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Berliner Schauspielerin

Zwölf Jahre alt, Berlinerin – und für einen Golden Globe nominiert: Helena Zengel

Mit großen Schritten zum Weltruhm: So muss man wohl die Karriere von Helena Zengel beschreiben. Die Berliner Schauspielerin, die im Juni 13 Jahre alt wird, hat 2019 in der Titelrolle des Dramas „Systemsprenger“ für Aufsehen gesorgt. Nun wurde sie für einen Golden Globe in der Kategorie Beste Nebendarstellerin nominiert. An der Seite von Tom Hanks spielt Helena Zengel in „Neues aus der Welt“ Johanna Leonberger, ein Mädchen aus einer Familie von deutschen Ausgewanderten nach Amerika, das bei dem indigenen Volk der Kiowa aufwuchs.

Helena Zengel und Tom Hanks in "Neues aus der Welt". Für ihre Rolle im Film wurde die junge Berlinerin für einen Golden Globe nominiert. Foto: Bruce W. Talamon/Universal Pictures/Netflix
Helena Zengel und Tom Hanks in „Neues aus der Welt“. Für ihre Rolle im Film wurde die junge Berlinerin für einen Golden Globe nominiert. Foto: Bruce W. Talamon/Universal Pictures/Netflix

Der Film spielt Mitte des 19. Jahrhunderts in Texas nach dem Bürgerkrieg. Es ist eine Art Road Movie zu Pferd und zumeist ohne Straßen, in dem der passionierte Zeitungsleser Captain Kidd (Tom Hanks) es übernimmt, das Mädchen nach Castroville in der Nähe von San Antonio zu bringen, wo die letzten bekannten Verwandten von Johanna leben. Bei den Kiowas hieß sie Cicada, so steht es jedenfalls in dem Buch von Paulette Jiles, auf dem der Film beruht.

Kinostart von „Neues aus der Welt“ in den USA war am 25. Dezember 2020. In Deutschland wird der Film auf Netflix zu sehen sein. Starttermin beim großen Streamingdienst ist der 10. Februar.

Helena Zengel wurde mit „Systemsprenger“ bekannt

Helena Zengel wurde für die Rolle der Johanna ausgewählt, nachdem sie in „Systemsprenger“ von Nora Fingscheidt Aufsehen erregt hatte. Sie spielte dort Bernadette, genannt Benni, ein schwieriges Mädchen, an dem alle therapeutischen Versuche der Jugendfürsorge zu scheitern drohen.

Premiere war im Februar 2019 im Wettbewerb der Berlinale. „Systemsprenger“ wurde auch als deutscher Beitrag für den Oscar in der Kategorie Bester internationaler Film ausgewählt, kam dort aber nicht in die letzte Runde.

Vom Western zum Weltruhm?

Vergleichbar wäre der aktuelle Erfolg von Helena Zengel am ehesten mit Hailee Steinfeld, die 2010 in dem Western „True Grit“ von den Coen-Brüdern an der Seite von Jeff Bridges zu sehen war – Premiere war auch damals bei der Berlinale. Inzwischen ist Hailee Steinfeld fester Bestandteil des amerikanischen Blockbusterkinos, sie war in „Bumblebee“ zu sehen und spielt „Spider-Gwen“ in der Marvel-Animationsserie über das „Spider-Verse“.

Dass Helena Zengel sprachlich die Voraussetzungen für eine internationale Karriere mitbringt, kann man zahlreichen Videos entnehmen, in denen sie mit einem exzellenten Englisch zu hören ist.

Auch Nora Fingscheidt, die Regisseurin von „Systemsprenger“, wird mit ihrem nächsten Projekt auf Netflix vertreten sein. Sie dreht mit Sandra Bullock ein Remake der britischen Miniserie „Unforgiven“, das Drehbuch stammt von Christopher McQuarrie, der sonst vor allem für Tom Cruise schreibt. Wegen Covid-19 musste die Produktion im kanadischen Vancouver 2020 unterbrochen werden.

Starke Konkurrenz für Helena Zengel bei den Golden Globes

Bei den Golden Globes hat Helena Zengel nun die denkbar stärkste Konkurrenz: in ihrer Kategorie „Best Supporting Actress“ sind außerdem noch Glenn Close, Olivia Coleman, Jodie Foster und Amanda Seyfried nominiert. In dieser Liste überhaupt vorzukommen, ist bereits eine große Leistung – und könnte auch ein Omen sein für die Oscars, die danach anstehen.

Mit Helena Zengel ist aber nicht die einzige Berlinerin bei den Golden Globes vertreten. In den Kategorien „Beste Miniserie“ und „Beste Schauspielerin“ ist die Berlin-New-York-Story „Unorthodox“ nominiert, für die Serienmacherin Maria Schrader bereits einen Emmy erhielt.


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