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Berlin verstehen

Diese 12 Typen nerven uns in Berliner Parks am meisten

Egal, ob es der erste oder letzte Sonnenstrahl im Jahr ist. Sobald es in Berlin irgendwie nett draußen ist, stürzt die Bevölkerung in Berliner Parks und macht es sich für die kommenden Wochen gemütlich.

Wie im Supermarkt oder auf dem Radweg sind dann auch in den Parks genug Idioten unterwegs. Hobby-DJs, Frisbee-Dilettanten, Gitarrenposer: 12 Typen in Berliner Parks, die uns am meisten nerven.


Frisbee-Dilettanten

Egal, ob ihr ernsthaft spielt oder Symbolbilder produziert: Wenn wir die Scheibe in die Fresse kriegen, schauen wir mal, wo ihr danach das Frisbee habt. Foto: Imago Images/Westend61

Nicht alle Menschen, die im Park Frisbee spielen, nerven uns. Aber all jene, die schlicht nicht aufpassen und weder Können noch Kraft noch die Regeln der Physik richtig einschätzen und umsetzen können. Die uns ihre beschissene Plastikplatte mit Schwung gegen den Hinterkopf nageln. Gilt auch für Ballspielende, die mit einem gezielten Wurf oder Schuss unser Picknick zur Bowlingbahn umgestalten.


Gitarren- und Muskelposer

„Wonderwall“ von Oasis ist ein beschissener Song, findet der Autor. Übrigens nicht erst, seitdem jeder Depp ihn covert. Foto: Imago Images/CrowdSpark

Es ist ja nicht so, dass die Gitarre an sich ein schlechtes Instrument wäre. Schlecht ist nur, dass jeder Depp, der mal drei Gitarrenstunden hatte (oder ein YouTube-Tutorial gesehen hat), glaubt, es sei irgendwie beeindruckend, „Wonderwall“ von Oasis zu spielen. Ist es nicht. Das sind aber übrigens die gleichen Typen, die auch glauben, es wäre richtig hart emotional, „Hallelujah“ zu covern. War es sicher mal, bevor genau diese Typen es uns für immer versaut haben. Das krasse Gegenteil vom Gitarrenposer ist übrigens der Muskelposer, der seine Sportübungen bevorzugt oberkörperfrei und gut sichtbar macht. Genauso uncool wie „Wonderwall“.


Druffis

Ketamin ist ein Pferdebetäubungsmittel, wird aber auch in Berlin gern in Clubs genommen. Foto: Imago Images/Conitini

Klar, Drogendealer nerven auch, müssen wir nicht groß drüber reden. Die sind aber auf aus einer sozialen Not hinaus dazu gekommen, in Parks Stoff zu verticken. Was uns mindestens genauso, in Wahrheit aber mehr nervt, ist privilegiertes Partyvolk, dass rotzvoll und -druff durch Parks irrt und sich einen Teufel schert, dass nicht überall Hasenheide- oder Boot-Rave ist, wo man sich hinsetzen kann. Manchmal wollen Parkgäste einfach nicht sehen, wie sich die Party-Gang mitten am Tag in öffentlichen Grünanlagen Lines legt in der Annahme, das sieht keiner. Sieht man. Sehr gut sogar. Fast so gut, wie wenn ihr am hellichten Tag ins Kokstaxi springt und direkt wieder raus.


Baumpilzerklärer

„Guck mal Jochen, da drüben, der Baum, der is krank.“ „Ach halt’s Maul“. Foto: Imago Images/Seeliger

Eigentlich wollten wir nur mal wieder gemütlich mit Imme und Theodor spazieren gehen. Kann ja keiner ahnen, dass die neulich eine Naturdoku gesehen haben und nun endlich Eiche von Ahorn unterscheiden können. Beifall für so viel Kompetenz, aber Klugscheißerei nervt schnell und wenn uns unsere Begleiter*innen plötzlich fanatisch jeden Baum, Pilz und jeden Baumpilz erklären wollen, dann ist der Wellness-Faktor eines Spaziergangs versaut und wir fühlen uns wie im Biologieunterricht. Nur, wenn wir am Ende mit Imme und Theodor auch noch Sexualkunde spielen wollen, sollten wir vielleicht Interesse heucheln. Ach apropos: Pilze sammeln in Brandenburg: So wird die Suche ein Erfolg.


Hobby-DJs

Die portable Stereoanlage ist weltweit beliebt, erfreuen tut sie aber meist nur die, die sie mitgebracht haben. Foto: Imago Images/Lucas

Schon blöd, dass die Clubs nicht aufhaben und nur die Harten in den Berghain-Garten kommen. Aber auch ohne globale Pandemie verwechseln manche die öffentlichen Grünflächen mit ihrer Privat-Disko. Tatsache ist: Ja, wir müssen in Mauerpark und Görli nicht unbedingt komplette Stille erwarten. Aber mal ehrlich: Egal, ob ihr angehende House-DJs oder Shakira-Ultras seid oder die besten Songs über den Sommer in Berlin ballert: In der Regel ist euer Geschmack einfach nicht so gut wie unser. Also: Ein ganz klein bisschen Nachsicht mit den Umsitzenden, wenns um die Dezibel geht. Und Raves sind gerade eh nicht so richtig erlaubt, auch nicht in der Hasenheide.


Slackline-Poser

Jaja, Slackline ist klasse. Wenn wir wollten, könnten wir auch. Wollen wir aber nicht. Foto: Imago Images/Cavan Images

Intern haben wir lange diskutiert, ob wir nun Jonglieren, diese Nummer mit dem langen Band am Stab oder Slackline-Posing im Park am nervigsten finden. Knapp gewannen die Vögel, die auf stramm gespannte Seile springen und dann stundenlang hin- und herbalancieren. Dann fragten wir uns allerdings, was wir an den Slackline-Posern und allen anderen Talentshow-Aspiranten eigentlich nicht mögen. Wahrscheinlich, dass sie die Zeit im Park irgendwie auch noch ausfüllen mit etwas, das Balance, Fitness und mehr steigert. Während wir in der Sonne braten und Bier trinken. Mist. Ausnahme: Boccia – da gucken wir gern zu. Das ist so gechillt, das beruhigt uns auch.


Pornodarsteller

Symbolfoto Liebe – wenn ihr dann plötzlich spitz wie Lumpi seid, gern ab nach Hause. In jedem Alter. Danke! Foto: Imago Images/fStop Images

Sonne macht geil, das wissen wir nicht erst seit „Aufsteh’n“ von Seeed. Tatsächlich ist aber Geilheit nicht immer gleichzusetzen mit der Erlaubnis, diese auszuleben. Sicher gibt es Parks und Areale in dieser Stadt, in denen es mit Ansage freizügiger zugeht. Aber wenn irgendwo eine Familie gemütlich picknickt, hat niemand das Recht, sich daneben regelrecht zu begatten. Nach drei Bier und einem Haufen sonstwas scheinen einige das zu vergessen, gerade in Berlin. Aber die eigene Erregung kann auch in der Partyhauptstadt schnell auch auf das öffentliche Ärgernis umschlagen.


Raser

Auf dem Tempelhofer Feld ist viel Platz. Das ist nicht überall so. Fahrt langsam. Foto: Imago Images/ZUMA Wire

Manchmal sind Parks nicht so günstig gelegen. Wer vom Wedding zum Prenzlauer Berg möchte oder von Neukölln nach Kreuzberg zum Beispiel, muss gern mal durch einen Park. Durch den Humboldthain etwa, den Mauerpark oder den Görli. Das ist ja schön und gut. Leider vergessen vor allem Radfahrer*innen (und häufiger nun auch E-Scooter-Nutzende), dass es in Parks manchmal gleichermaßen voll wie gemütlich zugeht. Heißt: Rücksicht. Einen Gang runter. Sonst erfüllt ihr im Zweifel auch noch die Rolle des nervenden Radfahrenden – auch da gibt es genug nervige Typen.


Grill-Anfänger

Grillen in Berlin – auch immer Interpretationssache. Foto: Imago Images/Ditsch

Grillen ist klasse, aber in vielen Berliner Parks verboten. Macht nichts, denken sich einige. Wollen wir gar nicht weiter verurteilen. Manche grillen ja auch an Berliner Orten, an denen es erlaubt ist. Blöde ist in beiden Fällen, wenn die angehenden Grillmeister keine Ahnung haben. Neulich saßen wir im Mauerpark neben zwei, drei Experten. Erst so viel Grillanzünder, dass es roch, als würde ein Spirituosengeschäft abfackeln. Dann die Steaks so verkohlt, dass die Feuerwehr an der Oderberger sicher schon in Alarmbereitschaft ging. Und dann am Ende, kein Scherz, aus Dummheit versehentlich eine Tupperdose auf dem Grill geschmolzen. Ein Höhepunkt im olfaktorischen Feuerwerk. Lasst lieber die Profis ran, hier sonst noch ein paar Grill-Tipps.


Pissnelken

Igitt. Foto: Imago Images/Schwarz

Nicht in allen Parks haben wir das Glück, mal eben auf eine festinstallierte Toilette gehen zu können. Berlin tut sich auch weiterhin mit öffentlichen Toiletten schwer, die neuesten Modelle sind zum Beispiel gut sexistisch. So oder so lässt sich das Wasserlassen trotzdem manchmal nicht verhindern. Wenn ihr denn nun wirklich (und das betrifft vor allem die Männer) dringend pinkeln müsst, dann sucht euch doch bitte, bitte wenigstens eine halbwegs uneinsichtige Ecke. Ob ihr es glaubt oder nicht: Viele Menschen wollen auch dann, wenn es um natürlich Triebe wie Pinkeln geht, euren Penis einfach nicht sehen. Schöne moderne und klassische öffentliche Toiletten gibt es übrigens auch in Berlin.


Drecksspatzen

Am Teufelssee stehen die Wildschweine auf Müll, zurück lassen ihn Idioten aber überall. Foto: Imago Images/Contini

Ja, es ist absolut legitim, Pfandflaschen eigentlich überall in Berlin einfach stehen zu lassen. Denn es gibt sehr viele Menschen, die sie einsammeln und sich damit etwas Geld dazuverdienen. Man kann es auch den Sammler*innen einfacher machen und sein Leergut gesammelt und ordentlich aufstellen, am Wegrand, statt es weiträumig zu verteilen. Was aber einfach nie und nirgendwo geht: seinen restlichen Dreck einfach liegen lassen. Das gilt aber nun wirklich für überall. Wer Müll in die Landschaft wirft, ist ein Arschloch. Muss man leider nicht diskutieren.


Spielverderber

Kontrolle ist gut und wichtig. Aber ein bisschen Nachsicht ist halt auch okay. Foto: Imago Images/POP-EYE

Kennt ihr diese Leute, die nur am meckern sind? Dass es zu laut ist, zu hektisch, die Leute sich benehmen und generell wäre alles schöner, wenn man einfach allein wäre? Kennen wir alle. Machen wir ja auch gerade. Der Zauberspruch, gerade in Berlin, heißt ja nun mal: Leben und leben lassen. Mit ein BISSCHEN Rücksicht läuft es aber eben für alle am besten.


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