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Berliner Kieze

12 Tipps für das Afrikanische Viertel: Gutes Essen, Natur und Kultur

Ein Stückchen nördlich vom S-Bahn-Ring, eingerahmt vom Grün des Volkspark Rehberge im Westen und der Müllerstraße im Osten, liegt das Afrikanische Viertel. Mit den trubeligen Kiezen weiter im Zentrum der Stadt oder den quirligen Straßenzügen in Neukölln und Kreuzberg kann man das Viertel wohl kaum vergleichen. Muss man auch nicht. Denn das Afrikanische Viertel hat seinen ganz eigenen Charme mit einzigartiger Architektur, gutem Essen und viel Natur drum herum.

Über den Dächern des Afrikanischen Viertels im Wedding – von kulinarisch bis kulturell gibt es einiges zu entdecken. Foto: Imago Images/Ritter

Essen im Kush

Das Afrikanische Viertel und seine Perlen: das Kush.
Frisch und lecker: Die Teller im sudanesisch-nubischen Restaurant Kush. Foto: Khadija Eltahir

Endlich! Ein nubisch-sudanesischer Imbiss mit Falafel-, Magali- und Halloumi-Sandwiches mit Erdnusssauce hatte im Afrikanischen Viertel, eigentlich im gesamten Wedding, wirklich gefehlt. Seit ein paar Monaten füllt das „Kush“ diese Lücke. Wer etwas mehr Hunger hat, wählt einen der abwechslungsreichen Teller: entweder mit Fleisch, also Köfte oder Hähnchen, oder mit Falafel, Gemüse und Käse. Dazu gibt’s immer Auberginen-Paste, Erdnussssauce und Mangosauce — köstlich!

  • Kush Müllerstraße 97, Wedding, Mo-Sa 11-23 Uhr, So 12-22 Uhr, Tel. 030/49 90 72 90, kush-berlin.de

City Kino Wedding

Das City Kino Wedding zeigt Filmklassiker und aktuelle Arthouse-Filme. Foto: Fridolin freudenfett/CC BY-SA 4.0/ Wikimedia Commons

Mit dem City Kino Wedding residiert ein Programmkino im Afrikanischen Viertel, das Cineast*innen schwärmen lässt. In dem stilvollen Kinosaal aus den 1960er Jahren laufen aktuelle Arthouse-Filme und Filmklassiker. Es gibt Specials wie den „französischen Film des Monats“, der in Originalsprache mit Untertiteln gezeigt wird – natürlich nicht als einzige Filme in Originalvertonung. Auch Klassiker und aktuelle Filme zeigen die Betreiberinnen in Originalsprache mit Untertiteln. Außerdem begleiten die Vorführungen immer wieder Diskussionen mit den Regisseur*innen oder anderen Mitwirkenden aus dem Film die Vorführungen.

  • City Kino Wedding Müllerstraße 74, Wedding, Öffnungszeiten je nach Programm, Tel. 01525/968 79 21, citykinowedding.de

Friedrich-Ebert-Siedlung

Das Afrikanische Viertel und seine Perlen: die Friedrich-Ebert-Siedlung
Alle Wohnungen in der Friedrich-Ebert-Siedlung haben eine Loggia. Foto: imago images/Steinach

Im Afrikanischen Viertel stehen zwei Siedlungen, die hervorstechen. Eine davon ist die Friedrich-Ebert-Siedlung zwischen Petersallee und Swapokmunder Straße, Windhuker und Müllerstraße. Sie ist 1929 bis 1939 auf Grundlage von Entwürfen der Architekten Paul Emmerich, Paul Mebes und Bruno Taut entstanden. Vor allem Mebes und Taut gelten als Vertreter der „Neuen Sachlichkeit“ und damit des „Neuen Bauens“. Maxime dieses neuen Baustils war der Verzicht auf schmückende Details und gleichzeitig eine Besinnung auf Funktionalität. Kubische Formen und klare Linien zeichnen das Neue Bauen aus.

Zudem sollten die Menschen gesünder wohnen: Heller als die herkömmlichen Mietskasernen in den dunklen Hinterhöfen sollten die neuen Wohnungen sein, gut belüftet und geräumig. Außerdem sollten sie die kollektive Identität stärken und daher möglichst gleich sein. Deswegen sind fast alle Wohnungen in der Siedlung Zweiraumwohnungen mit Loggia, Kammer, Küche und Bad.


Eiscafé Kibo

Das Afrikanische Viertel und seine Perlen: Das Eiscafé Kibo.
Der Obstbecher im Eiscafé Kibo: zum Dahinschmelzen. Foto: Peter Groth

Eis aus dem Wedding und nicht aus dem hippen Kreuzberg oder Prenzlauer Berg? Gibt’s – und zwar richtig leckeres. Die Betreiber*innen des Eiscafés Kibo stellen ihr Eis selbst her und entwickeln kreative Sorten wie Butterkeks, Zitrone-Basilikum oder Campari-Grapefruit. Die klassischen Sorten wie Vanille, Schokolade oder Erdbeer schmecken hier aber mindestens genau so gut. Besonders zu empfehlen: Himbeer! Außerdem gibt es im Kibo ein abwechslungsreiches an Angebot an leckeren Crêpes, Waffeln und Eisbechern, bei denen auch Veganer*innen fündig werden.


Volkspark Rehberge

Im Volkspark Rehberge gibt es ganz schön verwunschene Ecken, wie hier am Möwensee. Foto: imago images/Jürgen Ritter

Der Volkspark Rehberge ist einer weitläufigsten Parks Berlins. Seinen Namen verdankt er den Rehbergen, die ebenso wie drei Seen den Park durchziehen. Der Stadtgartendirektor Erwin Barth hat den Volkspark Rehberge entworfen, nachdem die frierende Bevölkerung im Norden Berlins nach dem ersten Weltkrieg fast den gesamten Baumbestand in dem Gebiet verheizt hatte. Der Park gilt als typisches Beispiel der Volksparkbewegung in den 1920er Jahren und ist vielseitig. Es gibt waldartige und naturnahe Parkteile, in denen sogar die Sümpfe erhalten geblieben sind, aber auch Wiesen und Sportanlagen. Auf einer der Erhöhungen führt außerdem eine Ahornallee zum Rathenaubrunnen. Übrigens: hier haben wir alle Infos zum Volkspark Rehberge mit seinen Hirschen, Seen und dem Kino gesammelt.


Bantou Village

Das Afrikanische Viertel und seine Perlen: das Bantou Village
Kamerunisches Essen gibt’s im Bantou Village. Foto: Hannah Schönwald

Im afrikanischen Viertel auf der Kameruner Straße liegt das vielleicht einzige explizit kamerunische Restaurant der Stadt. Wenn das mal nicht geplant war! Neben kamerunischen Speisen kann man hier auch eigens importierte Getränke wie Palmenwein und kamerunische Biere probieren.


Flop Café

Und die Wraps schmecken einfach wunderbar!

Posted by Flop Cafe on Thursday, September 24, 2015

Wenn man im Café Flop sitzt, könnte man auch denken, man sei im Prenzlauer Berg oder in Neukölln. Bücher stehen in den Regalen an der Wand, davor Holztische und gemütliche Sessel – fast wie das eigene Wohnzimmer, nur besser. Außerdem gibt es frisches, arabisches Essen um das man sich nicht selbst kümmern muss. Da sind zum Beispiel die saftigen Wraps mit Falafel und Salat oder die leckeren Suppen. Außerdem gibt es arabische Süßigkeiten und Kaffee, der so verführerisch riecht, dass man gar nicht anders kann, als die Hände um die Tasse zu schließen und etwas tiefer in einen der gemütlichen Sessel zu rutschen.

Flop Café Otawistraße 11, Wedding, Mi-Mo 11-20 Uhr, Di Ruhetag, www.facebook.com/flopcafe.berlin


Ludwig-Mies-van-der-Rohe-Häuser

Das Afrikanische Viertel und seine Perlen: die Mies van der Rohe-Häuser
Kubischer geht’s kaum: Ludwig Mies van der Rohe, Vertreter des Neuen Bauens, hat vier Häuserzeilen im Afrikanischen Viertel errichten lassen. Foto: imago images/Günter Schneider

Die zweite besondere Siedlung im Afrikanischen Viertel befindet sich zwischen Afrikanischer Straße und Goethepark. Die gelben Häuser dort, die zwischen den Einfamilienhäusern so sehr hervorstechen, stammen aus der Feder eines der bekanntesten Vertreter des Neuen Bauens: Ludwig Mies van der Rohe. Die vier Häuserzeilen sind eins der wenigen Projekte, die van der Rohe verwirklichte, bevor er in die USA emigrierte. Bei den Häusern an der Afrikanischen Straße sind die kubischen Formen, die das Neue Bauen prägten, besonders klar zu erkennen. Außerdem typisch für das Neue Bauen: Die Entscheidung für klare Farben auf großen Flächen, hier das warme Gelb, das von den Fassaden der Häuser strahlt. Mehr Bauhaus in Berlin findet ihr hier.


Africa Market Monsieur Ebeny

Unscheinbar von außen, überwältigend von innen: der Africa Market Monsieur Ebeny. Foto: Hannah Schönwald

Für viele Berliner*innen mit Wurzeln in afrikanischen Ländern, die im Afrikanischen Viertel wohnen, ist der Africa Market Monsieur Ebeny ein wichtiger Ort im Kiez. Kein Wunder, den das Sortiment bei Monsieur Ebeny ist vielfältig. Dort gibt es Kochbananen, Katfisch und Kunsthaar, in Palmblätter eingewickelte Maniokwurzeln, Erdnussbutter, Bitterspinat, Holzfiguren und Hemden. Und ziemlich gutes Gemüse.


Plötzensee

Das Afrikanische Viertel und seine Perlen: der Plötzensee
Eine Oase mitten in der Stadt: der Plötzensee. Foto: imago images/Schöning

Fragt man Menschen aus dem Wedding und auch aus anderen Teilen von Berlin nach dem Plötzensee, werden wahrscheinlich viele von ihnen sagen, er sei einer der schönsten Seen Berlins. Auch wenn er, weil er klein ist und so viele Menschen drin baden, jedes Jahr ab August ganz schön dreckig ist. Trotzdem: Dafür, dass der Plötzensee ein See mitten in der Stadt ist, nicht so weit außerhalb wie der Tegeler See weiter nördlich oder die Krumme Lanke im Südwesten der Stadt, ist er ganz schön idyllisch. Auf östlicher Seite befindet sich hinter einer Hecke eine lauschige Wiese, auf der man sich manchmal fühlt, als sei man irgendwo weit draußen in Brandenburg. Und auf westlicher Seite befindet sich das Strandbad Plötzensee, eines der schönsten Berlins. Dort gibt es seit dem Sommer 2020 sogar regelmäßig Kulturveranstaltungen wie Konzerte oder Theateraufführungen.


Freiluftkino Rehberge

Klar, eigentlich gehört das Freiluftkino Rehberge zum Volkspark Rehberge. Aber weil es so schön ist, hat es einen eigenen Platz in unserer Liste verdient. 1.500 Menschen fasst das Kino normalerweise, die gestaffelt auf Bänken auf dem nach hinten ansteigenden Gelände sitzen. Die Filme, die dort über die Leinwand flimmern, werden wie jene im Freiluftkino Friedrichshain und im Freiluftkino Kreuzberg meist auf deutsch gezeigt – die Betreiber sind dieselben. Zweifellos sind alle drei Kinos sehr schön, das Freiluftkino Rehberge aber ist gerade für den Wedding ein immenser Gewinn — und irgendwie besonders. Vielleicht liegt es am Rauschen der Bäume im Volkspark Rehberge oder daran, dass der Park so verwunschen ist.

  • Freiluftkino Rehberge Windhuker Straße Ecke Petersallee, Wedding, Öffnungszeiten je nach Programm und nur im Sommer, www.freiluftkino-rehberge.de

Mercatino

Ein italienischer Feinkostladen, den ein Grieche betreibt? Kann das funktionieren? Es kann – Mercatino auf der Müllerstraße ist der Beweis. Und das seit 1995. Laut Emmanouil Ende, dem Betreiber, ist der italienische Feinkostladen mit dem angeschlossenen kleinen Restaurant sogar das älteste Geschäft auf der Müllerstraße. Zu kaufen gibt es italienische Spezialitäten wie Käse und Salami, Pesto und Pasta sowie selbst zubereitete Antipasti. Außerdem verdammt leckeren Kaffee und Olivenöl aus Kreta. Wer will, bleibt sitzen und schmaust einfache, aber dafür umso leckerere italienische Gerichte wie Lasagne oder Nudeln mit Tomatensoße.

  • Mercatino Müllerstraße 118, Wedding, Mo-Mi+Fr 9-18.30 Uhr, Do 9-22 Uhr, Sa 9-14.30 Uhr, Tel. 030/452 80 49, www.mercatino-berlin.de

Auf der Suche nach noch mehr interessanten Orten im Wedding? Hier sind unsere 12 Tipps für Berlins coolsten Bezirk. Direkt an den Wedding grenzt der Prenzlauer Berg. Hier sind unsere 12 Tipps für den hippen, aber auch etwas vornehmen Stadtteil Prenzlauer Berg — vom Prater bis zum Helmholtzplatz. Wie schwer ist die Umstellung, wenn man vom einen in den anderen Stadtteil wechselt? Unsere Autorin ist vom Wedding in den Prenzlauer Berg gezogen und hat festgestellt: Manche Vorurteile stimmen einfach.

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