Berlin verstehen

Berlin 2014 in Bildern: 25 Jahre Mauerfall, WM-Sieg und Wowereits Rücktritt

Berlin feierte im Jahr 2014 den WM-Sieg der deutschen Nationalmannschaft und 25 Jahre Mauerfall. Zugleich wurde die Stadt immer teurer, der Street-Art-Künstler Blu übermalte aus Protest gegen die Gentrifizierung sein weltberühmtes Mural an der Kreuzberger Cuvry-Brache, Bill Murray lief bei der Berlinale über den roten Teppich, und im Zoo wurde ein Spitzmaulnashorn geboren. Hier blicken wir in 12 Fotos auf Berlin im Jahr 2004 zurück.


Britzer Verbindungskanal und der lange Schatten der DDR

Britzer Verbindungskanal in Berlin, 2014. Foto: Imago/epd
Britzer Verbindungskanal in Berlin, 2014. Foto: Imago/epd

Am 5. Februar 1989 wurde der 20-jährige Chris Gueffroy beim Fluchtversuch am Britzer Verbindungskanal in Berlin zwischen den Stadtteilen Treptow und Neukölln von Grenzsoldaten erschossen – etwa in Höhe des Schiffes auf dem Foto aus dem Jahr 2014, als sich das Ereignis zum 25. Mal jährte. Über die Anzahl der Todesopfer an der ehemaligen DDR-Grenze gibt es unterschiedliche Angaben. Auch 25 Jahre nach dem Mauerfall schwebte die DDR-Geschichte noch über der Stadt.


Berliner Stadtschloss im Rohbau

Luftbild von der Großbaustelle: ein Schloss aus Beton entsteht, Berlin 2014. Foto: Imago/U. Geisler/Future Image
Luftbild von der Großbaustelle: ein Schloss aus Beton entsteht, Berlin 2014. Foto: Imago/U. Geisler/Future Image

Erst Ende 2020 wurde die Baumaßnahmen weitestgehend abgeschlossen. 2014 befand sich das Stadtschloss noch im Rohbau, man konnte die Konstruktionselemente genau sehen und sich in der HumboldtBox über das Projekt informieren.


Das Mural von Blu an der Cuvrybrache wird übermalt

Das berühmte Wandbild an der Cuvrybrache verschwindet. Foto: Imago/Christian Mang
Das berühmte Wandbild an der Cuvrybrache verschwindet. Foto: Imago/Christian Mang

2014 verlor Berlin ein beliebtes Fotomotiv, das weit über Berlin hinaus bekannte Wandbild des italienischen Streetartkünstlers Blu an der Cuvrybrache wurde großflächig mit schwarzer Farbe übermalt. Der Künstler selbst entschied sich zu der Aktion aus Protest gegen die Gentrifizierung im Kreuzberger Kiez. In einem Statment heißt es, niemand solle einen Vorteil aus seiner Arbeit ziehen. Der Künster wolle verhindern, dass der Invetstor der Cuvrybrache das Kunstwerk nutze, um höhere Preise für seine Immobilien zu erzielen. Das übermalen war eine „Fuck you“-Geste an die Berliner Stadtentwicklungspolitik.


Bill Murray zu Gast bei der Berlinale

Bill Murray vor dem Berlinale-Palast, Theater am Potsdamer Platz, am 6. Februar. Foto: Imago/Tinkeres

Berlinale im Jahre 2014, es waren noch die guten alten Dieter-Kosslick-Filmfestspiele. Eröffnungsfilm war Grand Budapest Hotel von Wes Anderson, in dem auch der großartige Bill Murray (Foto) eine Rolle hatte. Der misanthrope Hollywoodstar ließ sich aus dem Anlass auf dem roten Teppich blicken. Wir berichten jedes Jahr über die Berlinale, besucht doch unsere Rubrik.


Räumung der von Flüchtlingen besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule

Protestierende vor dem Tor der Kreuzberger Gerhart-Hauptmann-Schule. Foto: Imago/Christian Mang
Protestierende vor dem Tor der Kreuzberger Gerhart-Hauptmann-Schule. Foto: Imago/Christian Mang

Die von Flüchtlingen besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg sorgte 2014 für Schlagzeilen. Anlässlich der drohenden Räumung sammelten sich hier die Unterstützer zu einer Kundgebung vor dem Schultor. In der Schule herrschten chaotische Zustände, ein Besetzer wurde im Streit um die Dusche erstochen, immer wieder kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Schule und der Umgebung. Mehrfach wurde versucht, das Objekt zu räumen, dazu kam es erst 2017.


Freitagsgebet auf der Skalitzer Straße

Freitagsgebet auf der Skalitzer Straße in Kreuzberg, nachdem die im Rohbau befindliche Moschee nach einem Anschlag ausgebrannt ist, August 2014. Foto: Imago/Wiegand Wagner

Im August 2014 brach in der Kreuzberger Mevlana-Moschee ein Feuer aus, schon bald sprach man von einem Attentat. Sogar der damalige Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) besuchte den Ort und sprach von „einem Anschlag auf das Zentrum der Gesellschaft“. Unklar blieb vorerst, ob es sich beim Täter um einen Pyromanen oder ein Islamhasser handelte. Nach dem Brand wurde das Freitagsgebet auf die Skalitzer Straße verlegt.


Ein kleines Spitzmaulnashorn im Zoo Berlin

Mama-Spitzmaulnashorn und Baby-Spitzmaulnashorn im Zoo Berlin. Foto: Imago/Olaf Wagner
Mama-Spitzmaulnashorn und Baby-Spitzmaulnashorn im Zoo Berlin. Foto: Imago/Olaf Wagner

Süße Zoobewohner sorgen immer wieder für stadtweite Entzückung. Ob niedliche Eisbären, coole Flamingos oder schlaue Affen. Ein Spitzmaulnashorn-Baby war 2014 die Sensation. Hier auf dem Bild soll der in Berlin geborene Spitzmaulnashorn-Bulle noch ganz ohne Horn, dafür aber mit kurzen, strammen Beinen, seiner Mama Maburi zum ersten Ausflug auf die Nashornanlage im Berliner Zoo folgen. Hier sind berühmte Berliner Zoo-Tiere, die wir nie vergessen werden.


Deutschland ist Weltmeister

Fanfest auf der Straße des 17. Juni vor dem Brandenburger Tor. Foto: Imago/Eventpress Stauffenberg
Fanfest auf der Straße des 17. Juni vor dem Brandenburger Tor. Foto: Imago/Eventpress Stauffenberg

2014 wurde Deutschland Fußballweltmeister. In Brasilien besiegte die DFB-Elf Argentinien im Finale, im Halbfinale wurden die Gastgeber mit einem 7:1 degradiert und in Berlin standen alle Uhren auf Volksfeststimmung. Die Straße des 17. Juni verwandelte sich in eine Fanmeile auf der am 15. Juli, zwei Tage nach dem Triumph, mit den frisch gebackenen Weltmeistern und Helene Fischer gefeiert wurde.


Das Amerika-Haus wird zu C/O Berlin

Umbauarbeiten am Amerika Haus, Hardenbergstraße. Foto: Imago/Pemax
Umbauarbeiten am Amerika-Haus, Hardenbergstraße. Foto: Imago/Pemax

2013 zeigte die Berliner Fotoagentur Ostkreuz vor dem Amerika-Haus in der Hardenbergstraße eine Freiluft-Ausstellung mit Arbeiten ihrer Fotografen. Kurz darauf begannen die Umbauarbeiten und schon bald sollte in das legendäre Haus aus West-Berliner Zeiten das Ausstellungshaus für Fotografie C/O Berlin einziehen, das zuvor im Alten Postfuhramt in Mitte residierte. Am 30. Oktober 2014 fand die feierliche Eröffnung statt.


Bürgerfest zum 25-jährigen Jubiläum zum Fall der Mauer

Udo Lindenberg beim Bürgerfest vor dem Brandenburger Tor am 9. November 2014 in Berlin. Foto: Imago/POP-EYE/Ben Kriemann
Udo Lindenberg beim Bürgerfest vor dem Brandenburger Tor am 9. November 2014 in Berlin. Foto: Imago/POP-EYE/Ben Kriemann

25 Jahre Mauerfall, das Jubiläum wurde in Berlin mit einem gewaltigen Bürgerfest gefeiert. Auf der Bühne vor dem Brandenburger Tor standen neben Bürgermeister Klaus Wowereit auch der legendäre Liedermacher Wolf Biermann, der Deutschrocker Udo Lindenberg, der letzte Staatspräsident der Sowjetunion Michail Gorbatschow, Silly-Sängerin Anna Loos und viele andere. Am Abend wurden die mit Licht erfüllten Ballons in den Himmel gelassen.


Die Straßenbahn fährt bis zum Hauptbahnhof

Die neue Tram an der Haltestelle vor dem Hauptbahnhof, Dezember 2014. Foto: Imago/Jürgen Heinrich
Die neue Tram an der Haltestelle vor dem Hauptbahnhof, Dezember 2014. Foto: Imago/Jürgen Heinrich

Auch im 21. Jahrhundert ist die Straßenbahn in Berlin immer noch eher dem Ostteil der Stadt zuzuschreiben. Die fünf Betriebshöfe der Tram befinden sich alle auf dem einstigen Gebiet der DDR-Hauptstadt: in Weißensee, Köpenick, Friedrichshain und Marzahn. Dennoch gibt es die ersten Vorstöße Richtung Westen. Bereits 1995 wurden im Norden die U-Bahnhöfe Seestraße und Osloer Straße ans Tramnetz angeschlossen, seit 2006 fährt die M10 auch durch Gesundbrunnen und seit 2014 bis zum Berliner Hauptbahnhof.


Good Bye, Wowi!

Klaus Wowereit übergibt am 15. Dezember 2014 sein Amtszimmer an den neuen Regierenden Bürgermeister Michael Mueller. Foto: Imago/CommonLens
Klaus Wowereit übergibt am 15. Dezember 2014 sein Amtszimmer an den neuen Regierenden Bürgermeister Michael Müller. Foto: Imago/CommonLens

Die Ära Wowereit dauerte von 2001 bis 2014. Unter dem stets gut gelaunten Klaus Wowereit stieg Berlin von einer sich neu orientierenden und verschuldeten Stadt zu einer schillernden Metropole auf. Zwar verkaufte das Land Berlin in seiner Ära tausende Sozialwohnungen an private Investoren, womit die Gentrifizierung erst richtig ins Rollen kam und auch das Debakel um den neuen Flughafen BER ging zumindest teilweise auf seine Kappe, weshalb er 2014 schließlich auch zurücktrat und den Posten an seinen Parteifreund Michael Müller übergab. Und doch ging der charismatische Wowereit als überwiegend positive Figur in die Geschichte der Berliner Bürgermeister ein.


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So sah es zehn Jahre zuvor in der Stadt so aus: Berlin 2004 in Bildern: Billige Wohnungen, Autobahn und das MoMA. Und hier geht es in die Neunziger: Berlin 1994 in Bildern: Techno, Take That und eine Pyramide in Marzahn. Hier geht es weiter zurück in die Geschichte der Stadt: Berlin 1984 in Bildern: Diepgen, Autonome und Breakdance auf dem Breitscheidplatz. Berlin 1974 in Bildern: Seifenkisten, Palast der Republik und ein neuer Flughafen und hier geht es nach Berlin 1964 in Bildern: Panzer, Kamele und ein Besuch von Martin Luther King und noch einmal zehn Jahre zuvor: Berlin 1954 in Bildern – Märsche, Jazz im Sportpalast und die Zukunft der Gedächtniskirche. Mehr zur Geschichte Berlins lest ihr in dieser Rubrik.

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