kindl-berlin.de

Puppentheater-Museum

Im Puppentheater-Museum finden regelmäßig auch Aufführungen statt – hier mit Ignacia Durand und Figuren von Alejandro Coral. Foto: Fabien Prauss
Im Puppentheater-Museum finden regelmäßig auch Aufführungen statt – hier mit Ignacia Durand und Figuren von Alejandro Coral. Foto: Fabien Prauss

Wer an Figurentheater denkt, landet unweigerlich in Augsburg, Heimat der berühmten Puppenkiste. Dabei ist auch Berlin eine Marionetten-Metropole. Nicht nur, dass man sich an der Schauspielschule „Ernst Busch“ im Figurentheater ausbilden lassen kann. Unter den Museen in Neukölln findet sich eines, das sich mit Geschichte und Gegenwart dieser Kunstform befasst. Im Puppentheater-Museum an der Karl-Marx-Straße werden auf zwei Etagen in wechselnden Ausstellungen Marionetten, Schattentheaterfiguren, Handpuppen, Stabfiguren und mehr aus der ganzen Bandbreite des Figurentheaters gezeigt. Und regelmäßig erwachen die Puppen in diesem Museum in Neukölln auch zum Leben: Auf den beiden Bühnen werden Aufführungen gezeigt, es gibt Workshops und ab und an auch bei Open Stages.

  • Puppentheater-Museum Berlin Karl-Marx-Straße 135, Neukölln, Tel. 030/98 37 81 31, Eintritt: Kinder 4 €, Erwachsene 6 €, mehr Infos zu Führungen, Veranstaltungen und Theaterstücken auf www.puppentheater-museum.de

Mehr Neukölln und mehr Berlin

Neugierig auf den Bezirk? Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Neukölln stellen wir hier vor. Lust bekommen, mehr von der Stadt zu entdecken? Alles über Sehenswürdigkeiten für die Sightseeing-Tour durch Berlin findet ihr hier. Was ihr beim Besuch auf jeden Fall abhaken sollt: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Berlins. Ihr wollt mehr vom Bezirk sehen? Das geht auch gut auf einer Fahrt mit der U-Bahnlinie U7 oder der U-Bahnlinie U8. Von Geschichte bis News, von Späti bis Restaurants könnt ihr mit uns immer Neues in Neukölln entdecken.