Filmkritik

„The Flash“: Der gelungenste DC-Film seit langer Zeit

„The Flash“ startet in den Kinos: der neue Film aus dem DC-Comic-Universum mit Ezra Miller in der Titelrolle. Seine Superfähigkeit ist die rasende Geschwindigkeit, und seine Mission führt ihn auf unterschiedliche Zeitlinien, um tragische Ereignisse zu verhindern. Lohnt sich der lang erwarte Film von Regisseur Anthony Muschietti? tipBerlin-Filmkritiker Michael Meyns hat die Antwort.

So schnell: Ezra Miller spielt die Titelrolle in „The Flash“. Foto: © 2023 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved. Courtesy of Warner Bros. Pictures/™ & © DC Comics
So schnell: Ezra Miller spielt die Titelrolle in „The Flash“. Foto: © 2023 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved. Courtesy of Warner Bros. Pictures/™ & © DC Comics

„The Flash“: Zurück in die Zukunft

Superhelden haben es nicht leicht, das ist seit langem bekannt: Vor allem das Verhältnis zu den Eltern macht ihnen zu schaffen,, besonders den Vätern, besonders im DC-Universum. Batman kann ein Lied davon singen, denn wären seine Eltern nicht ermordet worden, wäre er nicht der, der er ist. So ähnlich geht es auch The Flash, als Zivilist Barry Allen (Ezra Miller), dessen Vater im Gefängnis sitzt wegen des Mordes an der Mutter, den er nicht begangen hat.

Wenn nun Barry zu Beginn von Anthony Muschiettis lang erwartetem „The Flash“ realisiert, dass er dank seiner rasend schnellen Geschwindigkeit in der Zeit zurückreisen kann, legt das einen Gedanken nahe: Könnte er nicht einige Jahre zurückreisen und verhindern, dass seine Mutter getötet wird?

„Das Leid hat uns zu dem gemacht, was wir sind“

Ezra Miller ist gleich doppelt zu sehen. In „The Flash“ übernimmt Michael Keaton eine der Batman-Rollen. Foto: © 2023 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved. Courtesy of Warner Bros. Pictures/™ & © DC Comics

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„Das Leid hat uns zu dem gemacht, was wir sind“, warnt ihn Batman (Ben Affleck) zwar, ungeahnte Konsequenzen drohen zudem, wenn man die Zeit verändert, wie jeder Kinogänger seit langem weiß. Barry jedoch ist jung und will nicht hören und verändert scheinbar erfolgreich die Zeit. Doch kaum zurück, merkt er, dass er nicht in der Gegenwart gelandet ist, sondern in einer alternativen Zeitlinie, eine, in der er zwei Mal auftaucht: Einmal als 24-Jähriger, der am Tod der Mutter leidet und Superkräfte besitzt, und einmal als unbeschwerter 18-Jähriger, der zwar beide Eltern hat, aber auch noch keine Superkräfte. Wie man die Zeit wieder geradebiegen kann, fragen sich nun die beiden Barrys und suchen Hilfe bei Batman – der in dieser Zeitebene von Michael Keaton gespielt wird.

Verspielt mutet es an, wie die beiden Barrys aufeinandertreffen und versuchen, die Zeitlinien zu retten, ohne allzu viel durcheinanderzubringen. Deutlich erinnert das an den zweiten Teil von „Zurück in die Zukunft“, nicht die schlechteste Inspiration für einen Superheldenfilm, der zwar auch mit visuellem Bombast auffährt, in dem die geradezu unvermeidliche Rettung der Erde aber nur zweitrangig ist. Denn im Vordergrund steht stets der Versuch erst des einen, dann des anderen Barry, die Zeit zurückzudrehen, um tragische Ereignisse zu verhindern.

„The Flash“ hat die originellsten Selbstzitate des Superheldenkinos

Ähnlich wie in seinen Erfolgsfilmen „Es“ gelingt es Muschietti auch in „The Flash“, einen Genrefilm zu drehen, unter dessen oft ausufernder, exzessiver Oberfläche ein großes Herz schlägt. Dass er zudem einige der schönsten, originellsten Selbstzitate des Superheldenkinos einbaut (eine ganze Armada von lebenden, toten und knapp gescheiterten Superman- und Batman-Darstellern haben Auftritte), macht „The Flash“ endgültig zum gelungensten DC-Film seit sehr langer Zeit. Michael Meyns

  • The Flash USA 2023; 144 Min.; R: Andy Muschietti; D: Ezra Miller, Michael Keaton, Sasha Calle, Michael Shannon; Kinostart: 15.6.

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