Berlinale 2020

Berlinale-Tipps für den 22. Februar

Berlinale-Tipps für Kurzentschlossene: Unsere Autoren empfehlen an dieser Stelle täglich spannende Filme aus allen Sektionen der Filmfestspiele.

Schwarze Milch (Panorama)

© Sven Zellner/Zellner & Borchu Film

Wessi, die in Deutschland aufgewachsen ist, besucht ihre Schwester Ossi, die in der Mongolei geblieben ist und dort mittlerweile das traditionelle Nomadenleben lebt. Eine Rückkehr zu den kulturellen Wurzeln, könnte man meinen. Doch was Uisenma Borchu hier unter Rückgriff auf ihre eigene Biografie inszeniert, ist die Dynamik zwischen Anziehung und Abstoßung. Die Sehnsucht nach der verlorenen Heimat trifft auf die falschen Vorstellungen, die man sich von ihr gemacht hat. Während des quietschenden Prozesses der Anpassung an die regionale wie an die familiäre Wirklichkeit sprühen die Funken und schießen Impulse in alle Richtungen. Ein psychodynamisches Kammerspiel vor erhaben entleerter Kulisse. Alexandra Seitz

22.2., 9 Uhr, CinemaxX 7 (weitere Termine: 25.2., 22 Uhr, Cubix 7; 28.2., 13.30 Uhr, International; 29.2., 13:45, CinemaxX 6)


Programm 2 („Her Name was Europa” + „Moazzam ma yalla haqeqy“)  (Forum Expanded)

Her Name was Europa © OJOBOCA GbR

Ein Programm, das sich mit dem Verschwundenen beschäftigt. In dem einen Film sucht einen Mann seinen Bruder in der alten Nachbarschaft, die mittlerweile in Trümmern liegt, und findet nur Gerüchte, die sich um dessen Abwesenheit ranken. Im anderen bemühen sich unterschiedliche Interessierte um eine Neuzüchtung des 1627 ausgestorbenen Auerochsen, des Urrinds. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem einen und dem anderen? Und wenn ja, wo liegt er? Ist es die hinterlassene Leerstelle oder ist es der Versuch, diese zu füllen, der den mal tragischen, mal komischen Eindruck macht? Zwei Reflexionen über den schmerzhaften Reiz des Unwiederbringlichen. Alexandra Seitz

22.2., 17 Uhr, Silent Green


Nackte Tiere (Encounters)

© Czar Film

Im Brandenburger Niemandsland verschwört sich eine Clique Heranwachsender, die kurz vor dem Abitur steht, zu einer Schicksalsgemeinschaft.Komplett auf sich alleine gestellt, sind weder der Ort ihres Lebens noch die Welt der Erwachsenen für sie von Relevanz. Zwischen Durchhalten und Fluchtreflex leben sie im sozialen Gefüge eines ganz eigenen Beziehungsgeflechts, in dem sie miteinander kuscheln, sich küssen und schlagen. Regisseurin Melanie Waelde ist schmerzhaft dicht dran an ihren Protagonisten, die wie gefangene Tiere eine äußerst fragile, aber zärtliche Solidarität füreinander entwickelt haben.   Andreas Döhler

22.2., 17.15 Uhr, Cubix (weitere Termine: 23.2., 22 Uhr, International; 1.3., 20 Uhr, Urania)

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