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Vegan shoppen in Berlin: Die besten Läden für tierfreie Mode

Vegan sind in Berlin längst nicht mehr nur Lebensmittel. Auch das, was wir am Körper tragen, was uns wärmt, schützt, kleidet, ausmacht darf gerne ohne tierische Hilfsmittel gefertigt sein. Nachhaltig produzierte Kleidung, für die die Hersteller*innen fair entlohnt werden, die aus recycelten Materialien besteht und aus pflanzlichen Stoffen, die Wasser sparen und Tierleid lindern, sind die Zukunft.

Die ökofaire Szene der Stadt pulsiert, auch was vegane und nachhaltige Mode betrifft. Viele Berliner Geschäfte und Brands achten mittlerweile bei der Herstellung oder Zusammenstellung ihres Sortiments genauso auf Herkunft, CO2-Bilanz und Fairness wie auf Optik und Tragbarkeit.

Wer sich in Berlin neu einkleiden und dabei ein gutes Gewissen haben will, sollte sich unsere Empfehlungen für den veganen, nachhaltigen und fairen Einzelhandel anschauen.


Vegan ist in Berlin noch kein Standard, LOVECO trotzdem stadtbekannt

Vegan Berlin Bei LOVECO ist Nachhaltigkeit viel mehr als nur ein Brand Konzept – ein Selbstverständnis.
Bei LOVECO ist Nachhaltigkeit viel mehr als nur ein Brand-Konzept – ein Selbstverständnis. Foto: Fidelis Fuchs

LOVECO-Gründerin Christina Wille geht es um mehr, als nur darum, ökologische, faire und vegane Mode zu verkaufen. Das Thema Nachhaltigkeit ist für sie nicht nur Brand-Konzept, sondern Grundvoraussetzung für alles, was ihre Marke LOVECO ausmacht.

In den drei LOVECO-Stores – zwei davon befinden sich in Friedrichshain und einer in Schöneberg – verkauft sie Kleidung, Schuhe und Accessoires ausgewählter Marken wie Armedangels, pinqponq und Nudie Jeans (siehe auch weiter unten). Wille kauft nur bei Brands ein, über die sie Bescheid weiß und zu denen sie einen persönlichen Kontakt pflegt. Und es ist ihr wichtig, dass ein Großteil der Mode, die sie führt, Siegel-zertifiziert ist, ausgezeichnet zum Beispiel mit dem Label der „Fair Wear Foundation“ oder mit dem GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard).

Wenn Wille nicht in einer ihrer Filialen Kund*innen berät, organisiert sie Talkrunden und Filmabende oder schreibt für das eigene LOVECO-Online-Magazin über die nachhaltigen Entwicklungen in der Modebranche. Ihr Aktivismus ist Teil des LOVECO-Konzepts und hat dafür gesorgt, dass die Marke seit ihrer Gründung 2014 in der Berliner Szene bekannt wurde.

Es gibt auch einen großen, gut sortierten Online-Shop.

  • LOVECO
    Vegane Mode Eisenacher Straße 36/37, Schöneberg, Mo-Sa 11-17 Uhr, Tel. 030/550 60 395
    Vegane Schuhe Manteuffelstraße 77, Kreuzberg
    Vegane Mode Sonntagsstraße 29, Friedrichshain
    www.loveco-shop.de

Vegan, recycelt, Berlin-Neukölln: Süßstoff geht aufs Ganze

Vegan Berlin Die Inhaberinnen von Süßstoff, Jenny und Claudia, vor ihrem Ladengeschäft in Berlin-Neukölln.
Die Inhaberinnen von Süßstoff, Jenny und Claudia, vor ihrem Ladengeschäft in Berlin-Neukölln. Foto: Corinna Radakovitz

Bei Süßstoff in Berlin-Neukölln stehen Schwiegertochter und Schwiegermutter gemeinsam im Laden. In ihrem kleinen Geschäft verkaufen sie ausgewählte, ökologische Fair Fashion. Nachhaltige Rohstoffe wie Bio-Baumwolle sind bei Süßstoff selbstverständlich. Neben Kleidung finden Kund*innen hier außerdem Naturkosmetik, Wohnaccessoires und Papeterie.

Die Naturkosmetik ist zu hundert Prozent vegan, die Papeterie ist aus recyceltem Material hergestellt. Die Inhaberinnen Jenny und Claudia bleiben mit dem gesamten Sortiment ihrer Linie treu: Was bei Süßstoff verkauft wird, hat einen hohen ökologischen Standard. Das wissen die Kund*innen von Süßstoff zu schätzen.

  • Süßstoff Kienitzer Straße 91, Neukölln, Di-Sa 11-19 Uhr, Tel. 030/490 866 99, bei Facebook

Aus der Not eine Tugend gemacht haben die Gründer*innen von slow friday

Vegan Berlin Die beiden Gründer*innen von slow friday fanden in Berlin nicht die nachhaltige Mode, die sie sich wünschten – und eröffneten daraufhin ihr Geschäft.
Die beiden Gründer*innen von slow friday fanden in Berlin nicht die nachhaltige Mode, die sie sich wünschten – und eröffneten daraufhin ihr Geschäft. Foto: slow friday

Hendrik Rohling und Hannah Steinhoff sind erst relativ kürzlich mit ihrem Geschäft slow friday in die Gormannstraße in Mitte gezogen. Die Freunde verbindet eine Liebe zur Nachhaltigkeit. Und dass sie beim lokalen Shopping fast ausschließlich auf Fast Fashion zurückgreifen mussten, ließ sie erst wütend und dann aktiv werden.

Seit dem Frühjahr 2019 verkaufen sie unter dem Namen slow friday nun ökologische und nachhaltige Mode in ihrem Laden am Rosa-Luxemburg-Platz. Dort führen sie Kleidung bekannter, grüner Labels wie Armedangels, Recolution und auch Jyoti – Fair Works! Im schönen Sortiment von slow friday macht sich die Leidenschaft der Gründer für Slow Fashion bemerkbar. Es gibt auch einen Online-Shop.


Berlins größtes Geschäft für ökofaire Mode ist der Supermarché in Kreuzberg

Vegan Berlin Geschäftsführer Ben Irion im Supermarché: Das nachhaltige Sortiment richtet sich an alle – von der 20-jährigen Punkerin bis zum 80-jährigen Rentner.
Geschäftsführer Ben Irion im Supermarché: Das nachhaltige Sortiment richtet sich an alle – von der 20-jährigen Punkerin bis zum 80-jährigen Rentner. Foto: Supermarché

Der Supermarché in der Wiener Straße in Kreuzberg ist Berlins größtes Geschäft für ökofaire Mode. Auf rund 100 Quadratmetern findet man hier alles, von der veganen Socke bis zum nachhaltigen Wintermantel. Geschäftsführerin Nicole Jäckle sagt selbst: „Unser Sortiment richtet sich an alle – von der 20-jährigen Punkerin bis zum 80-jährigen Rentner, der eine faire Jeans möchte. Diese Mischung funktioniert überraschend gut, Kreuzberg eben.“

Apropos Jeans: Ein Augenmerk des Supermarché-Sortiments liegt auf der riesigen Auswahl von Bio-Jeans. Außerdem bietet die hauseigene Hirschkind-Kollektion Schönes für alle, die sich verbunden fühlen wollen mit der Natur: zum Beispiel T-Shirts, die mit Naturfotografien aus dem Britzer Garten bedruckt sind.

Alle Produkte können auch im Online-Shop erstanden werden. Auf seinem Blog veröffentlicht der Supermarché Beiträge zu allem, was die nachhaltige Community bewegt.


Schick, ethisch und auch vegan ist die Mode bei Wertvoll in Prenzlauer Berg

Vegan Berlin Wertvoll in Prenzlberg setzt mit seinem Sortiment ein Zeichen gegen die schmutzige Modeindustrie – und setzt auf nachhaltige Qualität.
Wertvoll in Prenzlberg setzt mit seinem Sortiment ein Zeichen gegen die schmutzige Modeindustrie – und auf nachhaltige Qualität. Foto: Wertvoll

Die Modeindustrie gehört zu den schmutzigsten Industrien der Welt. Dagegen will Wertvoll in Prenzlauer Berg ein Zeichen setzen. Das schöne kleine Geschäft, das nachhaltige Mode für Männer und Frauen verkauft, gibt es seit 2009. Inhaberin Judith Finsterbusch stellt das Sortiment regelmäßig eigenhändig zusammen – wer einen Rock, eine Jacke, Schmuck oder Sneakers kauft, kann immer mit einer persönlichen, stilsicheren Beratung rechnen.

Auch das Angebot an veganer Mode kann sich bei Wertvoll sehen lassen und wächst stetig. Wer nicht um die Ecke wohnt, kann im Online-Shop vorbeischauen.


standard saubere Sachen produzieren gemeinnützig für eine bessere Welt

Vegan Berlin Die Betreiberinnen von s t a n d a r d wünschen sich, dass eine faire und nachhaltige Modeindustrie zum Standard wird.
Die Betreiberinnen von standard wünschen sich, dass eine faire und nachhaltige Modeindustrie zum Standard wird. Foto: Fidelis Fuchs

Die standard-Inhaberinnen Katrin und Katharina sind Idealistinnen: Sie wünschen sich, dass eine faire und nachhaltige Modeindustrie zum baldigen Standard wird. Mit ihrem Geschäft engagieren sie sich dafür seit gut fünf Jahren.

Im Reuterkiez verkaufen sie Kleidung mit „grüner Geschichte“ . Eine umweltschonende Herstellungsweise ist ihnen genauso wichtig wie die Qualität und Langlebigkeit der Produkte. „Wir verkaufen Lieblingsteile, die länger als eine Saison halten“, sagen die beiden.

Der Stil von standard ist clean: Auf der Stange hängen Stücke nachhaltiger Brands wie Beaumont Organic und Jungle Folk. Neben Kleidung verkauft
standard auch nachhaltige Accessoires und Produkte wie veganen Nagellack oder Cremedeo im Glastiegel.


Langlebiges und Nachhaltiges kommt vom WESEN in Neukölln

Vegan Berlin Mareike Ulman kreiert für ihren Laden WESEN auch selber Kleidung – cleane, saisonunabhängige Schnitte sind ihr Markenzeichen.
Mareike Ulman kreiert für ihren Laden WESEN auch selbst Kleidung – cleane, saisonunabhängige Schnitte sind ihr Markenzeichen. Foto: WESEN

2011 begann Mareike Ulman damit, ihre eigene ökologisch basierte, lokale Kleidermarke aufzubauen: Format stand von Anfang an für ein klares Design, für cleane Schnitte, die nie aus der Mode kommen und sowohl Frau als auch Mann saisonunabhängig gut angezogen auftreten lassen.

Nach und nach nahm Ulman dann auch Kleider anderer nachhaltiger Marken, denen sie vertraute, in ihr Sortiment auf. Heute führt das WESEN in Neukölln neben der Hausmarke format gut zwanzig weitere Brands, die nach strengen ethischen und ökologischen Vorgaben produzieren.

Die format-Teile werden noch immer, wie in den Anfangstagen, im Atelier hinter dem Laden in Neukölln genäht. Früher in der Weserstraße, heute einige Minuten Fußweg entfernt in der Tellstraße.


Nachhaltige Qualität und wunderschöne Designs bietet FOLKDAYS

Vegan Berlin Strenge nachhaltige Grundsätze, vereint mit einem kosmopolitischen Design – dafür steht das Kreuzberger Geschäft FOLKDAYS.
Strenge nachhaltige Grundsätze, vereint mit einem kosmopolitischen Design – dafür steht das Kreuzberger Geschäft FOLKDAYS. Foto: Zoe Spawton

Bei FOLKDAYS kommen faire und traditionelle Produktionstechniken zusammen. Die besonderen Designs, die im Kreuzberger Geschäft in Form von Kleidung, Accessoires, Schmuck, aber auch Interior-Artikeln angeboten werden, sind allesamt Unikate, nachhaltig produziert, oft aus Familienbetrieben und unabhängigen Künstler*innen in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Die Idee der Gründerin Lisa Jaspers, die FOLKDAYS gemeinsam mit ihrem Freund Kimon Haars ins Leben rief, war es, kompromisslose Nachhaltigkeit mit einem zeitgenössischen Design zu verbinden, und diese ökologischen Produkte einer jüngeren Zielgruppe näher zu bringen.

Die Team-Mitglieder von FOLKDAYS verstehen sich weniger als Unternehmer*innen und mehr als Aktivist*innen, die globalen Handel gerechter gestalten und ein Zeichen setzen wollen.

Wer selten in Kreuzberg ist, kann sich auch im Online-Shop von FOLKDAYS umschauen.


Gut und fair gekleidet mit Designs vom wunderwerk

In den Hackeschen Höfen versteckt sich eine der beiden Berliner Filialen des Düsseldorfer Labels wunderwerk. Gründer Heiko Wunder arbeitete für einige Jahre für große Mainstream-Modeunternehmen, bis er sich dazu entschied, schöne Designs mit dem ökologischen Zeitgeist des 21. Jahrhunderts zu verbinden.

Für die Kleidung, die unter dem Label wunderwerk verkauft wird, werden ausschließlich ressourcenschonende, umweltfreundliche Stoffe verwendet. Die Materialien auf Tierbasis sind streng bio-zertifiziert und bei Färbungen und Waschungen wird auf komplett natürliche Verfahren gesetzt.

Das Ergebnis ist ein unaufdringlicher, urbaner, cleaner Look für Männer und Frauen, der weder bei der Herstellung noch beim Design Kompromisse macht. Es gibt auch einen gut organisierten Online-Shop.

  • wunderwerk
    Kastanienallee 11, Prenzlauer Berg, Mo-Fr 12.30-19 Uhr, Sa 11.30-20 Uhr, Tel. 030/437 73 836
    Rosenthaler Straße 40, Mitte, Mo-Do 10-16 Uhr, Fr+Sa 11-18 Uhr, Tel. 030/407 48 021
    www.wunderwerk.com

Schönes Konzept und noch schönere Designs: Jyoti – Fair Works

Das Resultat einer deutsch-indischen Kooperation und Freundschaft: die Mode von Jyoti – Fair Works.
Das Resultat einer deutsch-indischen Kooperation und Freundschaft: die Mode von Jyoti – Fair Works. Foto: Jyoti – Fair Works

Kleidung, die in Indien produziert wird, kann nicht fair sein? Das ist ein Trugschluss – solange die Wertschöpfung transparent bleibt, können internationalen Kooperationen für alle Beteiligten von Vorteil sein. Das beweist die Marke Jyoti – Fair Works.

Das kleine Team, das hinter Jyoti steht, ist von Neukölln aus eng mit seinen Näherinnen in den südindischen Orten Chittapur und Londa verbunden. Die sozial benachteiligten Frauen erlangen durch die Arbeit für Jyoti Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie eine regelmäßige Krankenvorsorge und ein Gehalt.

Das ganze Team, in Indien und Deutschland, verbindet ein freundschaftliches Band. Spaß und Erfolg sind die Belohnung. Und auch die Berliner Kund*innen profitieren: Die Mode von Jyoti bringt traditionelle, indische Stoffe und Farbwelten mit ausgefallenen Schnitten und einer Portion Hauptstadt-Lässigkeit zusammen. Es gibt einen Online-Shop.


Respekt vor der Natur: Modisches aus Leinen, Kork und Tencel von Dear Goods

Ihre Liebe zu Mensch, Tier und Natur inspirierte die Dear Goods-Gründer zu ihrem Konzept. Das Geschäft in Prenzlauer Berg verkauft Mode, die vollständig vegan und so ökologisch wie nur irgend möglich ist.

Anstelle tierischer Materialien wie Wolle, Leder oder auch Seide stellen hier Werkstoffe wie Bio-Baumwolle, Hanf, Leinen oder auch Tencel, das als pflanzlicher Lederersatz dient, den Standard dar.

Das Team möchte seine Kund*innen nicht nur mit der Transparenz und Ökologie seines Konzepts überzeugen, sondern auch mit der freundlichen Atmosphäre im Laden.

Einen Online-Shop hat Dear Goods nicht, dafür lassen sich online Shopping-Gutscheine kaufen. Filialen gibt es neben Berlin auch in München und Augsburg.

  • Dear Goods Schivelbeiner Straße 35, Prenzlauer Berg, Mo-Fr 11-20 Uhr, Sa 11-18 Uhr, Tel. 030/983 899 26, www.deargoods.com

Nachhaltige, teils auch 100 % vegane Jeans findet ihr in Berlin bei Nudie Jeans

Wer nach in Europa produzierten, ökologischen Jeans sucht, stolpert über kurz oder lang über Nudie Jeans. Die schwedische Marke steht für ihre streng nachhaltige Produktion. Die Berliner Filiale befindet sich auf halbem Weg zwischen dem U-Bahnhof Weinmeisterstraße und dem Bahnhof Alexanderplatz.

Neben nachhaltigen Hosen findet man hier auch rein vegane Modelle. Wie in jeder Nudie Jeans-Filiale ist auch in das Berliner Geschäft eine Reparaturwerkstatt integriert. Auf diese Weise bleibt einem die gut sitzende Lieblingsjeans noch länger erhalten.


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