Berlins Beste

Tolle Restaurants, die an Weihnachten geöffnet sind

Keine Lust auf Gänsebraten oder Raclette, auf große Runden und angespannte Stimmung? Einfach keine Lust auf den feiertäglichen Kochstress? Oder feiert ihr gar kein Weihnachten? Alles gute Gründe, um sich alternative Abendgestaltung für Heiligabend zu suchen. Und wir hätten da ein paar kulinarische Tipps.


Gehobene syrische Küche im Kreuzberger Himmel

Der Name ist Program, das Essen in dem Kreuzberger Restaurant ist wirklich himmlisch. Foto: Kreuzberger Himmel/Nils Hasenau

Weltfrieden kann man auch essen: unter dem Dach der St.-Bonifatius-Gemeinde ist dieses Restaurant-Projekt aus einer Initiative für Geflüchtete heraus entstanden – für die Initiator Andreas Tölke kürzlich übrigens mit dem Bundesverdienstorden am Bande geehrt wurde. Kulinarisch gehört der Kreuzberger Himmel zu den anspruchsvollsten unter den Berliner Levante-Küchen und ist mit seinen regelmäßig wechselnden Spezialitäten zu jedem Anlass zu empfehlen. An Weihnachten aber versprüht das elegant und doch heimelig eingerichtete Lokal direkt besonders festliche Stimmung. Ein Separee gibt es auch, falls die Tischrunde doch etwas privater feiern möchte.

  • Kreuzberger Himmel Yorckstraße 89, Kreuzberg, Mo geschlossen, Di-So 14-24 Uhr, 030/ 92 14 27 82, Speisekarte

Geschmacksexplosionen im UUU

Wer kulinarisch herausgefordert werden möchte ist bei UUU richtig. Foto:UUU

Im UUU, dem kulinarischen Labor und Neun-Personen-Restaurant unter der Leitung von Chefköchin Yuhang Wu und Gastgeber Jonas Borchers, gibt es frisch am Tisch zubereiteten Tofu, Schaum mit Chiligeschmack und brandenburgische Schlangenbohnen. Für die Feiertage haben sie ein besonderes 10-Gänge-Menü zusammengestellt, das mit Tee und hausgemachtem Kombucha sowie einem Begrüßungsgetränk, einem Getränk nach dem Essen und „einigen Überraschungen“ serviert wird. Wir können den tatsächlichen Inhalt des Menüs nicht vorhersagen, aber für 189 Euro pro Person könnt ihr auf jeden Fall auf ein kulinarisches Feuerwerk gefasst machen.

  • UUU Sprengelstraße 15, Wedding, So-Mi geschlossen, Do-Sa 19.30-23 Uhr, 030/ 56 00 90 28, Homepage

Chinesische Küche bei Ming Dynastie

Es gibt in dieser Stadt mehr und mehr hochgelobte chinesische Restaurants, aber ein unangefochtener Klassiker ist Ming Dynastie, ein alteingesessenes Restaurant am Flussufer neben der chinesischen Botschaft (und sein etwas weniger charmantes Schwesterlokal im Europa Center). Im Zuge des Trend zu regionalen Küchen haben sich beide Filialen in den vergangenen Jahren mehr und mehr Sichuan-Küche ausgerichtet. Aber die lange, diverse Speisekarte sorgt immer noch dafür, dass für jeden etwas dabei ist: Hühnerfüße und Tausendjährige-Eier für die Jäger:innen einer vermeintlichen „Authentizität“, Eierblumensuppe und gebratener Reis für die Fans der euro-chinesischen Klassiker, Peking-Ente und Gong Bao Jakobsmuscheln für Luxusliebhaber*innen, ganz zu schweigen von den vielen veganen und vegetarischen Gerichten.

  • Ming Dynastie Brückestraße 6, Mitte, tägl. 12-22 Uhr, 030/ 30 87 56 80, Tauentzienstraße 9-12, Charlottenburg, tägl. 12-22 Uhr, 030/ 25 75 98 86, Homepage

Außergewöhnliche Geschmackserlebnisse im Da Jia Le

Auch für Vegetarier:innen gibt es im Da Jia Le Gerichte, die man einmal probiert haben muss. Foto: Da Jia Le

Ein weiterer Klassiker in der Landschaft chinesischer Restaurants in Berlin ist das Da Jia Le, das natürlich ebenfalls auch an Heiligabend noch geöffnet ist. Seine nordostchinesische Dongbei-Küche mit Spezialitäten wie Eisbeinscheiben in Knoblauch-Essig-Soße oder Schweineohr und –zunge auf untrainierte Esser:innen recht ungewöhnlich wirken, sind aber ganz unbedingt einen Versuch wert. Herausragend aber auch die vegetarischen Gerichte, wie süß-sauer-scharfer Tofu-Blätter-Salat oder gebratener Chinakohl mit Morcheln. Dazu trinkt man Craft-Beer und deutsche Weine.

  • Da Jia Le Goebenstraße 23, Schöneberg, Mo+Di 14.22.30, Mi-So 12-22.30, 030/ 21 45 97 45, Homepage

Fondue mal anders im Xiao Long Kan

Traditionalist:innen können ja gerne beim Fondue bleiben. Aber unsere Kollegin vom Exberliner ist sich sicher: ein Topf mit Sichuan-Brühe, so feurig wie ein Weihnachtsbaum und so rot wie der Anzug des Weihnachtsmanns, ist das, worin man Gemüse, Fleisch und Kohlenhydrate an Weihnachten wirklich tunken sollte. Und dafür gibt es aktuell keinen angesagteren Ort als Xiao Long Kan (auch bekannt als Shoolongkan), die kürzlich eröffnete Wilmersdorfer Filiale einer internationalen chinesischen Kette. Gästen steht eine schier riesige Auswahl an Fleisch, Gemüse, Meeresfrüchten, Nudeln, Reiskuchen und mehr zur Wahl, die in einer Fleisch- oder vegetarischen Suppenbasis gekocht und mit einer selbst gemischten Soße gewürzt werden. Je größer die Gruppe, desto billiger das Essen – trommelt also so viele Freund:innen wie möglich zusammen.

  • Xiao Long Kan Meinekestraße 22, Wilmersdorf, tägl. 12-23 Uhr, 030/ 61 29 35 15, Homepage

Syrische Spezialiätäten im Aleppo Supper Club

Himmlischer Genuß im Aleppo Supper Club. Foto: Aleppo Supper Club

Was würde Jesus zu seinem Geburtstag essen? Wenn wir mal ehrlich sind, sicherlich keine Gans. Nein, wenn der gute Mann heute in Berlin auferstehen würde, würde er wahrscheinlich bei einem der zahlreichen palästinensischen Restaurants auf der Sonnenallee zu finden sein, in den heiligen Hallen des gemeinnützigen Kreuzberger Himmel, oder in einem der zahlreichen israelischen Restaurants der Stadt. Eine Lieblingsadresse wäre sicherlich auch Aleppo Supper Club in Friedrichshain, das gerade eine größere Filiale in der Wühlischstraße eröffnet hat. Cremiger Hummus und der Auberginen-Dip Muttabal, das Reisgericht Maqluba mit gebratenen Auberginen und Cashewnüssen und Kibbe-Bällchen, die es in sich haben, ergeben ein Menü, das dem Sohn Gottes würdig sein sollte.

  • Aleppo Supper Club Friedrichshain, Rigaer Straße 58, Mo-Do 11-22 Uhr, Fr-So 11-22.30, 017/ 77 43 55 33, Wühlischstraße 21, So-Do 12-23.30 Uhr, Fr+Sa 12-24 Uhr, 017/ 77 43 55 33, Homepage

Weihnachtesessen bis in die Nacht im Schwarzes Café

Das Schwarze Café versorgt seine Kundschaft schon seit 1978 mit Katerfrühstücken am Nachmittag und einem letzten (oder ersten) Cocktail am morgen. Foto: Imago Images/Ritter

Ein Hurra auf die legendäre Rund-um-die-Uhr-Kneipe Schwarzes Café. Pandemiebedingt ist der Neon-Papagei in der Kantstraße zwischen drei und sieben Uhr morgens nicht mehr geöffnet. Trotzdem bleibt dies einer der wenigen Orte in Berlin, an denen man ganz wunderbar Weihnachten allein mit einem Mitternachtsbier und einem Bauernomelette verbringen kann.

  • Schwarzes Café Kantstraße 148, Charlottenburg 7 Uhr morgens bis 3 Uhr morgens, 030/ 313 80 38, Homepage

Würzige Weihnachten bei The Indique

Bislang stand der Mitte-Neuling etwas im Schatten bejubelter indischen Neueröffnungen wie Saravanaa Bhavan und Tiffin. Aber mit seinem Fokus auf das, was die Menschen in Mumbai, Hyderabad und Kerala gegenwärtig tatsächlich essen, bietet das Lokal eine erfrischende Abwechslung zu den oft ewiggleichen Currymenüs und traditionellen Rezepten anderer indischer Gastronomien in Berlin. Und mit den Fünf-Gänge-Menüs, die über die Feiertage angeboten werden – in vegetarischer, veganer, Hähnchen- oder Meeresfrüchte-Variante, vollgepackt mit Chaats, Kebabs, Biryanis, Kathi-Rollen und indisch-chinesischer Fusion – ist jetzt der richtige Zeitpunkt, es auszuprobieren. Das Menü für Zuhause kostet 50 Euro bzw. 60 Euro für zwei Personen.

  • The Indique Ziegelstraße 29, Mitte, So-Do 17-21 Uhr, Fr+Sa 17-21.30, 030/ 28 62 29 28, Homepage

Israelischer Genuss in der Night Kitchen

In der Night Kitchen kann man mit den „Dinner with Friends“ Menüs lustige Abende verbringen. Foto: Boaz Arad

Jeder Abend, das man mit den lebenslustigen Israelis von Night Kitchen verbringt, kann nur eine gute Zeit werden. Das gilt ganz besonders auch für die Feiertage. Vermutlich wird der Hotspot in Mitte, der für die modern-mediterranen Geschmacksbomben seines geradezu orgiastischn „Dinner with Friends“-Menüs bekannt ist, am 24. schnell ausgebucht sein wird. Es heißt also schnell handeln, wenn ihr das Feiertagsglück zwischen Challah, Tomaten-Carpaccio, klebrig geschmortem Schweinebauch und den obligatorischen ein bis zehn Cocktails finden wollt.

  • Night Kitchen Heckmann Höfe, Oranienburger Staße 32, Mo geschlossen, Di-So 17-24 Uhr, 030/ 23 57 50 75, Homepage

Koreanische Weihnachten bei Fräulein Kimchi

Ein Königreich für einen Tisch voller Banchan! Nach ihrem ausverkauften Thanksgiving-Dinner hat die koreanisch-amerikanische Street-Food-Veteranin zwei Weihnachtsmenüs zusammengestellt: ein koreanisches und ein französisches. Entenkeulen-Confit in Rotweinsauce klingt verlockend, aber weit mehr interessiert uns die Rettich-Miso-Suppe, geschmorter Ochsenschwanz mit Kastanien und Beilagen wie marinierte Bohnensprossen, Gurken, Knoblauch-Sesam-Spinat und BBQ-Schweinefleisch und Kimchi-Eierrollen. Das Abendessen für Zwei kostet 70 Euro, aber es können Kimchi-Pfannkuchen (oder Käsespätzle) á la carte bestellt werden.

  • Fräulein Kimchi Gürtelstraße 10, Weissensee, Do- Di geschlossen, Mi Abholung 14-17 Uhr, Lieferung 16-22 Uhr, Homepage

Japanische Küche nach Hause geliefert von Zenkichi

Exquisite Pralinen, eingepackt in japanische Furoshiki-Stoffe – neben herzhaft ist Zenkichi auch in Sachen Sweets vorne mit dabei. Foto: Zenkichi

Ihr wollt Weihnachten feiern wie in Japan? Das Sukiyaki-Paket vom noch geschlossenen Zenkichi (bis 22. Dezember zu bestellen über den Lieferservice Voila) könnte genau das Richtige sein. Wenn wir so darüber nachdenken, finden wir das suppige japanische Rindfleischgericht vielleicht sogar noch comfort-foodiger als frittiertes Hühnchen: dünn geschnittenes Rindfleisch, Tofu, Nudeln und Gemüse, gekocht in einer Sojasaucen-Zucker-Mirin-Mischung mit einem weich gekochten Ei zum Dippen. Ein Salat mit gebratenem Lachs und ein Matcha-Gelee zum Nachtisch runden das gemütliche Abendessen für Zwei zu 98 Euro ab.

  • Zenkichi Auguststraße 11-13, Mitte, So-Di geschlossen, Mi-Sa 17.30-20.30, 030/ 24 63 08 10, Homepage

Gehobene Weihnachtsmenüs von Borchardt

Das Borchardt ist eines der bekanntesten Restaurants Berlins – weil hier diverse Prominenz ein- und ausgeht. Foto: Imago/Eventpress/Fuhr

Ist das altehrwürdige Borchardt wirklich eine Alternative zum Weihnachtsprogramm? Ja, zumindest, wenn man sonst seine Abende normalerweise nicht am Gendarmenmarkt mit Schnitzel, getrüffelter Maroni-Suppe oder Königskrabbentartar verbringt. Aber warum sich nicht über die Feiertage so richtig etwas gönnen? Neben den Klassikern werden an Weihnachten dreigängige Weihnachtsmenüs mit pommerscher Freilandgans oder Müritz-Wildbret zu 64 bis 78 Euro angeboten.

Borchardt Französische Straße 47, Lieferzeit tägl. 12-21 Uhr, 030 81 88 62 61, [email protected], Homepage


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