Kneipen-Klassiker

12 Alt-Berliner Kneipen: Hier pichelt Berlin seit mehr als 100 Jahren

Bars gibt es wie Sand am Meer. Aber richtige alte Berliner Kiezkneipen? Da muss man schon ein bisschen suchen. Wir zeigen euch 12 Alt-Berliner Kneipen, in denen seit mehr als 100 Jahren getrunken, gespeist und diskutiert wird – über die Weimarer Republik, Kriege, Mauerbau und Mauerfall, Klimawandel oder die Corona-Pandemie. In der ältesten Kneipe wird schon seit 1621 Bier gezapft.


Diener Tattersall: Prominenz an den Wänden und zu Tisch

Alte Berliner Kneipen: Benannt nach dem Boxer Franz Diener. Foto: Kai von Kotze
Im ehemaligen Pferdebetrieb hängen heute Porträts zahlreicher Promis an den Wänden. Foto: Kai von Kotze

Benannt wurde das mehr als 100 Jahre alte, bodenständige Lokal nach dem Boxer Franz Diener, ein Konkurrent Max Schmelings. Er kaufte das Restaurant des ehemaligen Pferdebetriebs und machte den Ort zum Nachkriegstreffpunkt für Kunstschaffende, Sportler:innen und Journalist:innen. Davon zeugen unzählige signierte Fotos an den Wänden. Mit etwas Glück trifft man immer noch Prominenz, die sich an deutscher, pfälzischer und österreichischer Hausmannskost erfreut. Wo sich die Berliner Künstler:innen sonst so herumtreiben, erfahrt ihr hier: 12 Lokale der Berliner Kunstszene: Hier traf und trifft sich die Bohème.

  • Diener Tattersall Grolmanstraße 47, Charlottenburg, Mo–Sa ab 18 Uhr, Tel. 030/881 53 29, diener-berlin.de

E. & M. Leydicke: Liköre und Schnäpse mit Tradition

Feinste Liköre und Schnäpse im E. & M. Leydicke. Foto: Sir James/Wikimedia Commons/CC 3.0
Feinste Liköre und Schnäpse im E. & M. Leydicke. Foto: Sir James/Wikimedia Commons/CC 3.0

Vor mehr als 140 Jahren gründeten die Brüder Emil und Max Leydicke eine Likör- und Fruchtsaftfabrik und kurz darauf eine Weinprobierstube. Als gebürtiger West-Berliner hat man dort seine ersten Erfahrungen mit hausgemachten Fruchtweinen, Likören und Schnäpsen gemacht. Obwohl Leydicke wie andere Alt-Berliner Kneipen auch bei Tourist:innen immer beliebter wird, ist das Leydicke bei Einheimischen eine nach wie vor beliebte Adresse.

  • E. & M. Leydicke Mansteinstraße 4, Schöneberg, tgl. 19–1 Uhr, Tel. 030/216 29 73, leydicke.com

Deftig speisen im Alt-Berliner Wirtshaus Max und Moritz

Alte Berliner Kneipen: Kreuzberger Institution. Foto: Imago/Travel-Stock-Image
Ob im Gastraum, im neu renovierten Wilhelm Busch Saal, oder in der neu eröffneten Bel Étage: Das Wirtshaus Max und Moritz stellt seine Räumlichkeiten auch für private oder geschäftliche Feiern zur Verfügung. Foto: Imago/Travel-Stock-Image

Eine Adresse für die Freunde und Freundinnen von Alt-Berliner Spezialitäten in Alt-Berliner Wirtshausatmosphäre ist das Max und Moritz. Das Wirtshaus hat sogar einen Ballsaal und lädt ein zu Musik und Tanz und verschiedenen Veranstaltungen. Von der Einrichtung ist seit der Eröffnung 1902 viel erhalten geblieben – richtig authentisch Alt-Berlinerisch also. Unser Probiertipp: Eisbein ist in dieser Institution eine, nun ja, Wucht.

  • Max und Moritz Oranienstraße 162, Kreuzberg, Mi–So 18–23 Uhr, Tel. 030/695 159 11, maxundmoritzberlin.de

Metzer Eck: Urige Kultkneipe in Prenzlberg

Metzer Eck in Prenzlauer Berg. Foto: Imago/Steinach
Drinnen erwartet die Gäste der Alt-Berliner Kneipe eine urige Berliner Einrichtung, aber auch draußen gibt es ein paar Tische. Foto: Imago/Steinach

Urige Eckkneipe mit guter Kiezmischung und fünf Biersorten vom Fass (darunter ein Schwarzbier), einem großen Biergarten und separatem Raucherraum. Zu essen gibt es im Metzer Eck deftige Berliner Küche wie Buletten oder Hackepeterstulle. Mehr Restaurants in Prenzlauer Berg findet ihr hier: 12 Empfehlungen für jeden Anlass.

  • Metzer Eck Metzer Straße 33, Prenzlauer Berg, Mo–Sa 16–23:30 Uhr, Tel. 030/442 76 56, metzer-eck.de

Perfekt gezapft in der Möve im Felsenkeller

Möve im Felsenkeller. Foto: Dirk Ingo Franke/Wikimedia Commons/ CC 4.0
In der Alt-Berliner Kneipe treffen sich Schöneberger aller Altersklassen. Foto: Dirk Ingo Franke/Wikimedia Commons/CC 4.0

Eine Kneipe ist eine Kneipe ist eine Kneipe. Und auf den Felsenkeller trifft das hundertprozentig zu. Die Einrichtung ist seit Jahrzehnten dieselbe und verleiht dem immer gut besuchten, schlauchförmigen Lokal ein besonderes Flair. Serviert werden Fassbiere, perfekt gezapft, dazu gutbürgerliche Deftigkeiten wie den Linseneintopf mit Wiener Würstchen, Bulette mit Brot oder Kartoffelsalat mit Würstchen.

  • Möve im Felsenkeller Akazienstraße 2, Schöneberg, Mo–Sa 16–1 Uhr, Tel. 030/781 34 47, mehr Infos online

Sophieneck: Zwischen Trubel und Gemütlichkeit

Alte Berliner Kneipen: Bauernfrühstück, Eisbein oder Sülze gibt es im Sophieneck. Foto: Imago/Joko
Im Sophieneck gibt es Bauernfrühstück, Eisbein oder Sülze. Foto: Imago/Joko

In bester Lage in Mitte treffen sich Berliner:innen, Touris und Studierende in der gemütlichen Schank- und Speisewirtschaft, um in Alt-Berliner Atmosphäre ein Bauernfrühstück, Eisbein oder Sülze zu essen. Beliebt sind dabei natürlich auch die saisonalen Angebote wie Spargel und Pfifferlinge. Im Sommer können Gäste ihr Bier an den Tischen auf dem Bürgersteig genießen und den Trubel auf der Großen Hamburger Straße beobachten

  • Sophieneck Große Hamburger Straße 37, Mitte, Mo–Sa 17–23 Uhr, Tel. 030/283 40 65, sophieneck-berlin.de

Ein Stück Alt-Berlin im Wendel

Ein Stück Alt-Berlin im Wendel. Foto: Wendel
Drinnen erwartet die Gäste eine urige Einrichtung mit holzvertäfelten Wänden. Foto: Wendel

Ein Stück Alt-Berlin wie vor 100 Jahren: Heute findet man in Berlin-typischem Ambiente einen Promitreff, dem Berliner Stammkunden ein und aus gehen. Ein Highlight, das das Lokal unter den Alt-Berliner Kneipen besonders macht: Ab 22 Uhr werden frisch aus der Pfanne Buletten gereicht, wie sie zu den Klassikern der deutschen, hausgemachten Küche gehören.

  • Wendel Richard-Wagner-Straße 57, Charlottenburg, Mo–Fr 16–22 Uhr, Sa 17–22, Tel. 030/341 67 84

Berliner Küche bei Wilhelm Hoeck

Alte Berliner Kneipen: Gäste im Wilhelm Hoeck. Foto: Imago/Sven Lambert
Speisen und Zechen zwischen alten Fässern im Wilhelm Hoeck. Foto: Imago/Sven Lambert

Eine ehrwürdige Kneipe, in der es sich auch hervorragend speisen lässt: Wie wäre es mit der Hoeck‘sche Bratwurst, die das Traditionslokal nach eigener Rezeptur produziert? Für die einfache, ehrliche Küche wie Klopse, Kohlroulade und Bulette werden regionale und saisonale Produkte verwendet. Vielleicht lohnt sich ein Besuch in der Alt-Berliner Kneipe, um den Abend nach einer Vorstellung in der unweit gelegenen Deutschen Oper ausklingen zu lassen.

  • Wilhelm Hoeck Wilmersdorfer Straße 149, Charlottenburg, Mo–So 11–0 Uhr, Tel. 030/345 098 48, wilhelm-hoeck.de

Bier vom Fass im Xantener Eck

Uriges Kneipen-Restaurant mit gutbürgerlicher Berliner Küche. Foto: Xantener Eck
Uriges Kneipen-Restaurant mit gutbürgerlicher Berliner Küche. Foto: Xantener Eck

Das Xantener Eck ist ein uriges Kneipen-Restaurant mit gutbürgerlicher Berliner Küche und deftigen Gerichten wie Königsberger Klopsen, Kalbsleber mit Zwiebeln und Äpfeln und Kohlroulade mit Speckstippe. Zudem werden verschiedene Biere frisch gezapft.

  • Xantener Eck Xantener Straße 1, Wilmersdorf, tgl. 12–22 Uhr, Tel. 030/883 90 14, das-xantener-eck.de

Jazz im Yorckschlösschen

Alte Berliner Kneipen: Das Yorckschlösschen, traditionsreiche Blues- und Jazzkneipe mit Biergarten und deftiger Küche. Foto: Imago/POP-EYE/Christian Behring
Das Yorckschlösschen, traditionsreiche Blues- und Jazzkneipe mit Biergarten und deftiger Küche. Foto: Imago/Pop-Eye/Christian Behring

Das Yorckschlösschen ist eine Traditionskneipe mit Live-Musik. Im Sommer lockt der romantische Biergarten, der bei Regen auch komplett abgedeckt werden kann, bei kühleren Temperaturen lässt es sich wunderbar im urigen Inneren sitzen. Die Alt-Berliner Kneipe ist vor allem dafür für seine Musik bekannt: mehrmals die Woche finden Jazz-, Blues-, Swing- und Soul-Konzerte statt – deshalb hat es das Yorckschlösschen auch in unsere Liste der 12 Jazz-Clubs und -Bars geschafft.

  • Yorckschlösschen Yorckstraße 15, Kreuzberg, tgl. 18–22 Uhr, Tel. 030/215 80 70, yorckschloesschen.de

Zur kleinen Markthalle: Rustikal Speisen

Alte Berliner Kneipen:  Ein rustikales Restaurant im Kreuzberger Kiez. Foto: Zur kleinen Markthalle
Ein rustikales Restaurant im Kreuzberger Kiez. Foto: Zur kleinen Markthalle

Wer mitten im Kiez ein besonders lauschiges Plätzchen sucht, ist hier richtig. Im Garten sitzt man unter zwei großen Linden, die mit Idylle nahe dem Oranienplatz überraschen. Die deftige Küche passt zur rustikalen Einrichtung und zu einem nostalgischen Berlin-Gefühl. Vielleicht überraschend bei der fleischlastigen Berliner Kücke: es gibt auch leckere vegane Platten.


Zur letzten Instanz: Die älteste der Alt-Berliner Kneipen

Alte Berliner Kneipen: Zur letzten Instanz. Die älteste Kneipe Berlins. Foto: Imago/Rolf Kremming
Zur letzten Instanz. Die älteste Kneipe Berlins. Foto: Imago/Rolf Kremming

Mit Traditionslokalen ist das so eine Sache. Allzu oft werden die Traditionen zum Anlass genommen, es mit der Qualität in der Gegenwart nicht mehr allzu ernst zu nehmen. Anders in der letzten Instanz: In diesem im Jahr 1621 wurzelnden Lokal schmecken Haxe, Kalbsleber und Quiche zeitgenössisch gut. Wegen seiner langen Tradition zählt sie als eine der Alt-Berliner Kneipen auch zu unserer Liste der 12 legendären Restaurants in Ost- und West-Berlin.

  • Zur letzten Instanz Waisenstraße 14–16, Mitte, Tel. 030/242 55 28, Do–Di ab 12 Uhr, werktags 15-17.30 Küchenpause, zurletzteninstanz.com

Mehr zu Kneipen und Kulinarik in Berlin

Lust auf noch mehr Kneipen-Tradition? Dann bitte hier entlang zu echten und echt urigen Kneipen in Berlin. Wir haben beim Blick ins Archiv auch alte Werbeanzeigen für Restaurants und Kneipen entdeckt. Oder doch lieber was einkaufen in einem Geschäft mit langer Tradition: Diese 12 Berliner Läden sind mindestens 100 Jahre alt. Was sprachen die Leute früher so auf den Berliner Straßen? 12 berlinerische Begriffe, die man kennen sollte. Aktuelles zu Bars und Kneipen in Berlin gibt’s hier.

Wer sich bei dem riesigen Angebot einfach nicht entscheiden kann, findet mit der Berlin Food App von tipBerlin garantiert das passende Restaurant.

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