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Spaziergänge durch Berlin: 12 schöne Routen von Natur bis Kiezrunde

Wie unterschiedlich Berlin ist, lässt sich am besten über Spaziergänge herausfinden. Vom ausgedehnten Tagestrip durch die Natur bis hin zum kurzen Flanieren durch Gründerzeitquartiere – wir haben euch 12 unterschiedlichste Spaziertipps zusammengetragen.


Spazieren inmitten historischer Gartenarchitektur im Schlosspark Charlottenburg

Schloss Charlottenburg
Blick auf das Schloss Charlottenburg. Foto: imago images / Schöning

Als ältester erhaltener Park in Berlin und Potsdam lädt der Schlosspark Charlottenburg nicht nur alle Liebhaber historischer Gartenarchitektur ein, sondern ebenso Kleinfamilien oder den Einzelnen für einen entspannten Spaziergang im Westen der Stadt.

1697 wurde der Park als erster Barockgarten nach französischem Vorbild auf Wunsch der Königin Sophie Charlotte angelegt. Sie bat einen Schüler des berühmten Versailler Hofgärtners André Le Nôtre ihr den modernsten Garten im deutschsprachigen Raum zu erbauen. Siméon Godeau schuf einen 55 Hektar großen Schlosspark in welchem Sophie Charlotte fortan entlang der Blumen und Bäume entlangspazieren konnte.

Der Park überzeugt durch seine vielfältige Flora und Fauna und eignet sich im Frühjahr und Sommer bestens als Picknick Location, für eine kleine Auszeit in der Sonne oder als Tobe-Platz für Kinder. Weiterhin gibt es das Mausoleum zu Ehren von Königin Luise, den Neue Pavillon mit regelmäßigen Ausstellungen, das Belvedere und die Luiseninsel zu erkunden.

Ein weiterer Vorteil der Grünanlage ist die ganzjährige Öffnung von 8 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit. Unabhängig vom eigenen Zeitplan lässt sich mit Hilfe 15-minütiger Spaziergänge oder sogar mehrstündiger Erkundungstouren im Schlosspark Charlottenburg der Hektik der Hauptstadt entfliehen.

  • Am besten zu erreichen ist der Schlosspark Charlottenburg mit Hilfe der Bus-Linien M45 oder 109 bis zur Haltestelle „Luisenplatz/Schloss Charlottenburg“ oder „Klausenerplatz“. Die nächsten U-Bahn-Haltestellen sind „Mierendorffplatz“ und „Richard-Wagener-Platz“ der U7 oder „Sophie-Charlotte-Platz“ der U2.

Spaziergang zum Grunewaldturm – vorbei an der Kiesgrube und dem Teufelssee

Waldspaziergang Berlin Ein Spaziergang durch den Grunewald ist vor allem mit Kindern und Hunden schön.
Ein Spaziergang durch den Grunewald ist vor allem mit Kindern und Hunden schön. Foto: imago images/Sorge

Ein schöner Waldspaziergang führt auch durch den in Berlin südlich gelegenen Grunewald. Das 3.000 Hektar große Waldgebiet liegt in den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz Zehlendorf. Durchzogen wird der Grunewald von einer Gruppe von Seen. Eine Wanderung durch diesen Wald ist sowohl mit Kindern als auch mit Hunden schön.

Unseren Spaziergang starten wir am Schmetterlingsplatz unweit des S-Bahnhofs Grunewald. Wir passieren die Kleingartenkolonie Grunewald und schöne Stadtvillen und gelangen als erstes zur Kiesgrube im Naturschutzgebiet Jagen 86. Die Sandgrube im Grunewald, von Berliner*innen einfach nur Kiesgrube genannt, ist der mit Abstand größte Sandkasten der Stadt.

Zwischen den 1960er und 1980er-Jahren wurde die Kiesgrube industriell genutzt, heute ist die riesige Sandfläche ein Naturschutzgebiet und Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Kleinkindern macht das Tollen am Abhang und das Spielen im Sand hier großen Spaß. Der Ort ist auch beliebt zum Picknicken. Wenn der Hunger nicht zu groß ist, sollte man ihn sich jedoch noch aufsparen – für das Ende des Spaziergangs.

Unser Weg führt uns weiter zum Teufelssee. Der idyllische Waldsee ist von einem dichten Baumbestand umgeben und lädt zum Verweilen und Verschnaufen ein. Bei schönem Wetter ist der Teufelssee eine beliebte Badestelle.

Unser Ziel, der Grunewaldturm. Foto: Imago/Joko

Durch einen schönen Mischwald, vorbei an Kiefern, Eichen und Buchen, gelangen wir schließlich zum Karlsberg, mit gut 78 Metern Höhe ist der Hügel der zweithöchste im Grunewald. Auf ihm befindet sich auch unser Ziel, der Grunewaldturm. Der 1899 fertiggestellte Turm ist 55 Meter hoch. Nachdem man die 202 Stufen erklommen hat, hat man von hier aus eine beeindruckende Aussicht über Berlin.

Im Turm befindet sich auch ein Restaurant mit schönem Biergarten, das ehrliche Kost wie Wiener Schnitzel anbietet – genau das richtige nach einem langen Waldspaziergang.


Pankewanderweg: Entlang der Panke neue Facetten der Stadt entdecken

Entlang der Panke zeigt sich der ehemalige Arbeiterbezirk Wedding von seiner harmlosen Seite. Foto: Imago/Schöning
Entlang der Panke zeigt sich der ehemalige Arbeiterbezirk Wedding von seiner romantischen Seite. Foto: Imago/Schöning

Berliner Entdecker*innen und Trekking-Fans sollten sich den Pankewanderweg nicht entgehen lassen. Die Panke ist einer der kleineren Flüsse der Hauptstadt – und dennoch von großer Strahlkraft. Die Quelle liegt im Barnim, in der Nähe von Bernau. Von dort aus schlängelt sich der Fluss in Richtung Süden, fließt durch diverse Pankower Ortsteile, durch Gesundbrunnen, Wedding und mündet schließlich in Mitte in die Spree.

Am Wegesrand gibt’s nicht nur unterschiedliche Bezirke zu entdecken, sondern auch lauschige Gartenanlagen wie den Schlosspark Niederschönhausen. Dazu kommen zahlreiche Brücken und eine vielseitige Flora und Fauna – über 70 Vogelarten brüten entlang der Panke. Unterwegs kann man im Schlosspark oder im Bürgerpark Pankow ausspannen.

Das Schloss Niederschönhausen in Pankow liegt ebenfalls auf dem Weg. Foto: Imago Images/Chromorange

Die Tour verlangt allerdings vor allem Zeit: Man nimmt sich am besten einen ganzen Tag Zeit und marschiert im Morgengrauen los. Ein Wandertag mitten in der Hauptstadt!

  • Startpunkt: Entweder S-Bahn-Station Bernau für einen ausgedehnten Tagestrip – am Besten mit Fahrrad. Oder U-Bahnhof Reinickendorf für eine abgekürzte Route durch den Wedding und Pankow. Mehr Flanierrouten am Ufer gibt es hier.

Vorortsidylle in Dahlem erkunden

Der Erlenbusch ist ein verwunschener Park in Berlin-Dahlem.
Der Erlenbusch ist ein verwunschener Park in Berlin-Dahlem. Foto: Rosanna Steppat

Dahlem, der Villenbezirk in Berlins Südwesten, erscheint vielen Berliner*innen zu fernab vom Schlag. Weswegen sollte man hierher fahren, wenn man nicht gerade Student*in oder Professor*in an der FU ist? Der Ruhe wegen zum Beispiel. Im Herbst kann man in den golden-belaubten Parks, die sich durch den grünen Ortsteil schlängeln, eine Stecknadel fallen hören. Höchstens schallt ein Kinderlachen durch die Ruhe in den Grünanlagen, oder die Sohlen von Rentnerschuhen knirschen auf dem Kiesweg.

Einer der schönsten Herbstspaziergänge, die man durch Dahlem machen kann, beginnt am U-Bahnhof Breitenbachplatz. Als Teil der U-Bahn-Linie 3 erreicht man den Bahnhof recht schnell von zentralen Berliner Stationen wie dem Wittenbergplatz oder der Warschauer Straße. Zuerst durchquert man den Erlenbusch, einen Park, der an der schönen Englerallee beginnt. Der Weg durch den lauschigen Park führt vorbei an Grünflächen. An den Erlenbusch schließen zwei weitere gemütliche Parks an, umringt von alten Bäumen und prächtigen Villen kann man hier besinnliche Ruhe genießen und gute Herbstluft atmen.

Eine Radfahrerin macht Pause in der Domäne Dahlem. Foto: Imago/Uwe Steinert

Lässt man die Parks im Herzen von Dahlem hinter sich, führt der Spaziergang hinter dem geschichtsträchtigen U-Bahnhof Podbielskiallee auf das freie Feld der Domäne Dahlem. Zwischen Ackerflächen und Obstbäumen grasen hier Kühe, Pferde und Ziegen, suhlen sich Schweine im Schlamm. Der Spaziergang lässt sich perfekt mit einem frischen Stück Kuchen und einer heißen Schokolade im Landgasthaus Domäne Dahlem abrunden. Die Zutaten für warme und kalte Speisen kommen hier direkt vom Feld. Vom U-Bahnhof Dahlem Dorf geht es mit der U-Bahn-Linie 3 zurück in die Stadt. Oder ihr schaut euch weiter um, mehr Tipps für Dahlem.

  • Startpunkt: U-Bhf. Breitenbachplatz U3, Busse 101, 248, 282, N3, Dauer rund 1 Stunde

Abendspaziergang im Quartier Victoriastadt

Breites Kopfsteinpflaster und wunderschöne Gründerzeitfassaden säumen Victoriastadt. Foto: imago images/Jürgen Ritter

Victoriastadt, unweit des Ostkreuzes, gehört zwar offiziell zu Lichtenberg. Streift man darin umher, fühlt es sich allerdings eher wie ein Paralleluniversum zu Friedrichshain an. Es ist, als hätte man die schönsten Straßenzüge noch einmal etwas weiter östlich aufgebaut, eingepfercht zwischen Gleisen. Das kleine Idyll umfasst zwar nur 23 Hektar, in denen es jedoch einiges zu entdecken gibt.

Vom Ostkreuz kommend stechen als erstes die mächtigen Industriebauten und die ehemalige Schule ins Auge, die heute Jugendherberge ist. Das Einkaufszentrum steht in seiner Scheußlichkeit im Kontrast zum Kiez, der insbesondere für einen kurzen Abendspaziergang einiges hergibt.

Die Fassaden des Viertels entstammen fast vollständig der Gründerzeit, die Straßen ausladend. Zahllose kleine Läden säumen das Quartier, ein Gefühl von Beschaulichkeit und gelebter Nachbarschaft kommt auf. Hin und wieder laden offene Tore zum Blick in gepflegte Innenhöfe ein, im Sommer schlendert es sich mit einem (sehr guten) Eis gleich noch entspannter. 

  • Das Quartier Victoriastadt ist am besten via Tram und Bus zu erreichen, die Linien 21 und 240 halten an der Station Marktstr. Der S-Bahnhof Ostkreuz ist etwa 10 min Fußweg entfernt. Dauer des Spaziergangs je nach Laune.

Von den Facetten Neuköllns bis ins Botschaftsviertel entlang des Landwehrkanals

Von Neuköllner Trubel bis Botschaftsviertel – der Landwehrkanal. Foto: imago images / Hoch Zwei Stock/ Angerer

Ein Spaziergang entlang des Kanals ist ein Gang durch Welten. Von Neukölln aus startend entlang des Weigandufers wechselt sich die anfängliche Stille alsbald mit der Lebhaftigkeit des Weserkiezes ab. Am Weichselplatz kann man hitzigen Tischtennismatches zuschauen oder sich mit heißer Pizza stärken. Das Maybachufer bietet zu Marktzeiten Trubel, abseits davon zahlreiche Cafés.

Auf den Kiesbahnen gegenüber wird im Sommer bis tief in die Nacht Boule gespielt, sitzt man dort, fühlt man sich gleich viel näher am Äquator. Dort, wo der Kottbusser Damm den Kanal kreuzt, wird es kurz hektisch. Das Planufer dagegen ist umso malerischer und stiller, von wunderschön renovierten Stadthäusern gesäumt. An der allseits beliebten Admiralsbrücke lässt sich der Spaziergang wunderbar zu einem Getränk ausklingen – oder erst richtig beginnen.

Wer es bis zum Tiergarten schafft, wird mit Natur und Entspannung belohnt. Foto: Imago Images/Snapshot

Der Landwehrkanal führt noch weit in den Westen. Durch den Böcklerpark geht es zum Halleschen Ufer, wo der Wasserlauf eingepfercht ist zwischen mehrspurigen Straßen, weiter Richtung Gleisdreieck und Schöneberg. Von dort lockt das Botschaftsviertel, ein Gang durch den Tiergarten, ehe der Kanal am Einsteinufer auf die Spree trifft. Kaum ein Weg verschafft es besser, die vielen Gesichter Berlins zusammenzufassen.

  • Startpunkt: S-Bahnhof Sonnenallee, Dauer ca. eine Stunde bis Admiralsbrücke, zwei bis drei Stunden bis Tiergarten.

Spaziergang entlang Friedrichshains ruhiger Wasserspitze: Die Halbinsel Stralau

Hausboote und Luxusbauten: Die Halbinsel Stralau. Foto: imago images/PEMAX

Stralau, wo liegt das noch gleich? Was wie ein Ausflug nach Brandenburg klingt, tatsächlich eine beschauliche Halbinsel zwischen Rummelsburg und Treptower Park, eingeschlossen von Bucht und Spree. Auf gerade einmal 1,12 Quadratkilometern bietet die die Landzunge Ruhe und Beschaulichkeit.

Ein Spaziergang entlang des Ufers bietet natürlich Blick auf die zahllosen Wohnkuben, bestückt mit bodentiefen Fenstern, luxuriösen Lofts und eher wenig Charme. Der Blick aufs Wasser könnte größeren Kontrast kaum bieten – insbesondere in der Bucht ankern zahlreiche eher hemdsärmelig zum Hausboot umgebaute Kähne. Dazwischen finden sich alte Industriegebäude wie der Palmkernölspeicher und der Flaschenturm, wie fast alle historischen Gebäude in Stralau liebevoll zu Wohnraum umgewandelt.

Zwischen dem Schilf ist eine Segelschule ansässig, einzelne Sportboote ankern am Pier. Ein Hauch Exklusivität weht durch das ehemalige Arbeiterviertel, in dem einst Karl Marx wohnte. An der Spitzkehre lädt die Parklandschaft mit Blick aufs Wasser zum verweilen ein. Partyboote, Tourismusschiffe und Lastkähne treffen hier aufeinander. Der Blick auf die Menschenmassen, die sich gegenüber im Treptower Park verteilen lässt gewahr werden: Die heile Welt dieser Vorstadtidylle lässt einen kurz vergessen, inmitten der Stadt zu sein.

  • Startpunkt: Busstation Glasbläserallee, erreichbar mit den Linien 104, 194 und 347. Die S-Bahn-Stationen Treptower Park und Ostkreuz sind jeweils ca. 10 Minuten fußläufig entfernt. Dauer zur Inselumrundung ca. eine Stunde.

Flanieren am Spreeufer, Denkmäler, Seen: Der Treptower Park

Das sowjetische Ehrenmal inmitten des Treptower Parks. Foto: imago images/Jürgen Ritter

Viele kennen den Treptower Park einfach nur als riesige Liegefläche, oder als Abfahrtsort für Bootstouren. Dabei bietet ein Spaziergang durch den Park viel Abwechslung. Von der S-Bahn-Station aus geht es an teils überteuerten Buden und ankernden Schiffen über die Uferpromenade. Der Weg entlang des Ufers ist meist der Naheliegendste, spannender hingegen ist ein Abstecher in die Untiefen des Parks.

Im Rosengarten kann man sich zwischen verschiedensten Blumen und dem Springbrunnen verlieren. Weiter östlich findet sich dann das nächste florale Highlight: Der Sonnenblumengarten. Die Insel der Jugend lädt zum Verweilen ein, im Sommer gibt es dort von Konzerten bis Freiluftkino viel Kultur.

Weiter Richtung Süden muss zwar einmal eine Bundesstraße gekreuzt werden, dafür bietet die Idylle des Karpfenteichs reichlich Kontrastprogramm. Direkt nebenan ist noch das Sowjetische Ehrenmal, ein imposantes Stück Zeitgeschichte, das trotz seiner Größe inmitten des Parks versteckt ist.


Spaziergang durch (fast) unendliche Weite auf dem Tempelhofer Feld

Die Weite des Tempelhofer Feldes ist einzigartig. Foto: imago images/Stefan Zeitz

Vom Tempelhofer Feld geht eine nur schwerlich beschreibbare Magie aus. Zahlreiche Berliner*innen nutzen die ehemalige Flugbahn als eine Art öffentliches Wohnzimmer und gehen ihren Hobbys nach, mögen sie noch so schräg sein.

Im Angesicht dieser Weite lässt es sich jedoch auch vorzüglich spazieren. Ob geradewegs über die einstigen Start- und Landebahnen, im Rundkurs entlang der Außengrenzen oder querfeldein, überall schweifen beim Blick entlang des freien Horizonts die Gedanken ab.

Ein reiches Vogelaufkommen nistet auf Naturschutzflächen, verwunschene Bäume, der immer noch betriebene Radarturm und das imposante Flughafengebäude erinnern zwischendrin, dass man nicht am Meer ist. Denn gerade wenn der Wind übers Feld fegt, kommt auch mal etwas Inselfeeling auf.

  • Das Tempelhofer Feld ist von diversen Orten aus zu erschließen. Die belebtere Variante bieten die Osteingänge, jeweils fünf Fußminuten von den U-Bahnhöfen Boddinstr. und Leinestr. der Linie U8 entfernt. Westlich die U6 mit den Stationen Platz der Luftbrücke, Paradestr. und Tempelhof. Dort verkehren zudem die S-Bahnen S41, S42, S45 und S46. Dauer des Umherstreifens ca. 30 Minuten bis drei Stunden, je nach Strecke. Mehr allgemeine Infos zum Tempehofer Feld gibt es hier.

Berlins Sehenswürdigkeiten auf einem touristischen Spaziergang erkunden

Blick über die East Side Gallery bis zur Jannowitzbrücke. Foto: imago images/Westend61

Ein Spaziergang muss nicht immer nur Entspannung bringen, er kann auch mal touristisch geprägt sein. Auf dieser Tour gibt es viele Sehenswürdigkeiten, viel Stadtgeschichte. Startpunkt ist der Potsdamer Platz mit seiner turbulenten Geschichte, zur Wendezeit noch Brachfläche, heute Verkehrsknotenpunkt mit zahlreichen Hochhäusern.

Entlang der Ebertstraße gibt es zahlreiche Denkmäler, am bekanntesten wohl das Holocaust-Mahnmal, hier vielleicht von Selfies absehen. Weiter geht es zum Brandenburger Tor und dann Unter den Linden ostwärts. Die amerikanische, französische, britische, russische Botschaft sind zu begutachten, der Bebelplatz, die Staatsoper, das neue Stadtschloss, der Berliner Dom.

Richtung Alexanderplatz werden Neptunbrunnen, St.Marienkirche und der Fernsehturm passiert. Am Alexanderplatz gibt es Menschenmassen und Weltzeituhr. Weiter geht es südöstlich entlang der Alexanderstraße zur Jannowitzbrücke. Am Holzmarkt gibt es den Kulturkosmos der ehemaligen Bar25-Betreiber zu begutachten, ehe die Tour bei der East Side Gallery mit den Relikten der Mauer endet. 

Gut acht Kilometer später lässt sich die Tour bestens mit einem Getränk an der Spree und einem entsprechenden Sonnenuntergangsbild von der Oberbaumbrücke ausklingen. Jede Menge Infos zu Berlins Sehenswürdigkeiten bekommt ihr hier.

  • Startpunkt: Bahnhof Potsdamer Platz, erreichbar via Regionalbahnen RE2-5, RB10, S1, S2, S25, S26 und U-Bahnlinie U2. Dauer der Tour ca. zwei Stunden.

Villen und Wald am Schlachtensee

Idyllisch am Waldrand gelegen: Der Schlachtensee. Foto: imago images/Stefan Zeitz

Am südlichen Rand des Grunewalds gelegen befindet sich der Schlachtensee. Der wartet nicht nur mit direkter S-Bahn-Anbindung auf, sondern auch guter Wasserqualität – die CNN setzte den See 2020 tatsächlich auf eine Liste der besten Bademöglichkeiten weltweit.

Doch nicht nur zum Baden eignet sich der See mit seinen 41,6 Hektar Fläche. Auf der 5,5 Km umfassenden Uferstrecke gibt es einiges zu sehen. Angler, Badegäste, Jogger*innen und Radfahrer*innen teilen sich das Ufer, auf dem Wasser treiben Menschen in Booten und Paddler. In den Bäumen dösen Menschen in Hängematten, im Herbst gibt das Farbspiel der Waldumgebung einiges an Atmosphäre.

Zudem lockt das idyllische Villenviertel dazu, nach der Seeumrundung noch eine Erkundungstour zur benachbarten S-Bahn-Station Nikolassee zu unternehmen.

  • Startpunkt: S-Bahnhof Schlachtensee, Linie S1. Dauer des Rundgangs ca. eineinhalb Stunden, Spaziergang nach Nikolassee ca. 30 Min.

Historische Bauten und Landwirtschaft im Landschaftsschutzgebiet Herzberge

Im Landschaftsschutzgebiet Herzberge treffen sich Landwirtschaft und städtische Infrastruktur. Foto: imago images/Thomas Lebie

Mitten in Lichtenberg bildet das seit 2019 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesene Areal eine grüne Oase. Was vorher teils Waldfläche, teils Brachfläche, teils Wohngebiet war, ist nun ein von Rad- und Wanderwegen durchzogenes Areal mit ländlichem Flair.

Inzwischen ist das Areal vor weiterer Bebauung geschützt, das Konzept sieht es vor, den Bestand zu kultivieren, Flora und Fauna gedeihen zu lassen und vorhandene Bebauung in Einklang mit landwirtschaftlicher Nutzung zu bringen. Neben Waldwegen gibt es auf über 100 Hektar Blick in die Ferne, auf Streuobstwiesen und weidende Schafe.

Dazwischen finden sich historische Bauten wie das evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge und Industrierelikte wie das heutige Museum Kesselhaus, aber auch neuere Gebäudeeinheiten wurden in das Parkkonzept mit integriert, weitere Bebauung bleibt dem Areal aufgrund seines Schutzstatus aber glücklicherweise erspart.

  • Startpunkt: Tram-Station Ev. Krankenhaus KEH, dort verkehren die Linien 12, 37, 50, M1, M2, M4, M5, M6, M8, M13, M17. Dauer des Rundgangs ein bis zwei Stunden.

Nach dem Spaziergang hungrig? In diesen 12 Traditionsrestaurants gibt es zünftige Stärkung. Wer eher durstig ist und nach urigen Kneipen sucht, wird in diesen alteingesessenen Kneipen glücklich.

Wer die Ruhe so mancher Spaziergänge genossen hat, kann das Alleinsein an diesen Orten in Berlin genießen. Und wer besonders Sonnenuntergänge schätzt, wird an diesen Stellen in Berlin von der Aussicht belohnt – sofern der Himmel nicht wolkenverhangen ist.

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