Partystadt Berlin

Die besten Clubs in Berlin

In Berlin gibt es immer einen Grund, sich die Nacht um die Ohren zu schlagen. In den Feiertempeln der Hauptstadt bleibt die Zeit stehen – Menschen von überall kommen für ein paar Stunden der Selbstvergessenheit nach Berlin. Oder um einfach eine richtig gute Zeit zu haben. Clubs gibt es unzählige, doch welche machen Berlins besonderen Ruf aus?

Sisyphos

imago images / F. Anthea Schaap

Zwei sich küssende Enten flankieren das Tor des Rummelsburger Techno-Wunderlands. Im Sisyphos gibt es Berghain-Sound in ausgelassener Atmosphäre. Die Türsteher sind freundlich, nehmen die Sache aber ernst: Um hineinzukommen, braucht es manchmal etwas mehr als ein durchdachtes Raver-Outfit. Wer das Line-up nicht kennt, kann die Schlange an manchen Abenden ganz vorne wieder verlassen. Einmal drin kann Freitag bis Montag durchgefeiert werden. Auf drei bis fünf Floors kommen Raver auf ihre Kosten. Ein Imbiss, eine Kaffee-Bar, ein Kiosk und ein Geldautomat auf dem Gelände lassen die Stunden noch schneller vergehen. Und trotzdem will es im Winter im Sisyphos gar nicht mehr hell werden.

Sisyphos Hauptstraße 15, Lichtenberg, www.sisyphos-berlin.net


About Blank

Der Techno-Club am Ostkreuz wird vor allem von Berliner Stammpublikum besucht. Im About Blank, das von einem Kollektiv betrieben wird, wird auf zwei House- und Techno-Floors gefeiert – die Öffnungszeiten richten sich nach der jeweiligen Veranstaltung. Bekannte Partyreihen im Blank sind zum Beispiel die „Staub“ und die „Buttons“. Der grüne Außenbereich mit Matratzen macht vor allem im Sommer den Charme des Clubs aus. Der Dresscode ist typisch Berlin, cool und entspannt. Die Tür auch.

About Blank Markgrafendamm 24 c, Friedrichshain, aboutblank.li


Arkaoda

Einen Ableger der legendären Istanbuler Club-Café-Bar gibt es seit 2018 in – na klar, Neukölln. Das Berliner Arkaoda am Karl-Marx-Platz ist etwas Besonderes und ein echter Zugewinn für das Berliner Nachtleben. Ab 16 Uhr gibt es im gemütlichen Café warmes Essen und Gebackenes. Abends verwandelt sich das Arkaoda in eine Bar. Im Keller gibt es regelmäßig Live-Konzerte. Die Künstler, die ins Arkaoda eingeladen werden, machen einen alternativen Sound, sprengen Genres. Mal hört man alternativen Electro, mal avantgardistischen Rap.

Arkaoda Karl-Marx-Platz 16-18, Neukölln, www.arkaoda.com


Berghain | Panorama Bar

imago images / F. Anthea Schaap

Über die lange Schlange und die harte Tür ist alles Nötige und auch viel Unnötiges und viel Blödsinn gesagt. Wir wollen hier mal für den Donnerstag Werbung machen, auf dem dritten Berghain-Dancefloor namens Säule, im Erdgeschoss: Da kommt man leichter rein, und die Musik ist oft experimenteller, überschreitet auch mal Grenzen von Techno und TripHop. Familiärer fühlt es sich dann auch an, weil sich alles auf diesen einen Raum konzentriert. Na gut, die Toiletten nebenan gibt’s schon auch noch.

Berghain | Panorama Bar Am Wriezener Bahnhof, Friedrichshain, www.berghain.berlin


Burg Schnabel

Am Kreuzberger Schleusenufer gibt es seit 2016 mit der Burg Schnabel eine neue Raver-Adresse. Tanzen können bis zu 400 Personen auf zwei Floors. Auf dem Mainfloor namens Voliere laufen vornehmlich elektronische Sounds zwischen House und Techno. Mal mischt sich auch Hip-Hop in das Line-up. Die Burg ist im Stile vieler Berliner Elektro-Clubs mit viel Holz ausgekleidet. Auch typisch: Discokugeln und leicht muffig anmutende Couches als Chill-Gelegenheiten.

Burg Schnabel Schleusenufer 3, Treptow, www.schnabel.berlin


Anomalie

Die Anomalie ist eine vielversprechende Adresse zum Raven, jenseits des Berliner Technostrichs. Auf zwei Floors legen in dem relativ jungen Club, der sich an der Storkower Straße neben dem Mensch Meier einquartiert hat, bekannte, internationale DJs auf. Die hallenartige Architektur des Innenbereichs hebt sich von anderen Berliner Techno-Bunkern ab. Im Sommer finden im schönen, künstlerischen Garten, der mit viel Holz verkleidet ist, auch Open-Airs statt. Wenn draußen nicht getanzt wird, wandelt sich die Anomalie an schönen Tagen zum Biergarten. Im April 2018 eröffnete zudem das Restaurant Lamifa in den heiligen Hallen der Anomalie. Bevor das Partyvolk kommt, kann in dem an den Club angeschlossenen Restaurant in Fine-Dining-Atmosphäre angestoßen und gespeist werden.

Anomalie Art Club Berlin Storkower Str. 123, Prenzlauer Berg, www.anomalie123.de


Tresor

imago images / F. Anthea Schaap

Der Tresor ist so sehr Berliner Technogeschichte, dass seine einstige Tür inzwischen im Museum steht, im Humboldt Forum. Dorthin hat sie der legendäre Tresor-Betreiber Dimitri Hegemann verliehen. Wann das Forum endlich öffnet, ist indes ungewiss. Was wir aber wissen: Wer zum ersten Mal im neuen Tresor flaniert, kann leicht den Überblick im Erdgeschoss verlieren, so verwinkelt ist das. Der Techno hier ist oft düster, hart und wenig melodisch. Besonders lohnt sich die monatliche Partyreihe namens Herrensauna.

Tresor Köpenickerstr. 70, Mitte, www.tresorberlin.com


Hoppetosse

imago images / F. Berger

Das Partyschiff Hoppetosse liegt unweit des Arena-Geländes am Spreeufer. Im Winter wird hier unter Deck freitags bis sonntags gefeiert. Das housige Line-up ist an den Sound des Clubs der Visionäre angelehnt, der den gleichen Betreibern gehört. Bis zur Neueröffnung des CdV wird jetzt auf der Hoppetosse gefeiert. Und natürlich auch noch danach: Im Sommer kommt auf der Hoppetosse, mit einem kühlen Drink in der Hand und Rundumblick auf die Spree, ein echtes Ich-liebe-Berlin-Gefühl auf.

Hoppetosse Eichenstraße 4, Treptow, www.hoppetosse.berlin


Kater Blau

imago images / F. Anthea Schaap

Der Kater ist seit seiner Eröffnung 2014 eine von Berlins interessantesten Feier-Adressen. Der Techno-Club steht gemeinsam mit dem benachbarten Kreativdorf Holzmarkt 25 im Erbe der legendären Bar25 – mit dem Projekt erweckten die Betreiber eine legendäre Pilgerstätte für Raver und Hippies erneut zum Leben. Im Kater Blau wird auf einem großen Floor hauptsächlich zu Techno getanzt. Zum Außenbereich gehören ein Innenhof, der mit Holz ausgekleidet ist, ein überdachter Bereich mit Sitzgelegenheiten und Bar und ein Teil am Spreeufer – wo man im Sommer gemütlich am Lagerfeuer sitzen kann.

Kater Blau Holzmarktstraße 25, Friedrichshain, www.katerblau.de


Watergate

imago images / Travel-Stock-Image

Das Watergate feierte 2017 15-jähriges Bestehen und ist mit dem Tresor und dem Berghain der älteste Techno-Club Berlins. Durch die besondere Lage an der Oberbaumbrücke und das stets qualitative Booking erfreut sich der Club konstanter Beliebtheit. Die verglaste Front lässt auf beiden Floors das Gefühl aufkommen, man tanze direkt über der Spree. Der Außenbereich schwimmt scheinbar auf dem Wasser und ist vor allem im Sommer ein Highlight. Auf dem obigen der beiden Floors tanzt zudem eine beeindruckende LED-Decke im Takt der Musik mit. In seinen jungen Jahren war die Musik im Watergate deutlich Drum’n’Bass-lastiger, heute gibt es mehr House, Funk und Techno auf die Ohren.

Watergate Falckensteinstraße 49, Kreuzberg, www.water-gate.de


Mensch Meier

imago images / tagesspiegel

In einem Industriegebiet an der Storkower Straße hat sich das Mensch Meier in einer ehemaligen Lagerhalle eingemietet. Die Betreiber des Clubs mischen auch auf dem Fusion Festival mit, was dem Club von Beginn an zu einem gewissen Ansehen in der Szene verhalf. Auf drei Floors kann man hier zu House und Techno tanzen und einfach man selbst sein. Das großzügige Gelände, ein verlässlich gutes Booking und das authentische Publikum machen das Mensch Meier zu einem Geheimtipp für Ausgehwütige.

Mensch Meier Storkower Str. 121, Prenzlauer Berg, www.menschmeier.berlin


Salon zur Wilden Renate

imago images / F. Anthea Schaap

Der Salon zur Wilden Renate ist seit über 10 Jahren fester Bestandteil der Berliner Elektro-Club-Kultur. Die Renate befindet sich in Friedrichshain in der Nähe der Elsenbrücke – wo dieselben Betreiber auch den Open-Air-Club Else betreiben. Getanzt wird in den Räumlichkeiten eines umgebauten Einfamilienhauses, Sofas, verwinkelte Ecken, Hochbetten und trashige Accessoires machen den Club-Charakter aus. Gute House- und Techno Line-ups ziehen auf die drei Floors. Wenn im Frühling oder Sommer sogar der große, grüne Außenbreich überfüllt ist, kann man rüberlaufen zur Else.

Salon zur Wilden Renate Alt-Stralau 70, Friedrichshain, www.renate.cc


Else

Die Else ist ein Open-Air-Club mit gemütlichem Biergarten, direkt an der Elsenbrücke gelegen. Im Juni startet hier die Open-Air-Saison mit guten Bookings und guter Laune. Zu hören gibt es einen Mix aus Techno, House und Minimal. 16 Lautsprecher beschallen im Sommer die Tanzfläche der Else. Bevor abends die Party losgeht, lässt sich im Biergarten Hänsel & Brezel gemütlich ein Bier zischen.

Else An den Treptowers 10, Treptow, www.else.tv


Ipse

Foto: imago images / POP-EYE

Ein verwunschener Club am Spreeufer nahe dem Schlesischen Tor nennt sich Ipse. In dem langgezogenen Garten wird im Sommer unterm Sternenhimmel zu House und Techno getanzt. Die Bookings sind zumeist vielversprechend, zu später Stunde und bei kälterer Temperatur zieht sich die Feiermeute der Ipse in das auf dem Gelände gelegene Warehouse zurück. An einem lauen Berliner Sommerabend ist die Atmosphäre in der Ipse entspannt, der große Kronleuchter glitzert über dem Open-Air-Floor und die Drinks schmecken besonders gut.

Ipse Vor dem Schlesischen Tor 2, Kreuzberg, www.facebook.com/ipse.offline


Prince Charles

Das Prince Charles ist auf seine Art ein Unikat in der Berliner Clubszene. Mal ist es HipHop-, mal Techno-Club, mal Bar, Restaurant oder Konzert-Location. In der alten Mitarbeiter-Schwimmhalle der Klavier-Manufaktur Bechstein hängt Kreativität und Individualismus in der Luft. Im alten Schwimmbecken kann geravet oder zur Musik entspannt werden. Insgesamt besteht das Prince Charles aus stylischen knapp 500 Quadratmetern Innenbereich und einem Außenbereich und einem Hinterhof-Garten, wo sich im Sommer kühle Drinks genießen lassen.

Prince Charles Prinzenstraße 85f, Kreuzberg, www.princecharlesberlin.com


Paloma

Hinter den schrägen Fenstern über dem Supermarkt am Kotti steppt der Bär: Das Paloma ist eine Mittelding zwischen überfüllter Bar und Club. Aber so dünn die Luft sich oft anfühlen mag, gehen will man trotzdem nicht. In ramschiger Wohnzimmer-Atmosphäre läuft hier gut ausgesuchte elektronische Musik. Ein Wodka-Ahoi-Shot für das extra trashige Berlin-Gefühl macht den Abend noch prickelnder.

Paloma Skalitzer Str. 135, Kreuzberg, www.palomabar.de


Ritter Butzke

imago images / F. Anthea Schaap

In der Ritter Butzke werden wilde Nächte gefeiert. Das weiß auch Berlins berühmtester Techno-Rentner Komet Bernhard. Der 71-Jährige – langer, weißer Bart und Energie wie ein Jugendlicher – tanzt in nahezu jedem Club der Hauptstadt, doch das Butzke ist der Ort, an dem er sich am liebsten aufhält. Und das ist auch nicht verwunderlich. Auf bis zu drei farbenfroh gestalteten Floors spielen jedes Wochenende namhafte DJs aus dem In- und Ausland. Vor allem das House- und Tech House-Spektrum wird im Butzke gut abgebildet. 

Ritter Butzke Ritterstraße 26, Kreuzberg, www.club.ritterbutzke.com


Zur Klappe

Foto: Max Müller

Underground Techno bekommt in der Klappe eine ganz besondere Bedeutung. Die ehemalige Toilette befindet sich unter einer Verkehrsinsel am Mehringdamm. Für Unwissende ist der Eingang nur schwer zu finden. Der Club hat sich innerhalb der letzten Jahren zu einer festen Instanz in der Berliner Partyszene entwickelt. Das liegt neben der ungewöhnlichen Lage nicht zuletzt auch an der Musikauswahl. Vor allem weniger bekannten Vertreter*innen der technoesken Klangkunst wird hier eine Bühne geboten. Wer sich unter Tage begeben will, sollte nach einer gusseisernen Klappe Ausschau halten.

Zur Klappe Yorckstraße 2, Kreuzberg, www.zurklappe.org


Suicide Club

Einer der Orte auf dem Warschauer Techno-Strich, wo jede Nacht – außer montags und mittwochs – Zirkus gemacht wird. Der Suicide Club, vielen vielleicht noch als Suicide Circus bekannt, ist eine feste Größe in der Berliner Techno-Szene. In seinen Anfängen befand sich der Club in der Dircksenstraße nahe dem Alexanderplatz. Auf dem RAW-Gelände wird seit 2009 gefeiert. Es gibt zwei große Floors. Im Sommer wird im großen Open-Air-Bereich mit Garten auch zu House gefeiert.

Suicide Club Warschauer Brücke, Revaler Straße 99, www.suicide-berlin.com

Texte: Rosanna Steppat, Stefan Hochgesand, Tim Winter


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