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Charlottenburg entdecken: 12 Tipps für den Stadtteil

Shoppen auf dem Ku’damm ist nicht so euer Ding? Und keine Lust auf Theater oder Kino am Zoo? Dann könnt ihr trotzdem einen schönen Tag in Charlottenburg verbringen. Charlottenburg hat den Ruf, schick und teuer zu sein, aber in der City-West könnt ihr auch ohne großen Aufwand viel erleben. Wir haben 12 Tipps für euch, die immer Spaß machen.


Kunst, Literatur und Currywurst am Savignyplatz

Der Savignyplatz ist ein idyllischer Ort an der Kantstraße in Charlottenburg. Foto: Imago/Stefan Zeitz
Der Savignyplatz ist ein idyllischer Ort an der Kantstraße in Charlottenburg. Foto: Imago/Stefan Zeitz

Der Savignyplatz ist vor allem für seine gute Gastronomie bekannt. Doch auch wenn man keine Lust auf Essengehen hat, lohnt sich ein Besuch am Savignyplatz. Von den Gleisen der S-Bahn aus kann man den „Weltenbaum“ von Ben Wagin an der Steinmauer sehen. Außen an den S-Bahn-Bögen zur Knesebeckstraße findet man ständig wechselnde Street Art, und für Literatur-Fans lohnt sich ein Besuch im Bücherbogen unter der S-Bahn, eine unserer liebsten Buchhandlungen in Berlin. Auf der Wiese oder den Bänken kann man gut entspannen. Wer jetzt noch Hunger kriegt, kann sich am denkmalgeschützten Pavillon „Hasenecke“, die zu den besten Currywurst-Buden in Berlin gehört, eine Currywurst bestellen.

  • Bücherbogen am Savignyplatz, Stadtbahnbogen 593, Charlottenburg, Mo–Sa 10.30–18.30 Uhr, www.buecherbogen.com
  • Hasenecke Kanstraße/Savignyplatz, Charlottenburg, Mo–Sa 11–20 Uhr

Asiatisches Essen an der Kantstraße

Gutes Essen gibt’s in Charlottenburg auch im Lockdown. Kulinarisch bietet gerade die Kantstraße viel. Foto: Imago/Zeitz
Gutes Essen gibt’s in Charlottenburg auch im Lockdown. Kulinarisch bietet gerade die Kantstraße viel. Foto: Imago/Zeitz

Chinesisch, vietnamesisch, japanisch oder thailändisch – wer asiatische Küche liebt, kommt an der Kantstraße nicht vorbei. Dort reiht sich ein asiatische Restaurants ans Nächste und bei der Vielfalt ist für jede:n was dabei. Der Klassiker ist Lon Men’s Noodle House. Modernes japanisches Essen bekommt man im 893 Ryōtei von The Duc Ngo. Dabei sollte man sich nicht durch die Graffitti-verschmierte Fassade abschrecken lassen. Wer lieber selbst kocht, bekommt alles, was man für gebratene Udon oder Tom Kha Gai braucht, im Go Asia Markt oder einem dieser Geschäfte. Doch keine Lust auf Ramen oder Pekingente? In der Kantstraße gibt es auch Waffeln, Burrito oder Pizza. Am Go Asia findet man übrigens eine Gedenktafel für Herta Heuwer, die als Erfinderin der Currywurst gilt.

  • Lon Men’s Noodle House Kantstraße 51, Charlottenburg
  • 893 Ryōtei Kantstraße 135/136, Charlottenburg, www.893ryotei.de
  • Go Asia Kantstraße 101, Charlottenburg, Mo–Sa 9–21 Uhr

Der schöne Teil der Wilmersdorfer Straße

Der St.-Georgs-Brunnen in der Wilmersdorfer Straße jenseits der Fußgängerzone. Foto: Kattner

Die Wilmersdorfer Straße ist vor allem als typische Fußgängerzonen-Einkaufsmeile bekannt. Geht man jedoch unter der S-Bahn-Brücke hindurch Richtung Süden kommt man in den kiezigen Teil der Wilmersdorfer Straße. Mit Obstläden, Second-Hand-Läden, Coffee Shops, Spätis und vietnamesischen Restaurants unter Bäumen bietet die Gegend einen Kontrast zum zugepflasterten Shopping-Areal weiter nördlich. Zu empfehlen ist der Lebensmittel- und Weinladen Goldhahn und Sampson. Dort findet man erlesene Weine, ausgefallene Süßigkeiten, Feinkost-Lebensmittel und jede Menge Kochbücher. Im hinteren Bereich des inhabergeführten Ladens finden Kochkurse statt. Nicht weit davon ist der Hindemithplatz mit dem St.-Georgs-Brunnen, der zum entspannen einlädt. Sollte es auf dem Brunnen zu voll sein, einfach die Giesebrechtstraße entlang zum Meyerinckplatz weitergehen und sich auf eine Bank im Schatten setzen.


Einmal um den Lietzensee

Der Lietzenseepark ist eine idyllische Grünanlage im Westen Charlottenburgs. Foto: Imago/Schöning

Der Lietzenseepark ist eine erholsame Grünanlage im Südwesten von Charlottenburg. Der denkmalgeschützte Park rund um den See wurde 1920 von dem bekannten Berliner Gartendirektor Erwin Barth gestaltet. Dort finden sich alte Bäume, Skulpturen und architektonische Anlagen wie die kleine und große Kaskade. Die Uferpromenade eignet sich perfekt zum Spazierengehen, ist aber auch eine der schönsten Laufstrecken in Berlin. Die Strecke einmal um den See ist rund fünf Kilometer lang. Wer lieber entspannt, kann das am besten auf den vielen Bänken am Wasser oder auf der Schillerwiese machen.

  • Lietzenseepark zwischen Wundtstraße und Neuer Kantstraße, Charlottenburg

Bestes Eis bei Gimme Gelato

Immer einen Spaziergang wert: Eis bei Gimme Gelato. Foto: privat
Immer einen Spaziergang wert: Eis bei Gimme Gelato. Foto: privat

Das beste Eis Charlottenburgs bekommt man bei Gimme Gelato an der Wundtstraße. Die Eismanufaktur stellt vor Ort klassischen Eissorten wie Vanille, Schokolade und Erdbeere her, aber auch außergewöhnliche Sorten wie Vanille-Hafermilch, Honig-Lavendel, Basilikum-Minze und Kirsche-Hibiskus. Darunter sind viele vegane, laktose- und glutenfreie Eisspezialitäten. Das Gelato oder Sorbet kann man nicht nur im Becher oder in der Waffel bekommen, sondern auch als Eis am Stiel. Besonders süß ist auch das Otter-Maskottchen und Hinweise wie „Never leave your Gimme Gelato cup unattended“. Bei dem leckeren Eis durchaus berechtigt. Wer das Gelato auch beim Netflix-Abend zu Hause schlecken will, kann Eisbecher zum Mitnehmen kaufen.

  • Gimme Gelato Wundtstraße 15, Charlottenburg, Mo–Fr ab 13 Uhr, Sa–So ab 12 Uhr, www.gimmegelato.de

Antikes und Nippes: Schaufenster-Shopping an der Suarezstraße

In Antiquitäten-Läden gibt es immer wieder etwas Neues oder Altes zu sehen. Foto: Imago/ZUMA Wire

Wer keine Lust hat ins Museum zu gehen, kann sich trotzdem Altes und Rares anschauen. Und Charlottenburg hat viel Antikes zu bieten: In den Schaufenstern auf der Suarezstraße findet ihr allerhand Schätze, wie glitzernde Kronleuchter, extravagante Gehstöcke, Vintage-Möbel oder einen Zigarettenautomaten aus Blech. Zwischen dem Sophie-Charlotte-Platz und dem Amtsgerichtsplatz reiht sich an der Suarezstraße ein Antiquitätengeschäft ans Nächste. Der Laden „Antikes & Nippes“ fasst gut zusammen, was man auf der Suarezstraße findet.

  • Antikmeile Berlin Suarezstraße 1-12, Charlottenburg

Flanieren im Schlosspark Charlottenburg

Das Belvedere im Schlosspark Charlottenburg war ursprünglich ein Teehaus. Jetzt ist dort Porzellan ausgestellt. Foto: Imago/Joko

Das 1695 für Kurfürstin Sophie Charlotte gebaute Schloss Charlottenburg ist Wahrzeichen und Namensgeber des Stadtteils. Das prächtigste Stadtschloss ist ein perfekter Foto-Spot. Der Schlosspark ist zudem einer der schönsten Parks Berlins. Der Schlosspark perfekt zum Flanieren geeignet und bietet viel zu entdecken. Der Barockgarten hinter dem Schloss ist aufwendig bepflanzt. Am Schlossteich kann man Enten, Schwäne und Reiher beobachten. Im nördlichen Teil des Parks sind Liegewiesen und ein Spielplatz. Kleiner Geheimtipp: Die Insel in der Mitte des Parks, die man über eine Brücke links vom Karpfenteich erreicht. Dort findet man Skulpturen, wie eine Büste von Königin Luise von Preußen, und idyllische Sitzplätze. Mehr Infos, Geschichtliches und Tipps für euren Besuch beim Schloss Charlottenburg findet ihr hier.


Königlicher Kaffee und künstlerische Burger auf der Mierendorff-Insel

Östlich an den Schlosspark Charlottenburg grenzt die Mierendorff-Insel, die von Spree und Kanälen umschlossen ist. Dort lohnt sich vor allem ein Besuch beim Café Friedrichs, das unter dem stilisierten Abbild des Alten Fritz Coffee to go mit Latte-Art und Frühstück anbietet. Zu empfehlen ist „Friedrichs Stulle“ mit Frischkäse, Guacamole, gebratenem Halloumi und Spiegeleiern. Wer zu spät zum Frühstück ist, kann sich an der Tauroggener Straße Burger bei Vincent Burger holen. Namensgebend für das Restaurant ist der Künstler Vincent van Gogh, der als großes 8-Byte-Gemälde im Laden hängt. Die Burger haben Namen wie „Goldgelb Burger“, „Vincentblau Burger“ oder „Pastell Burger“. In der Mitte des Burgers steckt ein Pinsel, um die Buns und Patties zusammenzuhalten. Burger und Brötchen gibt es auch in vegetarischer oder veganer Variante. Dazu schmecken die hausgemachten Pommes und die selbstgemachte Zitronenlimonade besonders gut.

Wer nach dem ganzen Essen etwas Skurriles sehen möchte, kann bei Gas-Wasser-Installateur Schwarzwälder vorbei schauen. Der Familienbetrieb stellt in seinem Schaufenster historische Toiletten und Badartikel aus, die mit kleinen Infotafeln erklärt werden. Für alle Fans vom stillen Örtchen.

  • Café Friedrichs Mierendorffplatz 2, Charlottenburg, 8:30–18 Uhr, www.cafefriedrichs.com
  • vincent-burger Tauroggener Str. 9, Charlottenburg, Do–So 15–22 Uhr, vincent-burger.de
  • Kurt Schwarzwälder Gas-, Wasser- Installateurmeisterbetrieb Mierendorffstraße 25, Charlottenburg

Spazieren am Landwehrkanal

Der Siemenssteg mit Blick auf das Kraftwerk Charlottenburg. Foto: Imago/Joko

Vom Schloss Charlottenburg führt ein Uferweg erst an der Spree, dann am Landwehrkanal entlang bis zum Charlottenburger Tor. Auf dem Weg lohnt sich ein Stopp am Biergarten Caprivi, den man über die Caprivibrücke erreicht, um sich eine Erfrischung zu kaufen. Sehenswert ist auch der Siemenssteg, eine um die 1900 gebaute Fußgänger-Bogenbrücke, die über die Spree führt. Ganz in der Nähe bekommt man das beste Schnitzel Charlottenburgs in der Schnitzelei. Auf der Terrasse an der Röntgenbrücke kriegt man unter Bäumen ein riesengroßes Wiener Schnitzel (oder Austernpilzschnitzel) und ein Craft Beer (oder eine Fassbrause). Am Ende des Uferwegs kommt man zum Charlottenburger Tor, das als kleine Schwester des Brandenburger Tors mindestens genauso schön ist.


Schlendern am Ku’damm

Auf dem Ku’damm kann man auch flanieren, ohne in die Geschäfte zu gehen. Foto: Imago/Stefan Zeitz

Der Kurfürstendamm ist als Prachtboulevard vor allem luxuriösen Geschäfte und für die vielen Cafés, Restaurants und Hotels bekannt. Doch auch wenn ihr mit Luxus-Mode nichts am Hut habt, lohnt sich ein Spaziergang auf dem Ku´damm. Die beeindruckenden Fassaden versprühen einen ganz besonderen Charme. An der Kreuzung zur Joachimsthaler Straße ist die letzte noch bestehende Verkehrskanzel zu finden. Und in der Voliere im Innenhof des Neuen Kranzler Eck kann man sogar Vögel beobachten. Vor dem Spaziergang lohnt sich ein Blick auf die bewegte Geschichte des Kurfürstendamms.

Affen beobachten vom Bikini Berlin aus

Die Paviane im Berliner Zoo kann man beobachten, auch ohne Eintritt zu bezahlen. Foto: Imago/Christian Spicker
Die Paviane im Berliner Zoo kann man beobachten, auch ohne Eintritt zu bezahlen. Foto: Imago/Christian Spicker

Um Tiere zu beobachten, muss man nicht unbedingt eine Eintrittskarte für den Zoo kaufen. Es reicht auch, auf die Dachterrasse des Einkaufszentrums Bikini Berlin zu kommen. Von da aus hat man nämlich einen perfekten Blick ins Paviangehege: herumtollende Jungtiere, lausende Pavian-Pärchen und genervte Oberaffen – all das kriegt man vom Dach der Shopping Mall aus geboten. Wenn man noch ein Stück weiter geht, hat man auf der anderen Seite einen tollen Blick über den Breitscheidplatz. Und das Beste ist: Die Terrasse ist unabhängig von den Öffnungszeiten des Einkaufszentrums immer zugänglich.


Innehalten an der Gedächtniskirche

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche ist das Wahrzeichen von Charlottenburg. Foto: Imago/epd

Am Breitscheidplatz liegt die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, die von Zoofenster, Waldorf Astoria und Upper West, Berlins markantesten Hochhäusern, überschattet wird. Der prägnante Turm der Kirche, der umgangssprachlich hohler Zahn genannt wird, erinnert an die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges. 1961 wurde die Gedächtniskirche um ein achteckiges Kirchengebäude und einen neuen Glockenturm erweitert, die mit ihren blauen Glasfenstern ebenfalls charakterisch sind. Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz 2016 wurde das Denkmal „Goldener Riss“ geschaffen. Auf den Treppenstufen der Kirche sind die Namen der Opfer eingraviert. Mehr zur Geschichte, Wissenswertes und Besucherinfos der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis Kirche haben wir hier zusammengestellt.


Trotzdem was erleben? Tipps für andere Stadtteile


Mehr Charlottenburg

Wer den Stadtteil kulinarisch entdecken will, bekommt bei diesen Restaurants in Charlottenburg gutes Essen geliefert oder zur Abholung. Und wenn ihr in die Geschichte abtauchen wollt: Viel typische West-Berliner Architektur findet ihr hier. Zum Mythos gehört natürlich auch das Leben von Christiane F. Das gibt es auch als Serie: „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ spielt natürlich zu großen Teilen am Zoo. Immer aktuelle Texte über Charlottenburg findet ihr hier.

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